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Einstein wusste es, wir wissen es, nur Berlakovich nicht!
Die in anderen EU-Ländern längst verbotenen Neonicotinoide dürfen in Österreichs Landwirtschaft nach wie vor eingesetzt werden. Mit dem Ergebnis, dass jedes Jahr tausende Bienenvölker zugrunde gehen. Vielleicht sollte sich Berlakovich mal Einsteins apokalyptische Prognose durch den Kopf gehen lassen. Der wusste es schon vor über 100 Jahren :“Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben”.
TEXT VON HELMUT BURTSCHER, GLOBAL 2000-UMWELTCHEMIKER
Im vergangenen März präsentierte die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) den Melissa-Abschlussbericht zum Thema Bienensterben. GLOBAL 2000 kritisiert die darin empfohlenen Maßnahmen als unzulänglich. Seit Jahren schon beklagen unsere ImkerInnen in den Maisanbau-Gebieten ein massives Bienensterben. Schuld daran sind die Maisbeizmittel, die gegen den Maiswurzelbohrer, einen weit verbreiteten Schädling, eingesetzt werden. Maisbeizmittel enthalten Pestizide aus der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide, und diese greifen die Gesundheit der Bienenvölker massiv an, schwächen und töten sie.

Die AGES hat 2009 das MELISSA-Projekt gestartet, um den Zusammenhang zwischen dem Bienensterben und der Maisbeize zu untersuchen. Leider zieht sie die falschen Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen. Denn obwohl die Studie eindeutig den Zusammenhang zwischen diesen Pestiziden und dem Bienensterben bewiesen hat — was bisher immer abgestritten wurde — weigert sie sich weiterhin diese bienenschädlichen Pestizide zu verbieten.
Im April behauptete Jakob Auer, Präsident des Bauernbundes und Nationalratsabgeordneter, die Ausführungen von GLOBAL 2000 seien „grob verzerrende und unrichtige Darstellungen, wonach die Bauern alleinig für das Bienensterben verantwortlich gemacht werden“. GLOBAL 2000 hält hingegen LandwirtInnen neben Bienen und ImkerInnen ebenfalls für Opfer einer verfehlten Landwirtschaftspolitik, die anstatt auf Fruchtfolge auf den verpflichtenden Einsatz von bienenschädigenden Pestiziden setzt. Auer behauptet zwar, es gäbe seit 2012 in Österreich eine verpflichtende Fruchtfolge für Mais. Was der Bauernbund hier als Fruchtfolge bezeichnet, ist jedoch nichts anderes als eine Mais-Monokultur mit Unterbrechungen. Denn in dieser so genannten „Fruchtfolge“ ist vorgesehen, dass weiterhin drei Jahre hintereinander Mais angebaut wird und erst danach für ein Jahr unterbrochen wird. Das wird weder dem schädlichen Maiswurzelbohrer Einhalt bieten noch die anderen mit der Mais-Monokultur einhergehenden Umweltprobleme lösen.
GLOBAL 2000 fordert Berlakovich erneut mit Nachdruck dazu auf, endlich ein Verbot für Neonicotinoide zu verhängen und sich auf ökologisch sinnvolle Alternativen zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers zu konzentrieren.
















