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Japanische Umweltschützerin absolviert Strahlenschutztraining bei österreichischem Bundesheer
Das österreichische Bundesheer ermöglichte der japanischen Umweltschützerin Akiko Yoshida eine fundierte Ausbildung im Strahlenschutz und im Umgang mit einem Geigerzähler. Yoshida freut sich über die Hilfe, denn für Zivilisten und kritische Umweltschützer ist eine solche Ausbildung in Japan nicht möglich. Zu Gast bei GLOBAL 2000 erzählt Sie uns vom Leben im Japan nach der Katastrophe.
GLOBAL 2000: Wie lebt Japan nach der verheerenden Katastrophe vom 11. März 2011?
Yoshida: Die Schäden, die das Erdbeben und der Tsunami angerichtet haben sind unvorstellbar groß. Viele Menschen sind in provisorischen Unterkünften, wie z.B. Sporthallen, untergebracht. Viele haben ihre Arbeit verloren. Das Leben in Tokyo und im Westen von Japan ist jedoch wieder ziemlich normal geworden. Die Menschen denken nicht mehr so gerne an den Tsunami und das Erdbeben. Die Atomkatastrophe bleibt uns aber noch länger im Gedächtnis, denn es wird weiterhin Strahlung freigesetzt, permament passieren Unfälle im AKW Fukushima.
GLOBAL 2000: Wie hoch ist momentan die Belastung in Fukushima?
Yoshida: In manchen Städten in der Region wurden mehr als 3,8 mSv gemessen. Der Normalwert liegt bei 0,1 mSv und weniger.
GLOBAL 2000: Auch in Schulen ist das ein Problem. Wie sieht die Situation dort aus?
Yoshida: Weil die Strahlenverseuchung unsichtbar ist, wird das oft nicht wahrgenommen. Einige Leute glauben nicht an ein erhöhtes Risiko. Früher haben viele Experten gesagt, dass die erhöhte Strahlung kein Problem darstellt. Bis 100 mSv wäre auch ok. Für viele ist es nicht vorstellbar umzuziehen. Sie können die Gefahren nicht sehen. Von der Regierung wurde die Strahlungs-Problematik erst sehr spät wahrgenommen.
GLOBAL 2000: Wie steht Japans Regierung nach der AKW-Katastrophe zum Atomausstieg?
Yoshida: Präsident Kan hat vor wenigen Tagen beim G8-Gipfel in Frankreich die Energiewende für Japan angekündigt. Dabei handelt es sich aber nicht um eine richtige Energiewende. Erneuerbare Energien sollen zwar ausgebaut werden, Atomkraft und Fossilenergie bleiben aber. Das ist keine Wende!
GLOBAL 2000: Was macht FoE Japan zu dieser Debatte?
Yoshida: Wir planen jetzt mit anderen Organisationen gegen diese Energiepolitik aktiv zu werden. Wir fordern eine echte Energiewende und keine kosmetischen Lösungen. Die unsicheren AKW müssen umgehend abgeschaltet werden.
GLOBAL 2000: Wie sehen die JapanerInnen die Atomkraft zurzeit?
Yoshida: Viele haben gemerkt, dass die Regierung Atomkraft-Märchen erzählt hat. Sie haben den JapanerInnen gesagt, dass Atomkraft sicher, sauber und gut für den Klimaschutz ist. Die Realität wurde uns nun beinhart vor Augen geführt. Viele Menschen demonstrieren jetzt auf den Straßen, unterzeichnen Petitionen, beklagen sich bei den PolitikerInnen. Viele davon sind Eltern die sich große Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen.
GLOBAL 2000: Bis wann wäre ein Ausstieg aus der Atomkraft für Japan möglich?
Yoshida: Manche NGOs fordern eine sofortige Abschaltung, einige sehen den Ausstieg realistischer indem alte AKW zuerst gestoppt werden und dann Schritt für Schritt der Ausstieg erfolgt. Einen genauen Zeitpunkt gibt es noch nicht, aber bis 2030 halten wir es für möglich, wenn kein neues AKW gebaut wird.
(von Victoria Zedlacher)



















