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Der Hunger nach Agrosprit
Agrosprit wird von seinen BefürworterInnen als der Weg aus der Wirtschaftskrise der Entwicklungsländer angepriesen. Er soll Arbeit und Wohlstand schaffen und die Armut somit verringern. Doch stellt sich die Frage, wer am Ende vom Markt um den Agro-Treibstoff profitiert.
Landraub wird zum Status quo
Die steigende Nachfrage Europas nach Biotreibstoffen führt in Entwicklungsländern, besonders in vielen Staaten Afrikas, zu unkontrolliertem Landraub. Landwirtschaftlich nutzbares Gebiet wird der lokalen Bevölkerung entzogen, um dort Biotreibstoffe für den europäischen Markt zu erzeugen. Die Studie ‘Africa: Up For Grabs’ , die elf afrikanische Staaten unter die Lupe nimmt, deckt auf, dass bereits über 4,5 Millionen Hektar Land – eine Fläche etwa so groß wie Dänemark – an europäische Biotreibstoff-Investoren verkauft, verplant oder verleast worden ist. Diese Praxis, auch schlicht Landraub genannt, wird immer mehr zum Status quo. Das gesamte Ausmaß des Problems dürfte aber weit größer als angenommen sein, so die Studie.
Biotreibstoff vs. Nahrungsmittel
Die Studie zeigt auf, wie die lokale Bevölkerung buchstäblich um ihr Land gebracht wird und wie der Anbau von Biotreibstoffen mit dem Anbau von Nahrungsmitteln konkurriert, ohne Rücksicht auf die natürliche Umgebung und die Wasservorräte. Die EU hat sich bis 2020 zehn Prozent Agrosprit im Tank zum Ziel gesetzt. Wenn die EU dieses Beimischungsziel erreichen will, wird sich die Situation noch verschärfen. Die ökologischen und sozialen Folgen für die Entwicklungsländer sind immens.
Die Untersuchung zeigt, dass der europäische Hunger nach Agrosprit einer der Hauptfaktoren für den Landraub ist. Um unsere Fahrzeuge mit Treibstoff zu versorgen werden Millionen Hektar Land der armen Landbevölkerung Afrikas weggenommen.
Die EU muss dringend ihre Politik in dieser Frage ändern: Investitionen in umweltfreundliche Landwirtschaft und eine Verringerung des Spritverbrauchs für den Güterstransport.
Studie zum Download
Afrika - für jedermann zu haben
2010-08-31 21:48:48
GLOBAL 2000















