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EFSA - Gesundheit in schlechten Händen

Im Juni veröffentlichte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA ein Gutachten, in dem sie die Sicherheit des Gentech-Mais Mon 810 von Monsanto feststellte. Einen Monat später ging GLOBAL 2000 mit einem kritischen Bericht zu diesem EFSA-Gutachten an die Öffentlichkeit und deckte schwere Mängel auf.

Klicker/PIXELIO

Der vom US Genmulti Monsanto erzeugte und von der EU durch ihren Pro-Gentech-Kurs geförderte Genmais MON 810 beinhaltet nachweislich ein unbekanntes synthetisches Protein, dass von der EFSA nicht getestet worden ist. Wichtige Studien, die die Risiken dieses Gentechmais aufzeigen, wurden nicht berücksichtigt. Da die Vorwürfe von GLOBAL 2000 gut begründet und mit wissenschaftlichen Fakten belegt waren, hat die EU-Kommission die EFSA aufgefordert, zu den Vorwürfen von GLOBAL 2000 Stellung zu nehmen. Daraufhin lud die EFSA im Oktober GLOBAL 2000 zu einer Aussprache in die EFSA Hauptzentrale nach Parma in Italien. Außer den VertreterInnen der EFSA und GLOBAL 2000 waren auch zwei SprecherInnen der EU Kommission anwesend.

Michael Bührke/PIXELIO

Es gelang dem Vorsitzenden der EFSA Gentecharbeitsgruppe Dr. Harry Kuiper nicht, unsere Vorwürfe zu entkräften. Er wusste schlichtweg nicht, ob das unbekannte synthetische Protein im Gentechmais sicher ist und gestand ein, es nicht eigens getestet zu haben. Kuiper verwies auf einen 90 Tage-Test, bei dem die ganze Maispflanze und damit auch indirekt besagtes Protein im Verbund mit anderen Proteinen getestet worden sei. Ein solcher Test ist jedoch ungeeignet um Risiken durch neue Wirkmechanismen zu erfassen. Zudem ist eine dreimonatige Testphase viel zu kurz, um alle Risiken für die Sicherheit des Menschen auszuschließen. Die gesetzlich vorgeschriebene Prüfdauer bezüglich Langzeitrisiken liegt bei zwei Jahren.

Zu einem weiteren Thema kamen die EFSA-VertreterInnen ebenfalls schwer in Bedrängnis. GLOBAL 2000 wies ihnen nach, die EU Kommission angelogen und damit ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt zu haben. Die EFSA hatte nämlich behauptet, dass nach dem Verzehr von Genmais MON 810 keine synthetischen Gen-Fragmente desselben im Blut nachgewiesen werden könnten. Der italienische Wissenschaftler Raffaele Mazza von der Univerität von Piacenza (Italien) bewies in einer international anerkannten Studie jedoch genau das Gegenteil. Die EU Kommission forderte daraufhin eine Korrektur dieser Aussage, von der die EFSA jedoch absah. Dieses Versäumnis blieb ohne Konsequenzen. Das bedeutet, dass sich die EU Kommission von der EFSA belügen hat lassen, ohne zu handeln. Das Gutachten der EFSA ist somit absolut unglaubwürdig und die Risikoüberprüfung eindeutig in schlechten Händen. GLOBAL 2000 wird weiter die EFSA unter Druck setzen und eine Abberufung der derzeitigen EFSA-WissenschaftlerInnen fordern.

letztes Update: 24.09.2010 13:58
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