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Österreich wird atomstromfrei
Beim Gipfeltreffen im vergangenen April zwischen Umweltorganisationen, Energiewirtschaft und Bundesregierung wurde die zukünftige Atomstromfreiheit Österreichs beschlossen. Jede Kilowattstunde Strom, die in Österreich verwendet wird, muss mit Herkunftszertifikaten belegt werden. Endlich: ein Riesenerfolg nach einer langen Durststrecke.
TEXT VON ASTRID BREIT, GLOBAL NEWS-REDAKTION
Mit dem Beschluss einer lückenlosen Stromkennzeichnung und dem Verzicht der Energieversorgungsunternehmen auf Atomstrom wird der Atomstrom aus Österreich verbannt. Ich habe mit Klaus Kastenhofer, GLOBAL 2000-Geschäftsführer, über diesen monumentalen Erfolg gesprochen.
In welchem Zeitrahmen soll dieses große Vorhaben denn nun umgesetzt werden?
Für HaushaltskundInnen treten die Bestimmungen bereits mit dem ersten Jänner 2013 in Kraft, ab Jänner 2015 wird auch die Industrie nur noch mit atomfreiem Strom versorgt. Niemand darf dann mehr so genannten Graustrom, also Strom unbekannter Herkunft, geliefert bekommen — dafür wird es eine Gesetzesänderung geben.
Und die Energieversorgungsunternehmen (EVU) werden dann tatsächlich keinen Atomstrom mehr beziehen?
Ja, dazu verpflichten sie sich. Es wird sogar ein „Atomstromfrei-Gütesiegel“ geben. Damit können die EVU dann ihren KundInnen beweisen, dass sie keinerlei Atomstrom liefern oder verwenden. EVUs, die nur sauberen Strom aus Sonne, Wind und Wasser liefern, wie jetzt schon die Ökostrom AG und die Alpen-Adria-Energie, können das mit einem färbigen Gütesiegel kenntlich machen.
Was ist mit Unternehmen, die direkt von einem ausländischen Energielieferanten Strom beziehen?
Diese könnten noch teilweise mit Atomstrom versorgt werden. Allerdings handelt es sich dabei um einige wenige Unternehmen, die sicher keinen Wert darauf legen, in der Öffentlichkeit als Atomstromkunden dazustehen. Ohne das Atomstromfrei-Gütesiegel wären sie als solche ja dann schnell entlarvt.
Das ist zwar schön und gut für Österreich. Im großen Kampf für ein atomstromfreies Europa bringt es uns aber nur einen relativ kleinen Schritt vorwärts.
Das sehe ich anders. Unser nationaler Erfolg gegen die Atomkraft geht weit über Österreich hinaus. Er bewirkt eine hohe Signalwirkung in Richtung potentieller Atomkraft-InvestorInnen. Für jene wird damit noch deutlicher, dass die AbnehmerInnen wegbrechen. Im Hinblick auf die ohnehin nicht besonders rosigen Aussichten für die Atomindustrie ist das ein weiteres Argument, auf AKW-Neubauprojekte zu verzichten, und stattdessen in erneuerbare Energien zu investieren.
Hände in den Schoß legen ist wahrscheinlich dennoch nicht angesagt?
Natürlich nicht. Jetzt arbeiten wir daran, dass andere Staaten unserem Beispiel folgen.

















