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Kommentar: Kopenhagen, der Ort, an dem die Zukunft der Menschen mit Füßen getreten wurde

„The Flood“, eine „menschliche Flut“ für Klimagerechtigkeit rollte durch die Straßen von Kopenhagen. Die Forderung: Massive Reduktion der CO2-Emissionen in den Industrieländern und eine gerechte Lösung der Klimakrise. 100.000 Menschen aus der ganzen Welt nahmen daran teil. Es sollte ein klares Zeichen gesetzt werden: Wir wollen Klimaschutz und keine Sonntagsreden. (GLOBAL 2000 berichtete davon).

Schon an den Grenzen wurden Züge und Busse gestoppt. Unseren Schwesterorganisationen aus Frankreich und England wurde teilweise die Einreise verweigert. Die DemonstrantInnen wurden unter Generalverdacht gestellt. Klimaschützer schienen Terroristen zu sein – oder zumindest suspekt. Hunderttausende Leute, die nach Climate Justice rufen?

Climate Justice NOW! Climate Justice NOW!

100.000 Menschen demonstrierten für den Klimaschutz! 100.000 Menschen marschierten vom Kopenhagener Zentrum zum „Bella Center“, wo die VerhandlerInnen die Handlungsnotwendigkeiten nicht zu akzeptieren schienen! 100.000 Menschen in Kopenhagen und weitere 130 Demostrationen auf der ganzen Welt. 100.000 Menschen sind fordernd auf der Straße, obwohl das Thema als schwer zu „mobilisieren“ galt. Die Menschen wollen nicht mehr weiter zuschauen. Was sich in Umfragen schon lange zeigt, wurde nun auf der Straße deutlich gemacht. Mitten drin waren auch viele GLOBAL 2000-AktivistInnen, die diesen hoffentlich historischen Moment nicht verpassen wollten.

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1.000 Verhaftungen, allerdings nur drei Verdächtige

Selbst die Polizei bestätigte, „dass so gut wie alle Festnahmen vorbeugend durchgeführt worden seien, weil sich die Betroffenen in der Nähe mutmaßlich gewaltbereiter DemonstrantInnen aufgehalten hatten.“ (Quelle: ORF)

Die Polizei sollte sich eigentlich dafür entschuldigen. Sie sollte sich entschuldigen dafür, dass tausend Menschen willkürlich gefesselt wurden und bis zu fünf Stunden bei tiefsten Temperaturen zum Teil auf der Straße liegen und zum Teil in dieser Position urinieren mussten. Sie wollten nur für Klimaschutz eintreten und wurden wie Schwerverbrecher behandelt.

Ich habe selbst am nächsten Tag in der Schule, in der wir untergebracht waren, mit Leuten gesprochen die festgenommen wurden. Ihre blauen Hände waren Mahnmale unterdrückter freier Meinungsäußerung. Möglich war all das nur, da für diesen Gipfel extra die Gesetze geändert wurden. Sollten die Gesetze nicht zum Wohle der Bevölkerung sein?

Kommentar von Klimaschutz-Demonstrant Martin Aschauer.


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letztes Update: 21.12.2009 10:13
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