Tschernobyl-Kinder
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Ein Herz für Kinder
Dr. Ludmilla Marenych arbeitet seit 16 Jahren im Kinderkrankenhaus Nr. 16 in Kharkov. Sie ist eine wichtige Beraterin und Partnerin für das Projekt Tschernobyl-Kinder.
GLOBAL 2000:
Warum bist du Ärztin geworden?
Ludmilla Marenych:
Schon in der Schule träumte ich davon, Ärztin zu werden.
Ich ging also auf die Schule für Kinderkrankenschwestern und -pfleger. Nach einigen Jahren Tätigkeit in einem Kreiskrankenhaus als Oberschwester erfüllte ich meinen Traum und studierte an der medizinischen Fakultät in Kharkov.
Nun arbeite ich bereits seit 16 Jahren Kinderkrankenhaus Nr. 16. Und ich liebe meine Arbeit.
Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Freude?
Das Schönste an meiner Arbeit sind das Lächeln und die glücklichen Augen eines gesunden Kindes. Ich bin stolz, wenn ich „meine“ genesenen Kinder sehe, die mich auch nach ihrer Heilung immer wieder besuchen. Oft werde ich sogar zum Familienmitglied. Sie laden mich zu Geburtstagen und Hochzeiten ein, teilen mit mir Freud und Leid.
Aber es gibt sicher auch weniger schöne Seiten an deinem Beruf. Was ist für dich das Schlimmste?
Kinder sterben zu sehen. Bis 1991 wurden die an Leukämie erkrankten Kinder alten, sowjetischen Behandlungsprogrammen unterzogen und 95 Prozent dieser Kinder starben.
1992 begannen wir, die Kinder nach neuen deutsch-österreichischen Programmen zu behandeln. Die Überlebensrate der Kinder erhöhte sich sofort auf 60 Prozent. Das spornte bei der Arbeit an. Und dann ging es stetig bergauf.
Wie sieht denn dein normaler Arbeitstag aus?
Mein Arbeitstag beginnt um 8.30 Uhr und endet meist spät abends. Nach einer kurzen Runde auf der Station gibt es eine Besprechung mit dem Personal.
Danach erarbeite ich die Therapiepläne und schreibe Krankenberichte. Ich telefoniere oft mehrmals täglich mit Apotheken, um zu erfahren, wo es eine bestimmte Arznei gibt und wo am billigsten. Ich verhandle mit der Blutspendezentrale, spreche mit den Eltern der PatientInnen und mit den Kindern selbst – denn wir haben keine PsychologInnen.
Was bedeutet die Hilfe von GLOBAL 2000 für deine Arbeit und für die Kinder?
Dank der Unterstützung von GLOBAL 2000 erhielten wir lebenswichtige diagnostische und therapeutische Geräte. 1999 konnten wir die gesamte Hämatologiestation auf westlichen Standard bringen. Weiters wurden unseren ÄrztInnen und unserem Krankenpflegepersonal Praktika in Kliniken Österreichs und Deutschlands ermöglicht. Und dann gibt es ja auch die Sommeraufenthalte für die Kinder. (Jeden Sommer fahren 30-40 Kinder zur Erholung nach Österreich, Anm.d. Red.)
Wie sinnvoll sind deiner Ansicht nach diese Ferienaufenthalte für die Kinder?
Diese Ferien sind für die Kinder mehr als nur Erholung. Manchmal sind diese Tage sogar ausschlaggebend für ihre Gesundung. Nicht zuletzt durch diese Aufenthalte erzielen wir immer höhere Heilungsraten der Kinder.
Wir danken dir für deinen unermüdlichen Einsatz, Ludmilla.













