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Sind wir von allen erneuerbaren Geistern verlassen?
Herannahende Klimakatastrophe, Reaktorunglück in Fukushima — so kann es nicht weitergehen. Wir brauchen eine Energiewende, und zwar auch in Österreich. Dass das nicht allen klar ist, zeigt die jüngste Aussage von Wirtschaftsminister Mitterlehner, der da meint, dass er wirklich nicht versteht, warum wir eine Energiewende brauchen, wenn der Anteil der Wasserkraft in Österreich eh schon so hoch ist ...
Tatsächlich deckt Österreich etwas mehr als 60 Prozent seines Stromverbrauchs aus Wasserkraft — Tendenz fallend. Steigender Stromverbrauch und stagnierender Ausbau erneuerbarer Energieträger haben Österreich vom einstigen Strom-Exporteur immer mehr zum (Atom-)Strom-Importeur gemacht. Politik und E-Wirtschaft ruhen sich auf den Lorbeeren unserer Großeltern aus.
Abgesehen von medienwirksamen PR-Auftritten der PolitikerInnen scheint Österreich von allen erneuerbaren Geistern verlassen zu sein. Politik und E-Wirtschaft bringen in Österreich kaum Impulse zur Energiewende. So verdient der Verbund, selbsternannter Wasserkraftkonzern, nicht nur prächtig mit dem Handel von Atomstrom, er investiert auch in den Bau von Kraftwerken, und zwar vorwiegend in Gaskraft- und Kohle- und nicht in Wasserkraftwerke. Der Spatenstich zum umstrittenen Gaskraftwerk in Mellach bei Graz ist bereits erfolgt und in Tufanbeyli, eine Stadt im Süden der Türkei, ist der Verbund sogar Bauherr eines Kohlekraftwerks, das mehr als sieben Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr verheizen und 3,5 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen wird.
Während die österreichischen Energie-Flaggschiffe fleißig in fossile Großkraftwerke investieren, kommen auch von der Politik völlig falsche Signale: Das Ökostromgesetz, das den Ausbau von erneuerbaren Energien in Österreich ankurbeln soll, wird nämlich von jenem Minister entworfen, der meint, dass wir gar keine Energiewende brauchen. Dementsprechend schaut der Entwurf zum neuen Gesetz auch aus: Zwar werden da große Töpfe präsentiert, nur sind die Bedingungen um an diese Töpfe zu kommen so, dass sich angehende Ökostrom-PionierInnen die Finger daran ganz gehörig verbrennen würden: Förderabschläge, Planungsunsicherheit und neue Schikanen prägen das Gesetz.
GLOBAL 2000 hat dazu eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben und setzt sich dafür ein, dass auch in Österreich möglich wird, was in vielen Ländern Europas bereits Realität ist: der Ausbau von modernen und sauberen Energiequellen und eine Energiewende, die uns nicht nur Energie für unser tägliches Leben liefert, sondern auch das Klima schützt und uns von Importen aus Krisenregionen unabhängig macht.
















