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Bio und Fairtrade – Trendwende zu grüner Modelandschaft
Sie sind international erfolgreiche DesignerInnen und präsentieren ihre Mode in den Modemetropolen Paris, London und Mailand. Claudia Rosa Lukas und Wolfgang Langeder sprechen mit GLOBAL 2000 über Nachhaltigkeit und über die Bedeutung von Recycling in der österreichischen Modelandschaft.
GLOBAL 2000: Was bedeutet für euch nachhaltige Mode und inwiefern spielt diese in Österreich eine Rolle?
Lukas: Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle in der Modebranche. In den letzten Jahren hat sich eine sehr aktive „Green“- Bewegung entwickelt. Es gibt schon um die 30 Labels, die mit der Marke Green, Fair, Bio arbeiten. Nachhaltige Mode bedeutet Qualität in der Verarbeitung, damit die Kleidung länger als nur eine Saison getragen werden kann. Nachhaltige Mode bedeutet aber auch zeitloses Design. Man muss wissen, dass die Mode auch noch in drei, vier Jahren gut aussieht und getragen werden kann. Kunststoffe nimmt kaum jemand mehr. Man trägt sie auch nicht gerne. Das ist auch ein Zeichen von Qualität.
Langeder: Zu nachhaltiger Mode gehören Materialien, die zertifiziert sind und deren Herstellungsbedingungen geprüft sind.
GLOBAL 2000: Ist Recycling ein Thema in der österreichischen Modelandschaft?
Lukas: Auf jeden Fall. Es gibt DesignerInnen, die aus alten Materialien (z.B. Fahrradschläuchen) wieder neue Produkte, wie Taschen und Accessoires herstellen, sogenannte "re-made Fashion".
Langeder: Eine gute Idee ist auch das „Cradle to Cradle Produktionssystem“ der Firma Backhausen. Die Textilien werden auch nach Jahren wieder zurückgenommen und entweder wieder verwertet oder entsprechend entsorgt.
GLOBAL 2000: Mode und lange Tragdauer. Ist das ein Widerspruch?
Lukas: Das Business ist so ausgerichtet, dass man zweimal im Jahr auf den Markt geht. Die Leute wollen immer etwas Neues sehen. Es hat aber in letzter Zeit eine Trendwende stattgefunden. Die Leute geben gerne mehr für ein Teil mit guter Qualität aus, welches sie dann auch länger tragen können.
Langeder: In Österreich ist Tradition wichtig. Hier sind die Leute ein bisschen konservativer und somit ist auch das Bewahren von Produkten ein Thema.
GLOBAL 2000: Was könnte man eurer Meinung nach tun, damit DesignerInnen mehr für das Thema sensibilisiert werden?
Lukas: Im Moment wird immer mehr getan, weil die Medien auf das Thema aufmerksam geworden sind. Immer mehr große Firmen führen eine eigene „Green-Schiene“. Manches ist aber auch reine Marketingstrategie. Ich glaube, dass die Medien noch mehr darüber berichten müssten, damit es in die Köpfe der Menschen kommt.
Langeder: Es sind auch Einzelinitiativen notwendig. Es wäre wichtig, dass im Verbund Messen, Veranstaltungen und Kongresse organisiert werden. Das Thema müsste etwas weg von dem alternativen Umfeld, hinein in den luxus- und alltäglichen Bereich gebracht werden, sodass das Thema selbstverständlich wird.
GLOBAL 2000: Habt ihr drei Tipps für die Politik bereit, wie man Österreich als Standort für junge ModedesignerInnen attraktiver gestalten kann?
Langeder: Mode ist ein internationales Business und es gibt viel zu wenige Verbindungen zu diesem internationalen Netzwerk. Deshalb versuchen wir auch mit AustrianFashion.net Connections aufzubauen und dieses Netzwerk auch anderen jungen Designern zur Verfügung zu stellen. Ich würde PolitikerInnen empfehlen, Mode weniger als Event zu sehen. Wenn ein Veranstalter für die Stadt Wien eine Modeschau organisiert, dann funktioniert das für die Tourismuswerbung. Die Stadt Wien profitiert davon. Der Designer, die Designerin hat letzten Endes nichts davon, weil keine Einkäufer und keine Journalisten anwesend sind. Genau das brauchen wir aber.
Lukas: Die VeranstalterInnen denken sich, da machen wir ein super Event, da machen wir ein paar tolle Bilder und das war´s dann auch schon. Da kommt nicht sehr viel Retour für die DesignerInnen.
Langeder: Es gibt zu wenige Förderungen im Modebereich. Unterschiedliche Institutionen und politische Entscheidungsträger müssten gezielt und langfristig in Mode investieren.
Claudia Rosa Lukas und Wolfgang Langeder sind MitbegründerInnen der Webseite www.austrianfashion.net. Diese dient als Austauschplattform für Österreichs Modeschaffende und soll die Wahrnehmung von heimischem Modedesign im Ausland stärken.
(von Inga Stocker)

















