Neue Aktivitäten

  • 08.01.12
    Baumgartenberg rockt für den Atomausstieg: „Die Stimmung ...
  • 04.01.12
    Blog: Zu Fuß um die Welt: Die zwei jungen ...
  • 21.12.11
    GLOBAL 2000 freut sich über große Spende der Stadt Wien : Wien Kanal, die MA ...
  • 12.12.11
    Anreise nach Baumgartenberg: Größere ...

Neue Wissensartikel

  • 19.01.12
    BASF verlässt Europa: Seit 16. ...
  • 15.01.12
    Atomstrom-Stopp in Österreich: Wie geht das in der ...
  • 03.12.11
    Pestizid-Konzerne wegen Menschenrechtsverle... angeklagt: Am 3. Dezember ist ...
  • 01.09.11
    Gefahr Quecksilber: Quecksilber ist ein ...

Schule

©Gerd Altmann / pixelio.de

Informationsmaterialien zur Radioaktivität und Tschernobylkatastrophe

Strom sparen

©GLOBAL 2000

Dein Beitrag zur Abschaltung von Atomkraftwerken

Hinweis: Für eine korrekte Darstellung der Seite muss JavaScript aktiviert sein. JavaScript können Sie in den Einstellungen Ihres Browsers aktivieren.
Castor-Transport: Widerstand
Der ...
Statements von AtomaussteigerInnen
In Österreich ...
GLOBAL 2000 Fest Baumgartenberg
„Die Stimmung ...
Blog: Zu Fuß um die Welt
Die zwei jungen ...
Zu Fuß um die Welt - Die Route
Nur wo du zu ...
AKW-Störfälle 2011
1. Februar 2012 - ...
Das war "Rocken gegen Tschernobyl"
„Rocken gegen ...
Gedenkkundgebung am Stephansplatz
Gemeinsam mit den ...
JournalistInnen-Reise
Lange vor dem 25. ...
News aus Japan
Live-Ticker endet ...
Video: Aktion am Atomium
Mit einer Aktion am ...
Kraniche für Japan
Worum es geht Mit ...
STRABAG-Aktion
Atomkraftwerke ...
Gespräch Haselsteiner
STRABAG SE Dr. Hans ...
Die-In gegen Atomkraft
GLOBAL 2000 ...
Stopp Mochovce
Proteste von GLOBAL ...
Erfolg gegen Mochovce
September 2008: ...
Radeln gegen Mochovce
Extrem-Biker ...
Krsko, es war ein Ernstfall
Am 4. Juni 2008 kam ...
Abschalten JETZT!
Am 11. März ...
Meine Gründe gegen Atomkraft
...
Die Folgen eines Super-GAU
14 Atomkraftwerke ...
 

Blog: Zu Fuß um die Welt

Die zwei jungen Steirer Marvin Fritz und Rowin Höfer gehen im Namen von GLOBAL 2000 als Botschafter für den Atomausstieg und gegen die Verschwendung von Ressourcen um die Welt. Ausgerüstet mit einem 15 Kilo Rucksack, fünf Euro pro Tag, veganer Rohkost und einem Zelt, brachen sie am 3. Oktober auf.

Einmal wöchentlich wird hier auf global2000.at gebloggt.

>> Ältere Beiträge

15. Februar

GLOBAL 2000

Seit Tagen sind im Landschaftsbild von oben überall weiße Flecken auszumachen, dabei soll das nur der Anfang sein und das flächendeckende “Mar del Plastico” noch kommen.

Die Pausen verbringen wir an den Wänden und die Nächte sogar innerhalb der Plastikzelte, wenn wir schon kein eigenes funktionales Zelt mehr haben. Immerhin konnten wir es auch schon lange Zeit vor der Reise intensiv nutzen und sehen kein großes Problem darin, Ersatzteile aufzutreiben. Wenn nicht gerade ein leerstehendes Treibhaus am Weg liegt, schlafen wir, wie ohnehin bevorzugt, unter freien Himmel. Die Nächte hier in Küstennaehe sind auch deutlich milder und windstiller als in den Bergen. Dafür scheint es hier wieder mehr Müllers, Schneiders oder Neumanns sowie Jones oder Smith als spanische Einwohner zu geben. Ihre gigantischen Hotelanlagen, ja sogar Privatstädte verperren uns nicht selten den direkten Weg durchs Land und verschaffen uns ärgerliche, weil teils beträchtliche Umwege.

