Das Stadttheater von Steyr an einem Dienstagvormittag: Im großen Saal tümmeln sich Kinder im Alter von elf bis vierzehn. Moderator Kai fragt: „Wer von euch kennt GLOBAL 2000 nicht?“ Viele Hände gehen in die Höhe. „Das wird sich jetzt ändern!“, lacht er. Die Kinder sollen jedoch nicht nur GLOBAL 2000 näher kennenlernen — sondern auch über REdUSE informiert werden.
Bei der REdUSE-Kampagne geht es darum, uns klarzumachen, dass wir viel zu viele Rohstoffe verbrauchen — und dass es Alternativen gibt. So ist es vor allem unter den derzeit Heranwachsenden gang und gäbe, jedes Jahr ein neues Handy zu haben. Das bedeutet aber auch, dass der Verbrauch von Lithium, Gold und Seltenen Erden ins Unermessliche steigt. Das muss nicht sein, Handys halten wesentlich länger als ein Jahr.
Kai befragt die SchülerInnen: „Wie alt ist euer Handy?“ Einige haben es sofort überrissen: Je älter mein Handy, desto besser. Ein 12-Jähriger erklärt: „Meines ist sechs Jahre alt. Ich kann telefonieren, SMS schicken, Fotos machen, und sogar ins Internet.“ Plötzlich ist es viel cooler, ein älteres Modell zu haben.
Auch Englischunterricht ist dabei: Was heißt eigentlich REdUSE? Die anwesende Englischlehrerin betont umgehend, dass das Wort in dieser Form falsch ist und bei der Schularbeit nicht so geschrieben werden soll. Und sie hat recht. REdUSE ist nämlich eine Mischung aus zwei Wörtern: „Reduce“ steht für Reduzieren, „Reuse“ für Wiederverwenden.
Nach einem Quiz mit Schätzfragen zu Umweltthemen, bei dem es gleich zwei schlaue GewinnerInnen gibt, sehen die SchülerInnen einen etwa 45-minütigen Film. Es wird gezeigt, wieviel Wasser bei der Herstellung von Baumwollprodukten verbraucht wird, welche Auswirkungen der Raubbau einzelner Rohstoffe auf die Umwelt hat und was man alles tun kann, um diesem traurigen Trend der Umweltzerstörung entgegenzuwirken.
Nach dem Film sprudeln die Kinder vor Ideen: Man könnte doch Kleidung tauschen. Oder sie reparieren, wenn sie kaputt geht. Man könnte weniger Plastik verwenden. Und die Mama müsste einen nicht immer mit dem Auto von der Schule abholen. Man könnte eine alte Hose einfach umfärben, dann ist sie wieder wie neu.
Als der neue GLOBAL 2000-JKreativwettbewerb „Der gute Style“ vorgestellt wird, nehmen sich die Mädchen und Buben gleich vor, mitzumachen und selbst aktiv Ressourcen zu sparen.
Moderatorin Moni bringt Bio-Mode ins Gespräch — und stößt zunächst auf Ablehnung. Produkte aus Biobaumwolle sind uncool, so das Feedback der SchülerInnen. Als sie erklärt, dass der lange, violette Pullover mit dem breiten Kragen und dem Aufdruck an der Seite fairtrade und in Bioqualität produziert ist, staunen die Jugendlichen nicht schlecht: „Der ist eigentlich voll cool.“, flüstert ein Mädchen in der dritten Reihe ihrer Sitznachbarin zu.
Alles rund um die Multivisionsschau und wie Sie sie buchen können, finden Sie unter mvs.global2000.at
Nähere Infos zum GLOBAL 2000-Projekt REdUSE unter reduse.org
Wer am Wettbewerb „Der gute Style“ mitmachen will, erfährt auf dergutestyle.at wie es geht.
