Tschernobyl-Kinder
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Wie das Projekt Tschernobyl-Kinder begann
Tschernobyl - Die dreifache Katastrophe
Im strahlenverseuchten Osten der Ukraine hilft GLOBAL 2000 den Opfern der Atomkatastrophe:

Wie hilft GLOBAL 2000?
Die Hilfe von GLOBAL 2000 reicht von Hilfstransporten über jährliche Erholungsaufenthalte in Österreich bis zu finanzieller Hilfe. Manche Kinder können in der Ukraine nicht behandelt werden. In solchen Fällen ermöglichen wir mit Hilfe von Sponsoren, Krankenhäusern und Behörden Operationen in Österreich.
Unser Ziel ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen und Strukturen nachhaltig zu verbessern.
Dr. Christoph Otto, Projektleiter, reist mehrmals jährlich in die Ukraine, um vor Ort die widmungsgemäße Verwendung der Spenden sicherzustellen und sich der damit erzielten Fortschritte und Erfolge zu vergewissern.
Dafür möchte ich spenden!
Einrichtungen, die wir im Projekt Tschernobyl-Kinder unterstützen:
Krankenhaus Antratsit - Säuglingssterblichkeit stark gesunken
Kindergarten Antratsit - Grundversorgung für Kinder
Behindertenzentrum Lugansk - Mitten in der Gesellschaft
Kinderspital Kharkov - Heilungsrate von 5 auf 75 Prozent gestiegen
Reha-Internat Novoaidar - Für medizinische Behandlung fehlt das Geld
Waisenhaus Shchetovo - Anschluss an die Welt
Erholungsaufenthalte - Neuer Lebensmut
Wer arbeitet für das Projekt Tschernobylkinder?- die Menschen hinter dem Projekt
Das Projekt Tschernobylkinder von GLOBAL 2000 - ein Überblick
Die Hintergründe
Die atomare Katastrophe: Verstrahltes Land
Am 26. April 1986 explodierte Block 4 des ukrainischen Atomkraftwerkes Tschernobyl. Etwa 15 % der radioaktiven Ablagerungen fielen auf ukrainisches Territorium nieder. Mehr als 1000 Quadratkilometer mussten damals zum Sperrgebiet erklärt werden. Flüsse trugen verseuchtes Wasser in weite Landesteile und verunreinigten dort das Grundwasser, Liquidatoren, Menschen aus der Bevölkerung, die für die Aufräumungsarbeiten des Reaktorunglücks zwangsrekrutiert wurden, brachten die Folgen der Verstrahlung in jeden Winkel der Ukraine. Die verheerenden Folgen sind noch heute zu spüren. Neben Tschernobyl selbst, sind die Regionen Kharkov, Lugansk und Saporozhje am stärksten kontaminiert. Ökologische, politische, soziale und vor allem gesundheitliche Probleme prägen den Alltag des Landes. Leukämie, Lymphdrüsenkrebs, Immunschwächen und andere lebensbedrohende Krankheiten treffen immer noch viele Erwachsene und Kinder.

Die ökologische Katastrophe: Verseuchte Umwelt
Besonders im Osten der Ukraine, eines der größten Industriegebiete der früheren UdSSR, traf die radioaktive Verseuchung auf ein Gebiet, das bereits infolge jahrzehntelanger ungefilterter Emissionen aus den chemischen, petro-chemischen und metallurgischen Fabriken extrem hoch war. Daher ist in diesen Regionen der Zuwachs an Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen besonders hoch.
Die ökonomische Katastrophe: Kein Budget für soziale Einrichtungen
Der Zusammenbruch des früheren Gesellschaftssystems und die Erlangungen der staatlichen Unabhängigkeit der Ukraine hatte weitreichende Folgen für die Menschen des Landes – und ganz besonders für die Kinder. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die öffentlichen Erziehungs-, Gesundheits- und Wohlfahrtseinrichtungen aus den Gewinnen der staatlichen Betriebe finanziert. Mit einem Schlag waren nun für Schulen, Kinderheime, Waisen- und Krankenhäuser städtische und regionale Träger zuständig. Diese hatten jedoch keinerlei Budget für diese Institutionen vorgesehen. Nur dem trotz monatelanger Gehaltsrückstände weiterarbeitenden Personal der sozialen Einrichtungen war es zu verdanken, dass das gesamte soziale System nicht zusammenbrach. Für die Kinder in öffentlichen Institutionen bedeutet dies jedoch bis heute schlechte Ernährungsqualität, Hunger, katastrophale hygienische Bedingungen, mangelhafte Kleidung, Kälte im Winter, das Fehlen von Lern- und Spielmaterial und schlechte medizinische Versorgung.
Die medizinischen Folgen: 80 Prozent der Kinder sind krank
2,3 Millionen Menschen leben derzeit in den verseuchten Gebieten, von den 500.000 Kindern sind 80% krank. Das Immunsystem der Kinder kann sich nicht richtig ausbilden, da ihnen die biologischen Auswirkungen Tschernobyls von den Eltern, die 1986 selbst Kinder waren, vererbt wurden.
In den 20 Jahren nach der Katastrophe ist erwartungsgemäß das Auftreten von Leukämie und Schilddrüsenkrebs sprunghaft angestiegen - teilweise um das 50-fache!
Erst im Jahr 2004 sind in Kharkov, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, die Neuerkrankungen an Leukämie um 100%, in Antratsit die Anzahl der Frühgeburten um 100% angestiegen.
Es werden auch immer mehr Veränderungen der Gene festgestellt, sowie mehr so genannte geistige Störungen ("mental disorder") - ein dubioser Sammelbegriff, der nicht zwischen Behinderung und psychischer Krankheit unterscheidet. Dazu kommt die weite Verbreitung des so genannten Tschernobyl-Aids, eine allgemeine Immunschwäche. Welche Krankheit die Kinder auch befällt - ihre Körper können damit kaum fertig werden.
Die medizinische Versorgung: Mangelhaft
Die gesetzlich garantierte Krankenfürsorge existiert nur auf dem Papier. In der Regel müssen Patienten buchstäblich alles - Nadel, Faden, Narkosemittel, Medikamente, Bettzeug, Essen - selbst ins Krankenhaus mitbringen. Am katastrophalsten ist jedoch überall die Ausstattung mit medizinischen Geräten. Wesentlich mehr von den kleinen PatientInnen könnten überleben, gäbe es genug Therapie- bzw. Diagnostikapparate. Die Ärzte sind hervorragend qualifiziert, jedoch fehlen ihnen die nötigen Geräte und Mittel um die kranken Kinder entsprechend zu behandeln.
Auch in den Waisenhäusern ist die Gesundheitspflege mangelhaft. Für Medikamente gibt es pro Kind gerade mal 3 Euro im Jahr, die Vorsorgeuntersuchungen sind lückenhaft. Und die Winter können aufgrund der völlig veralteten und undichten Heizungsanlagen mitunter ziemlich eisig werden.



