GLOBAL 2000GLOBAL 2000

GLOBAL 2000GLOBAL 2000

GLOBAL 2000

Auf die vergangene abenteuerliche und abwechslungsreiche Zeit im Landesinneren werden wir noch lange mit Freude zurückblicken, sind es doch gerade diese Zufälle und Erlebnisse um die es uns beim Reisen geht, die das Leben berreichern und vom sicheren und bequemen, aber doch ereignislosen, faden Daheimsein unterscheiden.

GLOBAL 2000

Ebenso riesige Ausmasse nehmen hier wieder grossflaechige Plantagenanlagen an, von dessen Zaun aus, nach hinten oft kein Ende mehr zu sehen ist.

Orangen und Mandarinen gehören an den warmen, sonnigen Tagen immer noch zu unseren Hauptmahltzeiten. Wir sind selbst erstaunt, wie der Körper mit nur Wenigem trozt andauernder Bewegung auskommen kann und wie fein unser Gespür für die richtige und gerade notwendige Nahrungsmittelaufnahme wurde. Waren ja auch wir bisher, durch Erziehung und Schulbildung vom Glauben an eine veraltete und allgemein gültige Ernährungslehre geblendet.

Apropos - ist es nicht verwunderlich wie stark unser Vertrauen in Werbung, Pharmaindustrie, Vertreter der Wissenschaft oder Ärtze ist, welche selbst oft in kranken Körpern stecken und uns etwas über Gesundheit oder richtige Ernaehrung erzählen wollen, wenn wir doch selbst unsere besten Heiler sind sowie einzig und allein spüren was in uns, in Bezug auf Ernährung wirklich vorgeht? Leider sind sich so viele von uns dieser Fähigkeiten nicht mehr bewusst. Sich bloß der Mehrheitsmeinung anzuschliessen und Traditionen nachzuleben ist allerdings ein Irrweg, wie wir meinen, denn schliesslich kommt der Großteil der Menschen auch kein Leben lang mehr ohne regelmäßiger Medikation aus.

Natürlich gibt es, wie schon so oft betont, einige Fakten über den menschlichen Körper, dessen Stoffwechsel und über artgerechte Ernährung, doch nur wir selbst können herausfinden, wie unser Körper wirklich tickt, was er wie, wann und wozu braucht, denn wir alle sind einzigartig und verschieden. Viele brauchen viel, andere weniger, die einen brauchen Fleisch, die anderen vertragen Milch und nicht alle wiederum können ganz unbekümmert konsumieren oder den Verzehr bestimmter Lebensmittel mit ihrem Gewissen vereinbaren, um auch dieses Thema wieder einmal anzurühren.

Zwar sehen wir hier in Spanien, dass auch die Erzeugung pflanzlicher Nahrung alles andere als unbedenklich ist, doch sind die noch viel dramatischeren Zustände in der Fleisch-, Ei- oder Milchproduktion auch schon lange kein Geheimnis mehr. Oder anders ausgedrückt: Wenn es schon beim Anbau von Tomaten, Gurken oder Salat so krass zugeht, wie muss es dann erst um die Massenproduktion tierischer Erzeugnisse stehen? Wir können es erahnen, doch dessen Anlagen meist irgendwo gut versteckt im Hinterland, fern von jeglichen Konsumenten, im Unterschied zu Obstplantagen, Gemüse- und Getreidefelder befinden. Es stellt sich also die Frage, ob die Situation vielleicht eine andere wäre, würden wir alle Zuchtstätten, Batterien oder Schlachthöfe dieser Erde in die Stadtzentren, neben Supermärkte und Einkaufszentren verfrachten?

