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Baumwolle - lebensnotwendig oder lebensgefährlich?
Im Rahmen des Ressourcen-Projekts REdUSE haben unsere FoE-PartnerInnen in Togo und Kamerun Feldforschung betrieben. Ein Lokalaugenschein zu den erschreckenden Auswirkungen des Baumwollanbaus auf Bevölkerung und Umwelt vor Ort.
Die Landwirtschaft zählt in vielen Regionen zu den wasserintensivsten Wirtschaftssektoren, so auch im zentralafrikanischen Kamerun und im westafrikanischen Togo. Unvorstellbare Wassermengen werden zur Bewässerung und Weiterverarbeitung der Pflanzen eingesetzt. In trockenen Gebieten fatal: Die Menschen, die in Togo oder Kamerun in ländlichen Gebieten leben, sind aufgrund der fehlenden oder schlechten öffentlichen Wasserversorgung auf das Wasser aus Brunnen und lokalen Wasserstellen angewiesen. Diese führen aber oft nicht genug Wasser und befinden sich in einem kritischen Zustand. In der Trockenzeit, wenn die Brunnen versiegen, müssen die Frauen vielerorts etwa acht bis 16 Kilometer am Tag zurücklegen, um Wasser zu holen. Das Wasser, das sie aus Flüssen und Wasserstellen schöpfen, ist stark verschmutzt und gesundheitsschädigend.
„Unser Trinkwasser kommt aus denselben Pfützen, aus denen das Vieh trinkt und in denen es badet. Bei extremer Dürre müssen wir im Flussbett nach Wasser graben, um nicht zu verdursten“, berichtet eine Frau aus Togo. Fäkal-Rückstände und aus der Landwirtschaft stammende Pestizide und Düngemittel machen das Wasser ohne weitere Aufbereitung ungenießbar. Es wird dennoch getrunken, viele Menschen sterben daran.

Massiver Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln
Um die Erträge aus dem Baumwollanbau trotz Übernutzung der Böden und der Anfälligkeit der Pflanze auf Schädlinge aufrecht zu erhalten, werden in großem Stil extrem giftige chemische Dünger und unterschiedliche Pestizide eingesetzt. Die PestizidarbeiterInnen tragen in den seltensten Fällen Schutzkleidung. Verätzungen und akute gesundheitliche Probleme wie Kopf- und Bauchschmerzen, Durchfälle und Brechreiz und eine steigende Häufigkeit von Krebserkrankungen unter den LandarbeiterInnen sind die Folge.
Betroffen sind aber nicht nur Menschen, die im Baumwollanbau beschäftigt sind. Die giftigen Substanzen gelangen in den Wasserkreislauf oder werden vom Wind in nahe gelegene Dörfer getragen. Deshalb leidet die Bevölkerung aus der Umgebung ebenfalls unter gesundheitlichen Problemen. Ein nahe der Baumwollplantagen lebender Ziegenhirte aus Kamerun erzählt, dass die Tiere, die während der Erntezeit in den Plantagen nach Futter suchen, qualvoll verenden.
Zudem sind die Preise für Spritzmittel in den letzten zehn Jahren stark angestiegen. Die Einkünfte aus dem Baumwollanbau werden immer geringer und um zu überleben, arbeitet bereits die ganze Familie auf den Feldern mit — auch die Jüngsten, die zur Erntezeit dem Unterricht fern bleiben müssen.
Wirtschaftliche Abhängigkeit vom Baumwollanbau
Vor einigen Jahren war der Baumwollanbau in ländlichen Regionen noch ein gutes Geschäft. Viele Bauern stiegen ausschließlich auf Baumwolle um. Doch ist der Anbau von Baumwolle für die kleinen Familienbetriebe sehr aufwendig. Zur Bewässerung der Felder bedarf es ausreichender Regenfälle. Außerdem müssen die Felder das ganze Jahr über gedüngt und gespritzt werden. Da die Familien meist keine Maschinen besitzen, verrichten sie alles manuell. In ernteschwachen Jahren bangen viele um ihre Existenz, da sie zum Kauf ihrer Nahrung auf die Einkünfte aus dem Baumwollanbau angewiesen sind. Gleichzeitig werden durch die Übernutzung der Böden die Erträge immer geringer.
Übernutzung der Böden
Der Druck auf die Ressource Land verstärkt sich durch den intensiven Baumwollanbau. Es fehlt an unbewirtschaftetem Land zum Wechsel der Anbauflächen. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen sind fast ausgeschöpft. Daher verzichtet man darauf, das Land zwischendurch durch Brache erholen zu lassen. Die Erde wird so lange bearbeitet, bis sie nichts mehr hergibt und als „tote Erde“ zurückbleibt. Die Suche nach neuen Anbaugebieten beginnt. In Kamerun werden dafür Wälder gerodet und wertvolle Habitate für Flora und Fauna zerstört. Die Artenvielfalt in diesen Gebieten ist durch die Landwirtschaft ernsthaft bedroht.
Wir wollen Kleinbauern und -bäuerinnen in Togo über die wirklichen Gefahren, denen sie Tag für Tag ausgesetzt sind, aufklären. GLOBAL 2000 startet daher gemeinsam mit Friends of the Earth Togo ein Sofortmaßnahmen-Projekt: Wir wollen die Bauern informieren und sie mit lebensnotwendigem Wissen über den Umgang mit diesen Giften versorgen.
Dazu werden wir mit Ihrer Hilfe
… Kleinbauern und -bäuerinnen aus den Baumwoll-Regionen zu einem gemeinsamen Treffen einladen.
… erstmals profund über die Gefahren agrochemischer Mittel aufklären: Wie gefährlich die eingesetzten Herbizide und Insektizide sind. Was für den sachgemäßen Umgang dringend notwendig ist und welche Schutzmaßnahmen es gibt.
… Kleinbauern dabei helfen, den Einsatz von Pestiziden und anderen Agrogiften zu reduzieren.
… dafür sorgen, dass die Informationen und das praktische Wissen im Schneeballprinzip in alle Dörfer gebracht werden.
Dafür brauchen wir dringend Ihre Spende:
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für Transport, Verpflegung und Unterbringung der Kleinbauern und -bäuerinnen
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für die Produktion und Vervielfältigung von verständlichem Informationsmaterial.
GLOBAL 2000 hat das Wissen – und Sie können uns mir Ihrer Spende helfen, dieses Vorhaben umzusetzen. Danke.
Mehr zum Thema unter reduse.org . Den vollständigen Report „WIE GEWONNEN, SO ZERRONNEN. Vom steigenden Ressourcenverbrauch und den Auswirkungen auf Wasser“ finden Sie unter ressourcenreport.global2000 zum Download.
















