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Erfolg gegen Antibiotika

 

Erfolg für Umwelt und KonsumentInnen: REWE wird kein mit Antibiotika produziertes Obst mehr verkaufen

Im Frühjahr 2008 wurde erstmals in großen Teilen Österreichs das umstrittene Antibiotikum Streptomycin zur Bekämpfung von Feuerbrand bei Kernobst eingesetzt. KritikerInnen versuchte man damit zu beruhigen, dass sich das Antibiotikum "bereits nach Stunden" (© Landwirtschaftskammer Steiermark) abbaue, und daher keine Belastung für die Umwelt darstelle. Und weil ausschließlich während der Blütezeit gespritzt werde, könne es in den reifen Früchten gar nicht aufscheinen.

Untersuchungen der AGES zeigten nun, dass diese Aussagen schlichtwegs falsch waren: Denn in mehr als der Hälfte der behandelten Äpfel wurde Streptomycin gefunden, in Mengen zwischen 1, und 12 Mikrogramm/kg.

Appell an die Supermarktketten
Wie reagiert der Handel auf diesen Missstand? SPAR hat sich trotz der Rückstände von Streptomycin-behandelten Äpfeln zu deren Verkauf in Vorarlberg bekannt. GLOBAL 2000 verlangte umgehend eine klärende Stellungnahme von SPAR und appellierte an alle österreichischen Supermarktketten, mit Streptomycin behandeltes Obst in Zukunft nicht (mehr) zu vermarkten.

Prompt geliefert wurde dieses Bekenntnis in einer Aussendung der REWE-Group Austria, die mit BILLA, Merkur und Penny einen großen Teil der österreichischen Äpfel und Birnen vermarktet: "Unser Unternehmen hat von Beginn an sichergestellt, dass bei BILLA, MERKUR und PENNY nur Äpfel angeboten werden, die ohne den Einsatz eines Antibiotikums hergestellt wurden. Auch in Zukunft werden wir an diesem Standpunkt konsequent festhalten."

Weniger konkret fiel die erste Antwort von SPAR aus. Der Handelsriese hält nach eigenen Angaben den Einsatz von Antibiotika in der Lebensmittelproduktion zwar für „nicht sinnvoll“, hat sich aber bislang nicht zu einem klaren Bekenntnis durchringen können, 2009 keine Äpfel und Birnen, die aus behandelten Kulturen stammen, in das SPAR-Sortiment aufzunehmen.

Eine Stellungnahme von HOFER fehlt bislang.

Wie geht es weiter?
Mit REWE hat sich ein großer Abnehmer von heimischem Kernobst klar gegen die Anwendung von Antibiotika positioniert. Auch die KonsumentInnen lehnen Antibiotika im Obstbau eindeutig ab (siehe: Umfrage von GLOBAL 2000). Zudem wurde das Hauptargument der Streptomycin-Befürworter, nämlich der rasche Abbau des Antibiotikums, durch die neuesten Erkenntnisse der AGES klar widerlegt.

GLOBAL 2000 erwartet sich aus diesen Gründen, dass 2009 Streptomycin in Österreich nicht mehr verwendet wird.

Wichtig wird es daher sein, für den Erwerbsobstbau wirksame Alternativen zur Verfügung zu haben.

letztes Update: 25.03.2009 16:44
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