Und um die oft gestellte Frage nach Schwierigkeiten einer vegane Kost noch deutlicher zu beantworten, möchten wir darauf hinweisen, dass wir es vor allem auf Reisen viel komplizierter finden, gesunde und unbedenkliche tierische Nahrung zu erhalten. Wieder ist aber zu beachten, dass die passende Ernährung stark vom jeweiligen Menschen abhängt und von einem zum anderem variiert. Hierbei Ratschläge zu geben würde stark gegen das oben geschriebene widersprechen, denn ums selbst ausprobieren, experimentieren, spüren und lernen führt kaum ein Weg herum. Will man weiterhin aber den Standard behalten und in Restaurants konsumieren, stößt man in bestimmten Ländern selbstverständlich auf Einschränkungen , da wir Menschen es grundsätzlich bevorzugen nach Guster und Gewohnheiten, anstatt nach körperlichem Wohlbefinden zu essen. Eine Umstellung auf pflanzliche Kost geht allerdings auch oft mit einem generellen Lebenswandel einher, wonach häufige Aufenthalte in Wirtshäusern und Restaurants wahrscheinlich stark an Attraktion verlieren werden.

8. Februar - Ganz schön viel los

Ausergewoehnlich ereignisreiche Tage liegen hinter uns. Nachdem es uns schon länger von der Küste mit ihren monotonen Hotelstädten wegzog, haben wir nun einen kleinen Abstecher ins Landesinnere, über die Berge unternommen und so viel Neues erleben dürfen. Nach einem Aufenthalt in Valencia ging es auf einem erstaunlich gut markierten Pilgerweg durch noch weitläufigere Orangenplanatagen mit noch größeren und köstlicheren Früchten als bisher weiter. Auch Kaki- und Mandelplantagen bekamen wir erstmals zu Gesicht. Angekommen in der ersten größeren Stadt am Fuße der Betischen Kordillere, geschah dann das Unglück.

Da wir schon seit Tarragona keine genaue Karte mehr haben und auch in Valencia keine zufriedenstellende finden konnten, beschlossen wir, uns auf die Navigation unseres Handys zu verlassen. Damit, so dachten wir, kämen wir schon sicher durch die Berge. Auch bedacht haben wir im Vorhinein, viel öfters nach einer Steckdose suchen und Strom laden zu müssen, was wir in der besagten Stadt auch taten. Unter wachsamen Augen luden wir das Gerät dann am Bahnhof Xativa, doch mussten bald einsehen, dass das Versteck unter einer Haube doch nicht gut genug und unsere Aufmerksamkeit zu lückenhaft war. So kam es, dass wir um ein elektronisches Gepäckstueck ärmer sind und ein langarmiger Spanier, trotz zweimailiger Überfuehrung, um ein Mobiltelefon reicher ist. Wir hoffen wohl, dass er es wirklich dringender braucht, als wir, die wir dann doch Schildern folgend, der Hauptstrasse nach weiterziehen mussten.

Eine nächste unerefreuliche Geschichte handelt von unserem bisher so treuen Zelt, dass die andauernd hohen Anforderungen wortwörtlich nicht mehr standhalten konnte. Ausgerechnet in der kältesten und windigsten Nacht auf höchster Höhe brach das schon etwas in Mitleidenschaft gezogene Zeltgestänge endgültig und verwandelte unsere sonst so stabile Behausung sogleich in eine Höhle. Der eisige Wind konnte so fast ungehindert bis zur Haut durch den Schlafsack peitschen. Das Resultat waren zwei müde und unausgeruhte Körper sowie grantige und unmotivierte Köpfe. Eine wohltuende Pause in Alcoy, einer schönen, hügeligen Bergstadt war leider auch nicht möglich, mussten wir doch schnell aus den Bergen, um angenehmere Nächte mit wärmeren Temperaturen zu erleben.

