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Der Wald ist unser Leben
In Semunying Jaya in Westkalimantan lebt die Volksgruppe der Dayak Iban. Der Regenwald ist ihre Lebensgrundlage. Sie nutzen Früchte, Gemüse und Wild um sich zu ernähren. Sie zapfen Kautschuk um sich ein finanzielles Einkommen zu sichern. Und aus Bambus, Rattan und anderen Pflanzenfasern stellen sie Matten, Körbe und Siebe her. Seit einigen Jahren werden die Waldflächen bei Semunying Jaya immer weiter zerstört – riesige Flächen werden illegal abgeschlägert und nach der Brandrodung in Ölpalm-Plantagen umgewandelt. Das Ausmaß der Zerstörung ist erschütternd.
Die Regenwaldcampaignerin von GLOBAL 2000, Birgit Zimmerle, traf im Januar 2010 Pak Jamaludin, Dorfoberhaupt der Dayak Iban. „Von Generation zu Generation haben wir diesen Wald erhalten. Hier gab es viele Plätze mit ritueller Bedeutung“, erinnert er sich an gar nicht so alte Zeiten. „Als dieser Wald noch stand, durften wir Bäume für den Hausbau nur nach vorheriger Genehmigung durch den Temunggung, unseren spirituellen Führer, abholzen. Und bei Zuwiderhandlung mussten wir für jeden Baum 300.000 Rupiah Strafe bezahlen. Und jetzt holzt PT Ledo Lestari, eine Tochterfirma der Duta Palma-Gruppe, unseren Gemeinschaftswald illegal ab und verkauft das Holz nach Malaysia,“ empört er sich.“ Wohin es von dort aus geht, wissen wir nicht.“
Im Gebiet der Dayak gab es vor einigen Jahren auch noch zahlreiche Obstbaumarten. Das ganze Dorf fordert nun, dass die Dayak für die gefällten Bäume entschädigt und eine Wiederaufforstung ihres Waldes finanziert wird. Pak Jamaludin fasst zusammen: “Der Palmöl-Produzent muss Verantwortung für das Land übernehmen. Wir wollen keine Ölpalm-Plantagen. Vieles ist hier ohnehin schon unwiederbringlich zerstört, wie etwa der berühmte Ulin Tree – eine Eisenholzart – der in Kalimantan heimisch ist und eigentlich unter Schutz steht. Wie sollen unsere Kinder hier überleben? Palmöl bringt für uns keinen Lebensunterhalt, es macht uns nur ärmer. Und die lokale Regierung lässt uns im Stich.“ Wir von GLOBAL 2000 werden die Forderungen der Dayak Iban nach Kräften unterstützen.
Die Probleme der Dayak Iban in Semunying Jaya sind leider kein Einzelfall. In Kalimantan, entlang der Grenze zu Malaysia, plant die indonesische Regierung einen riesigen Ölpalm-Gürtel im Ausmaß von 1,8 Millionen Hektar. Da einige Plantagen in Hanglagen geplant sind, sind verheerende ökologische Auswirkungen zu befürchten: Bodenerosion und das Austrocknen von Flüssen wie dem Kapuas, dem größten Fluss in Westkalimantan.
Links:
Der Wald als Ware













