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Teures Design auf Kosten der Umwelt

Die Kaffeekapsel: Präsentiert durch George Clooney, erreicht sie einen einzigartigen Höhenflug. Sie ist einfach handhabbar, schön bunt und ein Designobjekt für die moderne Küche. Und sie ist aus Aluminium und damit garantiert umweltschädlich.

Henry Klingberg/PIXELIO

Für die Herstellung von Aluminium werden große Mengen an Rohstoffen und Energie benötigt. Rund zwei Prozent des Weltstromverbrauchs gehen auf das Konto der Aluminiumproduktion. Zum Abbau des Aluminiumrohstoffs Bauxit werden brasilianische Regenwälder und sibirische Urwälder gerodet und große Landstriche zur Energiegewinnung durch Staudämme unter Wasser gesetzt.

Bei der Aluminiumerzeugung fallen hoch giftige Abfallprodukte an, die die dort lebenden Menschen massiv belasten und Erde und Wasser verseuchen – ganz zu schweigen von der verheerenden Auswirkung der Rodungen auf die Klimabilanz. Bei Nespresso scheint man sich dieser Problematik durchaus bewusst zu sein. Und um vor den KonsumentInnen – die für Umweltbelange zunehmend sensibel sind – das Gesicht zu wahren, gibt man sich umweltfreundlich. „Die Kaffeekapsel ist zu 100 Prozent wiederverwertbar“, so steht es auf der Homepage von Nespresso. „Beim Recycling der Kaffeekapselhülle aus Aluminium kann im Vergleich zur Herstellung 95 Prozent Energie gespart werden“, heißt es weiter. Das ist schlichtweg falsch. Selbst bei der Wiederverwertung reinen Alublechs werden laut Berechnungen der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) nur 83 Prozent Energie im Vergleich zur Neuproduktion gespart. Die Nespressokapsel muss vor der Wiederverwertung aber erst noch von Kaffeerückständen befreit werden und vor allem muss sie überhaupt erst einmal recycelt werden.

Caro Steiger

Für Österreich strebt Nespresso bis zum Ende des Jahres eine Recyclingquote von 50 Prozent an. Dieses ehrgeizige Ziel, das wohl kaum zu erreichen sein dürfte, reicht aber dennoch nicht für eine positive Ökobilanz. Erst bei einer 80-prozentigen Recyclingquote wären Aluminium-Kaffeekapseln bezüglich ihrer Ökobilanz mit Plastik-Kaffeekapseln auf einer Stufe. Selbstredend, dass auch Plastikkapseln nicht das Gelbe vom Ei sind, denn auch sie produzieren unnötigen Müll zu Lasten unserer Umwelt. Steigen wir doch wieder auf das gute alte lose Kaffepulver um und genießen wir unseren Espresso – und zwar ohne Reue.

letztes Update: 26.03.2010 10:01
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