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Schlank mit Ananas?
Ausgehungert werden höchstens die PlantagenarbeiterInnen. Schon vor über einem Jahr veröffentlichte GLOBAL 2000 den „Ananas Report“, der auf die verheerenden Arbeits- und Umweltbedingungen des konventionellen Ananasanbaus in Costa Rica aufmerksam machte – Was hat sich seither getan?
Dank der so genannten Hollywood-Diät, die in den 20er-Jahren entwickelt wurde, genießt die Ananas auch heute noch den Ruf, schlank zu machen. Dass dem gar nicht so ist, begründet Barbara Klamper, Diätologin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien, so: „Die Ananas wird aufgrund des enthaltenen Enzyms Bromelain häufig als „Fatburner“ empfohlen. Dabei handelt es sich jedoch um einen Irrglauben. Enzyme sind Eiweiße, die bereits im Magen gespalten werden und daher nicht intakt im Körper dorthin gelangen wo sie Fettverbrennen könnten. Auch der vielfach zitierte „hohe Gehalt an Vitamin C“ bestätigt sich nicht. Vergleicht man eine Scheibe Ananas (100 g) mit einem kleinen Apfel (100 g) so liefert dieser in etwas die gleiche Menge an Vitamin C und Energie.“
So weit so gut – aber so viele von uns gelüstet es ohne Hintergedanken nach der tropischen Ananas: ob als Saft, als Dessert oder als Hauptgericht – auf Ananas lässt sich schwer verzichten? – sollte man aber, zumindest auf konventionell angebaute. Denn schlecht werden kann einem schon, wenn man sich die Bedingungen, unter denen konventionelle Ananas erzeugt werden, genauer ansieht. Die Ananasproduktion zerstört Regenwälder, gefährdet die Biodiversität und verunreinigt wegen des hohen Pestizideinsatzes das Trinkwasser zahlreicher Dörfer Costa Ricas. Die Arbeitsbedingungen vor Ort sind äußerst prekär.
Was hat sich getan?
Aufgerüttelt durch unseren Ananas-Report entschieden gleich mehrere Supermarktketten (Merkur, Billa, Adeg und seit kurzem bei Gourmet- und Interspar) Bio-Ananas aus fairem Handel anzubieten. Allerdings leider nicht immer in allen Filialen. Um das Thema aber nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, war GLOBAL 2000 Ende 2008 zu einem Lokalaugenschein vor Ort und begleitete JournalistInnen auf einer Erkundungstour durch konventionelle Ananasplantagen. Die daraus resultierende kritische Medienberichterstattung trug zur Sensibilisierung der Bevölkerung bei. Nun aber ist jedeR Einzelne gefragt:
Wenn Sie sich aus geschmacklichen Gründen ab und zu eine Ananas gönnen wollen, dann greifen Sie zu Ananas aus biologischem Anbau und fairem Handel. Sollten diese in Ihrer Supermarktfiliale nicht angeboten werden, dann fragen Sie danach. Nur wenn die Anbieter bemerken, dass genügend Nachfrage nach den qualitativ und auch geschmacklich hochwertigeren Bio- Und FairTrade-Ananas besteht, werden sie diese langfristig in ihr Sortiment aufnehmen.

















