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Wildes, unbändiges, wertloses Land?
15 Jahre gibt es bereits das GLOBAL 2000-Projekt „COAMA“ (Consolidación Amazónica) – ein Projekt zur Unterstützung der indigenen Gruppen Kolumbiens im Amazonasbecken. Von Anfang an hat uns die OEZA, die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit, dabei finanziell unterstützt. 
1993 setzt sich GLOBAL 2000, im Rahmen von COAMA, einem lokalen Netzwerk von NGOs, Einzelpersonen und indianischen Gemeinschaften, für den Schutz des Amazonasregenwaldes ein. Im Mittelpunkt stehen für GLOBAL 2000 immer die Menschen, die im und mit dem Regenwald leben. Denn nur sie können diesen als Lebensgrundlage erhalten.
Der Regenwald galt als wildes, unbändiges, wertloses Land
Zu Beginn unserer Arbeit war die Ausgangslage speziell in den Flusssystemen des Caquetá und Apapóris denkbar schlecht: Viele der dort ansässigen indigenen Gruppen waren von Kautschukbaronen als Sklaven dort ausgesetzt worden, nachdem sie mehrere Generationen Zwangsarbeit verrichten mussten. Sie waren ihren angestammten Gebieten entwurzelt worden, ihre Traditionen waren gebrochen. Die Kirche bemächtigte sich mit Gewalt, unter Hilfe des Militärs, der Kinder. Diese wurden jahrelang in Internate gesteckt, wo ihnen unter Androhung von sadistischen Strafen und unter permanenter Demütigung das westliche Weltbild nahe gelegt wurde. Das Sprechen von indianischen Sprachen war dort verboten und die indigenen Religionen als Werk des Satans verpönt. Der Regenwald galt als wildes, unbändiges, wertloses Land, dass nur durch Abholzung verwertet werden konnte.
Was diese Gemeinschaften also dringend brauchten, war eine Stärkung von innen heraus. Im Rahmen von COAMA ging GLOBAL 2000 also behutsam dazu über, die Gemeinschaften zu stärken und tragfähig zu machen. Es wurden wieder Malokas, Gemeinschaftshäuser, gebaut, in denen in nächtelangen Festen, Ritualen und Besprechungen die Gemeinschaft gelenkt wird. Die Schamanen – Payés genannt – übernahmen nach und nach wieder die spirituelle Führung der Menschen. Ihre Anweisungen bei der Jagd, dem Fischfang oder den Rodungen und Pflanzungen dürfen keinesfalls übergangen werden, denn der Schamane steht mit den Seelen der Tiere und Pflanzen in Verbindung. So wird gewährleistet, dass der Natur nur so viel entnommen wird, dass das natürliche Gleichgewicht des Regenwaldes erhalten bleibt.
Die politische Führung wurde von gewählten Capitanes übernommen. Die so neu entstandenen indianische Organisationen, so genannte ATIs, unterstützen einander und treten geschlossen für ihre Rechte ein.
Die Kinder sind wieder zu Hause
Durch die neue Einheit untereinander war es den Indigenen möglich, ihre Kinder nach Hause zu holen. Ihr größter Wunsch war es, deren Erziehung selbst gestalten zu können. Laut Verfassung steht den Indigenen zwar ihr eigenes Bildungssystem zu. Allerdings wurden die Voraussetzungen dazu von BürokratInnen definiert, die ihrerseits nie auch nur einen Fuß in das Amazonasbecken gesetzt hatten. GLOBAL 2000 baute gemeinsam mit den Indigenen schrittweise ein neues Bildungssystem auf. Dieses wurde schließlich staatlich genehmigt und auch finanziert. Ähnlich war es mit dem Gesundheitssystem, das ebenfalls vom Staat Kolumbien bezahlt wird. Dieses System der Arbeitsteilung von Payés und westlichen MedizinerInnen ist weltweit einzigartig.
All diese Entwicklungen werden von anderen Gruppen entfernter Gebiete aufmerksam beobachtet, die mit der Bitte an die Fundación GAIA herantreten, ihrerseits beraten zu werden. Das Modell der kulturell sensiblen Zusammenarbeit wird von internationalen BeobachterInnen besucht, und teilweise bereits in Afrika kopiert.
GLOBAL 2000 hat durch dieses Projekt die Erfahrung gemacht, dass die Zusammenarbeit mit den Menschen im Regenwald die zukunftsfähigste, wirtschaftlichste und menschlichste Methode ist, den Regenwald zu retten.
Für unser Klima, ebenso wie für die Biodiversität sind Regenwälder von unschätzbarem Wert. Ein Hektar Regenwald bindet mindestens 1000 Tonnen CO2. Die von der Fundación GAIA mittlerweile betreuten Gebiete umfassen mehr als 20 Mio. Hektar, die nachhaltig geschützt werden, womit etwa 20 Millarden Tonnen CO2 am Entweichen gehindert werden. Dafür hat die OEZA in den letzten 15 Jahren eineinhalb Millionen Euro zur Verfügung gestellt. GLOBAL 2000 sagt Danke!
Erfolg für GLOBAL 2000
Seit Jahren arbeitet GLOBAL 2000 mit den KautschukzapferInnen (Seringueiros) im Amazonas-Regenwald zusammen. Derzeit betreuen wir 2,8 Millionen Hektar so genannter Sammelreservate. Die beiden Schutzgebiete „Resex Ituxi“ und „Resex Medio Purus“ wurden nun Ende 2008 von der brasilianischen Regierung endlich rechtlich anerkannt. Damit besitzen die Seringueiros das verbriefte Recht darauf, die Früchte des Regenwaldes zu verwerten.


