Als Draufgabe stiegen wir dann spät abends so hoch, dass wir doch noch auf das kalte Weiß stießen und kamen am nächsten Tag beim Abstieg sogar in den Genuss eines Schneesturmes. Während sich dieser mit sinkenden Höhenmeter langsam zu stöemenden Regen wandelte, bereiteten wir uns gedanklich schon auf die schwierige Schlafplatzsuche im Tal vor. Einige Stunden weiter saßen wir dann im realativ warmen Foyer einer Bank, in dem es sich perfekt schlafen liese, doch erwartetete uns dort schon der erste pflichtbewussten Beamte, der uns rücksichtslos wieder raus in die Kälte schickte. Glücklicher waren wir dann, an diesem verregneten Sonntagabend, auf ein unglaublich bemuütens Mitglied der Policia Local zu treffen, der seinerseits über die Abwechslung froh war. Der engagierte Junge Mann brachte uns erst zu einem Hotel, versuchte vergebens einen günstigen Preis für uns auszuhandeln, fragte meherer Freunde um Hilfe und stellte uns schliesslich die Garage der örtlichen Polizeistation als Schlafplatz zur Verfügung.

So haben wir eine weitere Seite Spaniens kennengelernt, sind durch den Diebstahl einen Schritt weiter zum Wesentlichen gekommen und vor allem wieder stärker mit den Leuten hier in Kontakt getreten. Die Wärme im Flachland wissen wir erneut zu schätzen und finden diese ganz und garnicht fad und auch die Polizei zählt nach meherern grundlosen, misstrauischen Kontrollen wieder zu unseren besten Freunden.

1. Februar - Vitamin C

An den endlos scheinenden, weitläufigen Orangenplantagen erkennt man deutlich, dass Spanien, neben vielen anderen Agrarprodukten auch Hauptanbauland von Zitrusfrüchten ist. Wie mancherorts jede noch so kleine Fläche voller Weinreben sind, stehen hier in der Region Valencia überall Orangen-, Zitronen- oder Mandarienbäume und liegen überall dessen Früchte herum. Der größte Teil wird unter Verwendung von bis zu fünfundzwanzig Spritzmittel angbebaut und nur ganz geringe Mengen werden ökologisch produziert. Interessant ist aber, dass etwa fünfundneunzig Prozent der Pestizidbelastung, zumindest bei Orangen erst nach der Ernte zustande kommen, da die Früchte vor dem Transport nachbehandelt werden, um nicht allzu schnell zu faulen. Gut für uns also, wenn wir direkt vor Ort verzehren können - vor allem angesichts einer täglichen Menge von mindesten zwei Kilo. Weniger gut aber für alle Supermarktkonsumenten und unsere Umwelt, insbesondere Süßwasser-Lebensräume. Quelle: http://www.ethlife.ethz.ch/archive_articles/101220_orangenanbau_per/index

GLOBAL 2000

GLOBAL 2000

Viele Plantagenfrüchte liegen am Boden, andere werden nicht geerntet - es gibt aber auch genügend wild gewachsene Bäume.

GLOBAL 2000

Auch in Mitten der meisten spanischen Städte sind Orangenbäume gepflanzt. Allerdings nur als Zierde, denn die Früchte schmecken nicht, wie wir herausgefunden haben.

GLOBAL 2000

Die Schalen werden von Marvin auch gerne verwendet um den Geruch seiner Schuhe annehmlicher zu machen.

25. Jänner - Vandellos II

GLOBAL 2000

GLOBAL 2000

Vergangenen Donnerstag kamen wir am AKW Vandellos II vorbei. Es liegt im Süden der spanischen Region Katalonien, direkt am Mittelmeer, umgeben von anderen großen Industrieanlagen.

GLOBAL 2000

Um das Kraftwerk ohne großen Umweg zu erreichen, mussten wir mehrere Kilometer auf der Schnellstraße und am Weiterweg sogar kurz auf der Autobahn gehen. Wir ahnten schon, dass es früher oder später dazu kommen würde.

GLOBAL 2000

In einer der nächsten Städte endeckten wir dann dieses Bild. Als ich es fotografierte war zufällig gerade der Schöpfer zugegen, der sich auch gleich stolz als solcher zu erkennen gab. Mit „No Cementiri Nuclear “ will er sich gegen ein hier geplantes Atomendlager aussprechen. Nicht weit von der Stadt Amposta liegen die Kraftwerke Vandellos, Asco und Cofrentes aber auch der Naturpark Delta de L'Ebre. Kaum jemand will ein Endlager für radioaktiven Müll in seiner Nähe, die wenigsten wollen Atomkraftwerke aber schon gar niemand will auf Strom verzichten, oder?


