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Ein sauberer See
In Österreich gibt es nur zwei Ökostromanbieter. Die AAE Naturstromvertrieb haben wir in der vorigen GLOBAL NEWS vorgestellt. Heute präsesntieren wir den anderen: die oekostrom AG. GLOBAL 2000 hat mit Horst Ebner, Vorstand des Unternehmens, gesprochen.
Die oekostrom AG hat insgesamt 26 MitarbeiterInnen und betreibt derzeit 18 Kraftwerke, davon 16 Windkraftwerke und zwei Photovoltaik-Kraftwerke im In- und Ausland. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt in der ökologischen Stromerzeugung, dem Stromhandel und dem Stromvertrieb. Die oekostrom AG wurde mit dem Ziel gegründet, eine nachhaltige Energiewirtschaft aufzubauen, KundInnen österreichweit mit „grünem“ Strom zu versorgen und den Ausbau erneuerbarer Energiequellen in Österreich zu forcieren. Die Grundidee der oekostrom AG ist die „Neuerfindung“ der Energiewirtschaft und die konsequente Einhaltung und Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitskriterien. Wenn Sie Ökostrom beziehen, tragen Sie zu diesem Vorhaben bei. Verzichten auch Sie auf Atomstrom.
Näheres auf stromfilz.global2000.at und atomausstieg.at
GLOBAL 2000: Herr Ebner, was halten Sie vom neuen Ökostromgesetz?
Ebner: Das Gesetz ist ja schon 2003 das erste Mal beschlossen worden, hat aber für den Ausbau an erneuerbaren Energien keine gute Grundlage geschaffen. Das neue Gesetz ist zwar besser, aber immer noch nicht so gut wie beispielsweise das deutsche Erneuerbare Energie Gesetz EEG. Das gibt es schon seit zehn Jahren, und Deutschland ist damit weltweiter Vorreiter für den Ausbau erneuerbarer Energien. Wir hätten gleich von Anfang an unser Gesetz an das deutsche anlehnen und auf eine Deckelung der Förderung verzichten sollen.
Glauben Sie, dass in Österreich mit dem neuen Ökostromgesetz Atomstromfreiheit möglich geworden ist?
Grundsätzlich ja. Solange es aber an Österreichs Grenzen AKWs gibt, wird auch Atomstrom in unserem Netz fließen. Wir können nämlich Atomstrom bilanziell verhindern, physikalisch ist das aber unmöglich. Deshalb müssen wir alle für einen europaweiten Atomstromausstieg kämpfen. Wer Ökostrom bezieht, ist bereits Atomstromaussteiger.
Was würden Sie jemandem sagen, der behauptet „Strom hat ja kein Mascherl. Egal bei welchem Anbieter ich bin, es fließt ja doch Atomstrom durch meine Leitungen.“?
Ich würde antworten, dass man sich das Stromnetz wie einen See vorstellen muss, der von guten Quellen – den erneuerbaren Energien – und von schlechten Quellen – fossile Energien und Atomstrom – gespeist wird. Je mehr gute Quellen es gibt, das heißt, je mehr KundInnen sich für Ökostrom entscheiden, desto sauberer wird der See. Und so können wir alle die Energiewende mitgestalten.
Wie schafft es die oekostrom AG als einer der beiden Ökostromanbieter Österreichs, bei dem Billigstromangebot aus Atomstrommix am Markt konkurrenzfähig zu bleiben?
Derzeit sind die Strompreise am Markt sehr hoch, das heißt die Billigstromanbieter machen hohe Gewinne. Unser Strom kostet in der Erzeugung zwar mehr Geld, aber wir haben erstens weniger Fixkosten und zweitens eine viel geringere Spanne – nur so können wir preislich mithalten..
Angenommen GLOBAL 2000 macht zu gute Werbung für erneuerbare Energien und ganz Österreich steigt auf Ökostrom um?
Wir von der oekostrom AG verstehen uns als Vermarktungsplattform. Je mehr KundInnen wir beliefern, desto mehr Kraftwerke können gebaut werden. Von heute auf morgen könnten wir natürlich nicht ganz Österreich mit Ökostrom versorgen. Derzeit könnten wir 15 Prozent aller ÖsterreicherInnen bedienen, aber mit ein wenig Vorlaufzeit sind auch 100 Prozent durchaus machbar. Sie können also ruhig weiter Werbung machen.
Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!


















