Weitere Nachrichten
-
15.05.13
GLOBAL 2000 zu Misstrauensantrag: Austausch des Landwirtschaftsmini... allein ist zuwenig: Neue ... -
15.05.13
EU-Verbot betrifft nur 20 Prozent aller österreichischen Neonicotinoid-Anwendungen: Kundgebung vor ... -
13.05.13
'Im Zweifel für die Bienen': Bewährungsprobe für ÖVP-Kurswechsel am 15.Mai: GLOBAL 2000: ... -
08.05.13
GLOBAL 2000: "Bienengipfel" bewusste Irreführung der Bevölkerung durch Berlakovich : ...
GLOBAL 2000 und ...
Dass ...
Bis vor kurzem lag ...
Eric Dooh zeigt die ...
Vier Opfer der ...
Stellungnahme zum ...
In Österreich ...
Agrosprit wird von ...
Die Allianz ...
Die Ölpest im Nigerdelta
Im Nigerdelta in Nigeria verursachen Öllecks in Pipelines massive Umweltschäden. Milieudefensie (Friends of the Earth Niederlande), Environmental Rights Action (Friends of the Earth Nigeria) und vier nigerianische Fischer und Bauern machen das Shell-Hauptquartier in den Niederlanden dafür verantwortlich. Ein niederländisches Unternehmen mit einem jährlichen Gewinn von sieben Milliarden Dollar sollte sich nicht seiner Verantwortung entziehen.
Das Öl im Niger-Delta
Das Niger-Delta liegt im Südosten von Nigeria und ist ein riesiges fruchtbares Gebiet. Subsistenzwirtschaft und Fischerei bilden die Lebensgrundlage der dort ansässigen Bevölkerung. Ungefähr 27 Millionen Menschen leben hier in etwa 3.000 Gemeinden. 75 Prozent dieser Menschen sind auf die natürlichen Ressourcen angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber Luft, Wasser, Boden und Wald wurden durch die Öl- und Gas-Förderung verseucht. Durch das Abfackeln von Gas und die Verschmutzung durch Erdöl erleiden die Menschen vor Ort Schäden an ihrer Gesundheit, ihrer Produktivität, ihrem Einkommen und Wohlstand.
Seit Jahrzehnten ist Öl der wichtigste Exportartikel Nigerias und das Land ist auf Platz 12 der erdölreichsten Länder. Die Einnahmen daraus haben den NigerianerInnen aber keinen Wohlstand gebracht, im Gegenteil: Nach Angaben der Weltbank stieg der Anteil der Bevölkerung, der in Armut lebt, von acht Prozent 1980 auf 66 Prozent im Jahr 2000. Andere Wirtschaftssektoren außer der Öl-Wirtschaft sind fast verschwunden.
Ölverschmutzung
Seit Jahrzehnten verseucht die Erdölförderung das fruchtbare Nigerdelta. Den vorliegenden Statistiken zufolge sind in den letzten 30 Jahren mehr als 400.000 Tonnen Öl in die Bäche und Böden Süd-Nigerias versickert. Rund 70 Prozent dieses Öls wurde nicht aufgefangen. Die überwiegende Mehrheit der Lecks sind eine Folge der veralteten Anlagen und menschlicher Fehler. Im Jänner 2008, hat die Nigerian National Oil Spill Detection and Response Agency (nOSdrA) erklärt, sie habe mehr als 1.150 verlassene Öllecks im Nigerdelta entdeckt. Der Schaden ist groß: tote Fische, unfruchtbar gewordene landwirtschaftliche Flächen, verschmutztes Trinkwasser.
Shell und Ölverschmutzung
Seit Jahrzehnten ist die königliche niederländische Shell der größte ausländische Investor in Nigeria. Sie betreibt Joint Venture, die etwa 40 Prozent der nigerianischen Ölförderung ausmachen. Shell unterhält ein dichtes Netz an Öl-Pipelines im Niger-Delta. Im Zeitraum von 1997 bis 2006 verzeichnete Shell Nigeria eigenen Berichten zufolge über 250 Öllecks jährlich. In den frühen 1990er Jahren behauptete Shell noch, dass 74 Prozent der Öllecks durch Korrosion und Abnutzung der Materialien und menschliche Fehler verursacht wurden. Nur um die 25 Prozent waren Sabotageakte. Heute behauptet Shell Nigeria, dass 60 Prozent Folge von Sabotageakten seien.
Veraltete Anlagen
Shell gibt zu, dass es noch eine Menge veralteter Ölanlagen in Nigeria hat. In einem Interview für den Shell Nachhaltigkeitsbericht 2006 erklärte der geschäftsführende Direktor des SPDC Basil Omiyi: “Wir haben (...) einen erheblichen Nachholbedarf bei der Anlagen-Integrität, um Lecks und Abfackeln zu reduzieren." „Anlagen-Integrität“ ist eine Bezeichnung für den Zustand der Öl-Anlagen (Stammleitungen, Bohrlöcher, Fließlinien, Pumpstationen,Terminals), unter anderem eine Voraussetzung, um Ölverschmutzungen zu verhindern.
Nigerias Recht zu Ölverschmutzungen
Das entsprechende nigerianische Umweltgesetz von 1988 sieht vor, dass nach einer Ölpest die Ölgesellschaften "sofort mit Aufräumarbeiten beginnen." Die Öl-Pipeline-Act von 1990 besagt, dass Öl-Unternehmen jeder Person eine Entschädigung zu zahlen haben, die als Folge von Bruch oder Lecks aus der Pipeline oder einer Hilfsanlage zu Schaden gekommen ist (außer es ist Sabotage). Der nigerianische Petroleum-Act von 1969 besagt, dass Öl-und Gasproduktion amerikanische Standards erfüllen muss.
Shell vor Gericht in Nigeria
Während Nigerias Recht bezüglich Ölverschmutzung ziemlich klar ist, werden Ölfirmen nur selten vor Gericht gestellt. Etwa 500 Ölpestfälle wurden gegen Shell in Nigeria eingereicht. Viele dieser Fälle sind bereits seit Jahren anhängig, und Urteile gibt es nur wenige. Prince Chima Williams, Rechtsanwalt und Leiter der Rechtsabteil von Environmental Rights Action (Friends of the Earth Nigeria) berichtet: "Multinationale Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen ist in Nigeria eine Herkulesaufgabe. Wegen der Folgekosten für Rechtsanwälte und Gutachten können es sich Gemeinden oft nicht leisten, Anklage zu erheben. Auf der anderen Seite profitieren Unternehmen bei jeder Gelegenheit von Verzögerungen von Urteilen, mit dem Ziel die Gemeinde als Prozesspartei zu schwächen und sie verwundbar machen. In den Prozessen lassen die meisten der Prozessparteien ab, verlassen ihre Fälle, erhalten von Konzernen billige Abfindungen und in einigen Fällen bekämpfen sie sich selbst." Ken Wiwa, Sohn des Ogoni Führer Ken Saro-Wiwa, der im November 1995 im Kampf für ökologische Gerechtigkeit ermordet wurde, sagte es so: "Die Gerichtsbarkeit in Nigeria ist notorisch langsam und ineffizient, außer wenn die Reichen und Mächtigen ein Urteil brauchen."
|
Unterstützung Es ist uns nun im Rahmen unseres internationalen FoE-Netzwerkes gelungen, den Ölmulti in Holland vor Gericht zu bringen. Damit wir das Verfahren wirklich bis zum Ende durchziehen können, brauchen wir jetzt ganz dringend Ihre Unterstützung. Bitte helfen Sie mit - nur gemeinsam können wir es schaffen. |
Weitere Infos:



















