San Francisco, Kalifornien (USA), 19. April 2010 – die Geschäftsführerin von FoE Swaziland Yonge Nawe, Thuli Brilliance Makama, ist eine von sechs GewinnerInnen des prestigeträchtigen Goldman Prize. Der Goldman Environmental Prize ist weltweit einer der bedeutendsten Umweltschutz-Preise.


Swaziland – ein Königreich, eingebettet zwischen Südafrika und Mozambique, hat eine Bevölkerung von rund einer Million Menschen. Während das Land unter Lebensmittel- und Wassermangel, einem prekären Gesundheitssystem und allgegenwärtiger Armut litt, stieg sein Ruf als internationales Ziel für Großwildjäger und Wildpark-Touristen stetig an. Die ländliche Bevölkerung hängt ganz massiv von ihrer Umwelt ab: sei es zur Beschaffung von Nahrung, Baumaterial, Feuerholz oder Heilpflanzen. Indigenes Wissen wird an zukünftige Generationen weitergegeben. Im Namen der Erhaltung der Natur sind immer mehr lokale EinwohnerInnen von Wildparkbetreibern von ihrem Land vertrieben und wegen ihrer fortdauernden Jäger- und Sammlerpraktiken verfolgt worden.
Das lokale Umweltschutzgesetz schreibt schon seit beinahe zehn Jahren vor, dass stets ein Mitglied des Vorstands der Umweltbehörde VertreterIn einer Umwelt-NGO sein muss. Der erste Umweltminister, der diese Auflage umsetzen sollte, beschloss jedoch einfach, über diese Auflage hinwegzusehen und schloss NGOs aus. Trotz Druck seitens Makama und ihrer Organisation weigerte sich der Minister, das Gesetz zu erfüllen. Makama und ihre Organisation erstatteten Anzeige beim Obersten Gerichtshof. 2009 hat der Oberste Gerichtshof nach dreijährigem Prozess Makama rechtgegeben. Die Entscheidung des Gerichtshofs stellt nun sicher, dass Umweltgruppen ab sofort einen Platz im Vorstand der Umweltbehörde haben werden, wo sie dessen Vorgehensweise überwachen und ihre Perspektiven einbringen werden können.
Der positive Bescheid des Obersten Gerichtshofs macht den am Rande privater Wildreserven liegenden Gemeinden Hoffnung, dass ihr Kampf endlich auch von den zuständigen Behörden wahrgenommen wird. Jahrelang mussten diese Menschen Brutalitäten und Schmähungen seitens der bewaffneten Besitzer erdulden, und eine Reihe von „verdächtigen Wilddieben“ wurden gar im Namen des Naturschutzes ermordet. Es ist allgemein bekannt, dass die noch übrigen Wildparks ohne den Schutz seitens der lokalen Bevölkerung nicht überleben können. Jetzt hat die lokale Bevölkerung dank Thuli Brilliance Makama beim Umweltschutz ein Wörtchen mitzureden.