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Regenwald-Projekt Brasilien
GLOBAL 2000 gründet Sammelreservat
Ähnlich den Indianerreservaten handelt es sich dabei um Land, das die Regierung den dortigen Kautschukzapfer-Gemeinden zur Verfügung stellt und in dem strenge Regeln gelten. So sind Viehzucht und Schlägerungen verboten, es gelten strenge Schonzeiten für die Jagd und den Fischfang. Vor Ort arbeiten wir mit der nationalen Kautschukzapfergewerkschaft (CNS) zusammen.
Die Errichtung eines Sammelreservates ist ein steiniger Weg: Land muss vermessen, Gutachten müssen erstellt werden und die Behördenwege sind lang und mühevoll. Außerdem statten wir die Verbindungsbüros mit Funkgeräten und dazugehörigen Solarpanelen aus, damit jedwedes Eindringen und Zerstören des Regenwaldes sofort gemeldet werden kann.
Der Aufwand macht sich bezahlt: Insgesamt konnten durch dieses Projekt im Zeitraum 2006-2009 über 7 Mio. Hektar neue Schutzgebiete gesichert werden. Das sind Gebiete in der Größe Österreichs (das Bundesland Oberösterreich ausgenommen)!
Die bisherigen Projekte wurden mit der Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt. Mit der Abrechnung des letzten Projektes und der sich neuen Schwerpunktsetzung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit nach Afrika hin, werden mehr Mittel benötigt um diese Projekte mit der CNS weiter durchführen zu können. Aus unserer bisherigen Erfahrung wissen wir, dass mit 20 Euro ein Hektar Regenwald geschützt werden kann.
Bitte helfen Sie uns!
Was ist die CNS?
Die CNS (Conselho Nacional del Seringueiros) ist eine im brasilianischen Regenwald tätige Organisation, die sich vor allem für die Rechte der Kautschuksammler (Seringueiros, Extraktivistas) einsetzt.
Die Kautschukzapfer betreuen ihr Sammelreservat und leben dort in Übereinstimmung mit der Natur und betreiben nachhaltige Sammelwirtschaft. Täglich legen sie große Strecken zurück, um wilden Kautschuk zu sammeln.
Geleitet und überprüft werden diese Regeln von einem Gemeinschaftsrat, der regelmäßig von den Gemeindemitgliedern gewählt wird. So wird gemeinschaftlich überwacht, dass der Regenwald intakt bleibt.
Die Kautschukzapfer sind durch die Zerstörung des Regenwaldes bedroht.
Mangels anderer Erwerbsmöglichkeiten wird der Regenwald aber von vielen Seringueiros verlassen und schutzlos zurückgelassen. So haben die großen Industrien noch leichteren Zugang zu den Ressourcen der Wälder.
Kautschuk - Symbol der Ausbeutung
Die Kautschuksammler nehmen in der Geschichte des Amazonas eine Sonderrolle ein: Im Kautschukboom des 19. Jahrhunderts großflächig im Amazonas entlang der Flussläufe angesiedelt, wurden sie durch ein System der Schuldknechtschaft seitens der "Kautschukbarone" gezwungen, den Bedarf der industriellen Revolution an Kautschuk zu decken. Mit der Erfindung des synthetischen Kautschuks und durch die Konkurrenz aus Asien wurde das Kautschukzapfen im Amazonasgebiet nicht mehr rentabel und die Kautschukbarone verschwanden.
Die Kautschukzapfer mussten auf Subsistenzwirtschaft umsteigen und sich neben Kautschuk auf andere Produkte des Regenwaldes konzentrieren. Es waren die (meist indigenen) Frauen, die bereits Spezialistinnen im Gartenbau und im Sammeln waren und ihre Männer unterwiesen. Dadurch nahmen die Kautschukzapfer Teile der "Lebensform" der indigenen Bevölkerung an - und mit dieser ein zentrales Interesse: die nachhaltige Bewirtschaftung des Regenwaldes, ihrer Lebensgrundlage.
Gehen die Seringueiros, geht der Wald ...
Das Festhalten an der Subsistenz eignet sich für die Kautschukzapfer und die Extrativistas, wie sie auch genannt werden, heute kaum mehr zum Überleben. Sie ziehen fort. Abwanderung bedeutet aber, einer aggressiven Wirtschaft den Regenwald schutzlos zu überlassen.
Es müssen nachhaltige Projekte entwickelt werden, die die Ökologie des Waldes mit den ökonomischen Interessen seiner Bewohner ins Gleichgewicht bringen. Da es nicht ausreicht, die Produkte des Regenwaldes lokal zu vertreiben, ist eine behutsame Ankopplung an den Weltmarkt erforderlich.
Die Problematik, eine Vielzahl von unterschiedlichen Produkten zu sammeln, zu lagern und dem Weltmarkt zugänglich zu machen, erfordert von den sehr "einzelkämpferisch" handelnden Kautschukzapfern einen langwierigen Lernprozess im Genossenschaftswesen und in den Grundzügen westlicher Wirtschaftslogik. Die Organisations- und Ausbildungsprogramme der CNS haben zum Ziel, den Kautschuksammlern diesen Zugang zu erleichtern.