18. Jänner - Neue Freunde in Barcelona

Die letzte Woche haben wir in Barcelona verbracht. Wir wollten etwas zur Ruhe kommen, doch mussten schnell feststellen, dass uns dies in einer derart lebhaften und aufregenden Stadt nur schwer gelingen wird. Wir wollten soviel wie möglich erkunden und streunten jeden Tag stundenlang und etliche Kilometer durch die Innenstadt. Fast kam es uns vor, als könnten wir nicht mehr anders, als uns täglich ordentlich zu bewegen.

GLOBAL 2000

Vor dem wohl bekanntesten Bauwerk des wohl bekanntesten Bauherren der Stadt - die Sagrada Familia on Antoni Gaudi.

GLOBAL 2000

Das Frachthafen- und Industriegebiet, für Standardtouristen gut versteckt hinter dem Hausberg Barcelonas gelegen, wollten wir eigentlich viel großräumiger umgehen als wir auf unserem Weiterweg schlussendlich taten. Doch auch diese Gegenden gehören dazu und haben irgendwie ihren Reiz.

Wenn schon die Füsse keine richtige Pause hatten, so konnten wir im Gegenzug unsere Rucksäcke ablegen, mussten uns nicht um Schlafplätze kümmern, hatten ein Dach über dem Kopf und liebevolle Menschen um uns. Boris und Miriam, zwei Studenten aus Wien, die erst vor einem Monat nach Barcelona gezogen sind, haben uns herzlich bei sich aufgenommen. Sie boten uns Unterkunft und Verpflegung für unbegrenzte Zeit an, nachdem sie hier von uns gelesen haben. Die Tage in Barcelona waren dadurch großartig, besonders die Abende, die wir mit Filmschauen, spazieren, tratschen und erzählen verbrachten. Und nicht nur wegen der ganzen Woche in ihrer Wohnung, den schönen Unterhaltungen, guten Filmen und Büchern, die wir wie unsere eigenen benutzen durften, sondern auch wegen der neu gegründeten Freundschaft, sind wir zu großem Dank verplichtet. Wir freuen uns schon auf das nächste Wiedersehen - spätestens irgendwann in Wien oder wieder Barcelona!

GLOBAL 2000

Endlich wieder sauber und gut riechende Kleidung - auch die Waschmaschine durften wir ungehindert nutzten. Die Großzügigkeit, die einem macherorts als Reisender entgegengebracht wird ist ein so einzigartiges Geschenke, dass schon sie alleine es Wert ist auf Reisen zu gehen.

An dieser Stelle möchten wir auch gleich von weiteren wunderbaren Schlafplätzen berichten. Dreimal hatten wir bereits das Glück über die Internetseite couchsurfing.com Gastgeber zu finden. In den Städten Cremona, Genua und Avignon konnten wir somit mehrere Nächte drinnen schlafen und interessante Menschen kennenlernen. In Feldkirchen und Gazzuolo durften wir im örtlichen Pfarrsaal nächtigen, zweimal in Österreich bei Bauern und viermal bei Freunden oder Verwandten schlafen. Wir danken hiermit dafür und freuen uns auf weitere so großzügige Menschen zu treffen, die unser Vorhaben unterstützen und Teil unserer Reise werden.

Doch nun zum Unerfreulichem: Es stehen immer noch Atomkraftwerke in der Welt herum, sechs davon in Spanien und davon wiederum eines ganz in unserer Nähe. Von Tarragona aus sind wir nur noch einen Tagesmarsch vom Akw Vandellos entfernt. Die Störfälle im Hochrisikoreaktor II, der schon längst wie Vandellos I aus Sicherheitsgründen vom Netz gehen hätte sollen häuften sich in letzer Zeit, doch im wirtschaftlich schwachen Spanien muss gespart werden. Die Laufzeiten vieler Kraftwerke wurden weiter verlängert und für Wartungsarbeiten bleibt oft kein Geld. Bevölkerung und Umweltorganisationen protestieren - besonders aufsehenerregend war die Aktion von Greenpeace Spanien, die im Februar des letzten Jahres den auf Erdbebengebiet erbauten Reaktoren des AKW Cofrentes bestiegen und besetzten. Spektakuläre Bilder hierzu unter: http://www.greenpeace.org/espana/es/Multimedia/Galeria-de-imagenes/Cofrentes-cierre-Ya

