Energie Revolution
Effizienzsteigerung und erneubare Energien als neue globale Herausforderung.
Die Endlichkeit und Klimaunverträglichkeit der fossilen und nicht erneubaren Energieträger Öl, Kohle und Erdgas, auf welchen unsere Energiesystem hauptsächlich basiert, ist inzwischen weitgehend unbestritten. Immer wieder werden wir mit neuen Schreckensszenarien konfrontiert wie es mit unserer Welt als Folge dessen weitergeht: drohende Ressourcenkriege, Zerstörung ganzer Ökosysteme, extreme Wetterereignisse, Überschwemmungen, Landflucht usw.
Auch Peter Hennicke und Susanne Bodach vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie gehen in ihrem Buch „Energie Revolution“ deutlich auf diese Risiken ein. Ein besonderes Augenmerk legen sie jedoch auf die Frage, was unserer derzeitiges Energiesystem für Entwicklungsländer bedeutet. Noch immer haben 1,6 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern keinen Zugang zu Energie, während in Industrieländer Energie immer und zum Überfluss zur Verfügung steht. Die Verteilungsungerechtigkeit ist also offensichtlich. Ohne Strom gibt es aber weder eine ausreichende Gesundheitsversorgung noch genügend Bildungschancen für kommende Generationen, außerdem schränken fehlende Informations- und Kommunikationstechnologien die Erwerbsmöglichkeiten der Betroffenen stark ein. Dass Entwicklung ohne Energie unmöglich ist, steht außer Frage. Wird die Energieversorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern, deren Nachfrage aufgrund von Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum massiv steigt, jedoch von Öl, Gas und Kohle abhängig gemacht, stellt dies keine Basis für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung dar.Schon heute geben viele Entwicklungsländer mehr für ihre Energieimporte aus als sie durch Exporte einnehmen und es wird zunehmend zu einem Verteilungskampf kommen.
Somit zeigen die beiden Autoren, dass die fossilen Energieträger, auf welchen unser System überwiegend basiert, nicht nur die natürlichen Lebensgrundlagen der Erde und unser Klima, sondern auch den Frieden in weiten Teilen der Welt, soziale Gerechtigkeit und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung gefährden.
Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer stehen also vor einer enormen globalen Herausforderung, für die es gilt, gemeinsame, wenn auch unterschiedliche Verantwortlichkeiten zu übernehmen.
Fazit
Hennicke und Bodach zeigen, dass eine Energieversorgung ohne fossile Energieträger und Atomenergie realistisch möglich wäre, anhand von vielen Beispielen aus Europa, aber auch aus Schwellen- und Entwicklungsländern in Südamerika, Asien oder Afrika,wie einer solarbetriebene Bäckereien in Kamerun, das DESERTEC-Konzept oder die Mustersanierung der größten Universität Lateinamerikas in Mexiko-City vor. Sie skizzieren Technologien und Instrumente, die der Energieeffizienz und den erneuerbaren Energien zum Durchbruch verhelfen können. Dabei wird deutlich, dass es bei der Frage nach einer Energierevolution weniger um die Kontroverse nach geeigneten Technologien geht, als um massive Interessen von multinationalen Konzernen und Staaten.
Peter Hennicke, Susanne Bodach
Energierevolution. Effizienzsteigerung und erneuerbare Energien als neue globale Herausforderung
April 2010, 221 Seiten,
ISBN 978-3-86581-205-6
19,90 Euro
