11. Jänner - Tagebucheintrag von Tag Nummer 94

...ungewöhnlich früh waren wir heut auf den Beinen. Jogger, Rad- und Mopedfahrer nutzten die Holzbrücke, auf der wir nächtigten zu dessen Hauptzweck und weckten uns. Schlaf- und Rucksäcke waren aufgrund des Nebels teils durchnässt, teils gefroren, doch ein sonnenenreicher Tag sollte bevorstehen. Schnell ging's nach Palamòs. Wir nahmen einige Orangen und Mandarinen zu uns, während wir über die fast menschenleere Promenade schritten. Nach zahlreichen Hotelanlagen und Restaurants kam wieder eine Steilküste. Am äußersten Rand folgten wir dieser entlang einem kleinen Pfad über Felsen, Stiegen, Sandstränden und sogar durch einen kleinen Tunnel.

In Platja d'Aro legten wir die erste Pause ein. Endlich wurde es richtig heiß. Ich beschloss, meine Hose zu kürzen - zum Glück haben wir eine Nagelschere dabei. An meinen Beinen merkte ich, dass wir doch schon einige Tage unterwegs sind. Nach mehreren Straßenkilometern erreichten wir Feliu del Guixols. In der warmen Sonne rasteten wir lange und trockneten die Schlafsäcke. Vor uns waren Boote und Fischer, links ein Rudel wilder Katzen und rechts deutsche Touristen. Die wenigen Touristen schauen uns schräg an - wir passen schlecht ins Ortsbild. Langsam dämmerte es und wir zogen motiviert weiter. Mehr als zwanzig Kilometer auf Serpentinen und Bergstraße lagen vor uns.

Die kurvenreiche Strecke stellte sich trotz Dunkelheit und ständigem auf und ab als wunderschön und angenehm dar. Wir hatten die Straße fast für uns alleine - gerade mal 15 Fahrzeuge kamen vorbei. Die Ruhe, das helle Mondlicht, die steilen Hänge und einsamen Buchten ganz unten am Meer nicht zu vergessen. Kaum auszudenken, wieviel hier zu allen anderen Jahreszeiten los ist. Leider meldeten sich Füsse und Rücken irgendwann. Ein Parkplatz mit Aussichtsplattform bot sich als Schlafplatz an. Hier liegen wir nun am Asphalt, in den Bergen mit dem Rücken zum Meer. Der Himmel ist klar, die Sterne gut sichtbar und die Wellen bis hier rauf hörbar. Ein, zwei Autos kommen noch vorbei, doch die stören nicht. Wir fühlen uns sicher hier - Spanien ist super, gute Nacht...

4. Jänner - Feliz Año Nuevo

GLOBAL 2000

Vor kurzem haben wir nach sechsunddreißig Tagen in Frankreich die Staatsgrenze zu Spanien erreicht.

GLOBAL 2000

In der ersten spanischen Stadt Portbou nutzten wir die Gelegenheit Rucksack, Kleidung und uns selbst mehr oder weniger gründlich zu säubern.

GLOBAL 2000GLOBAL 2000

GLOBAL 2000

Der weitere Weg entlang der Steilküste war auch nicht der schlechteste.

GLOBAL 2000 GLOBAL 2000

Dann stiegen wir noch einmal hoch, um die restlichen Ausläufer der Pyrenäen zu überqueren.

GLOBAL 2000

Oben freuten wir uns über den lang ersehnten Blick auf Spanien und gönnten den Rücken eine kleine Pause.

 

>> Ältere Beiträge

letztes Update: 17.02.2012 12:47
Social Bookmarks