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Unsere Ferienaufenthalte — ein erfolgreiches Konzept

Seit über 15 Jahren holt GLOBAL 2000 im Rahmen des Tschernobyl-Kinder-Projekts jedes Jahr rund 150 Kinder zur Erholung nach Österreich. Kinder, deren Alltag von Krankheit und Not gezeichnet ist, die in diesen drei Wochen erfahren, wie lebenswert das Leben sein kann. Diese Erfahrung hilft ihnen, wieder gesund zu werden. Trotz des bahnbrechenden Erfolgs unserer Erholungsaktionen hat sich ihr Konzept dennoch im Laufe der Jahre gewandelt.

Im April 1996 brachte GLOBAL 2000 die ersten kranken Kinder zur Erholung nach Österreich. Was ursprünglich als einmalige Aktion geplant war, wurde bald zum fixen Bestandteil unseres Tschernobyl-Kinder-Projekts.
 
Anfangs wurden die kleinen UkrainerInnen bei ausgesuchten Gastfamilien untergebracht, die sich rührend um sie kümmerten. Dennoch nahmen wir in den darauffolgenden Jahren von der individuellen Unterbringung wieder Abstand. Für diese vom Schicksal benachteiligten Kinder, die in ihrem Leben zum Teil nicht einmal eine größere Bezirksstadt gesehen haben, ist Österreich ein Schlaraffenland: die Reise im Flugzeug, der Empfang am Flughafen in einer Großstadt, das Kennenlernen ihrer Gastfamilien, die in blumengeschmückten Häusern in Straßen ohne Schlaglöchern wohnen; gesunde Kinder, die über eigene Zimmer und eine Fülle an Spielsachen verfügen, Wasserhähne aus denen sauberes Wasser kommt, das man ohne Abkochen trinken kann, Essen in Hülle und Fülle, Zuwendung, Freundlichkeit, …

Von der Einzelunterbringung zum Gruppenaufenthalt
Hier stieß das Konzept der individuellen Unterbringung an seine Grenzen. All diese Eindrücke waren, besonders für die kleineren unter den Kindern, sehr schwer zu verarbeiten. Anstatt sich mit ihren Freunden und Freundinnen darüber auszutauschen, mussten sie sich mit Händen und Füßen mit ihren Gastfamilien verständigen.
Der siebenjährige Vladislav war so eingeschüchtert, dass er sich von der einzigen Sicherheit, die ihm noch geblieben war, die Kleider, die er auf dem Leib trug, nicht trennen mochte. Es bedurfte des tagelangen Zuredens der Gasteltern, das Kind zu einem Bad zu überreden. Die kleine Kseniia wiederum aß vor lauter Unsicherheit den ganzen Sack Zuckerl, den sie für die Gastfamilie im Gepäck hatte, alleine auf. Danach hatte sie eine Magenverstimmung.

Trotz dieser Widrigkeiten überzeugte uns dennoch die äußerst positive gesundheitliche Entwicklung der Kinder. Wir beschlossen, die Erholungsaufenthalte fortzuführen, allerdings auf andere Art: Kleine Gruppen von Kindern aus demselben Waisenhaus oder einer anderen Einrichtung wurden von nun an gemeinsam mit ihren vertrauten Betreuerinnen in dieselbe Ortschaft eingeladen. Die Kinder schliefen gemeinsam in zu Schlafsälen umgewandelten Klassenzimmern oder leerstehenden Internaten und wurden zusätzlich von DolmetscherInnen unterstützt. Das gesamte Ferienprogramm erlebten die Kinder in der Gruppe. In den darauffolgenden Jahren gab uns der Erfolg des neuen Konzepts recht.

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In der Gruppe ist auch die medizinische Betreuung leichter
Alle Kinder müssen während ihres Österreichaufenthalts medizinisch betreut werden. Auch das ist in der Gemeinschaft leichter. Die ÄrztInnen kommen direkt zu den Kindern oder die Kinder werden gemeinsam in umliegende Spitäler zu den spezifischen Untersuchungen gebracht. Zusätzlich werden alle Kinder routinemäßig augen- und zahnärztlich untersucht. Einer unserer Schützlinge hatte sage und schreibe 17 schadhafte Zähne. 
Die Untersuchungen und Diagnosen in den österreichischen Spitälern tragen oft zum Genesungsprozess der Kinder bei. In ukrainischen Spitälern ist die Diagnosestellung oft langwierig und ungenau. So müssen beipielsweise bei einer Blutanalyse die Blutkörperchen im Mikroskop gezählt werden. Eine Blutanalyse dauert ganze drei Tage. Hier in Österreich ist die Analyse in wenigen Minuten fertig.

Alle warten sehnsüchtig auf eine Zusage
Jedes Jahr lauschen unzählige Kinder mit großen Augen den Erzählungen jener, die zur Erholung in Österreich waren. Alle warten sehnsüchtig auf eine Zusage, darauf, dass sie endlich auch dabei sein dürfen, dass diesmal sie zu den Glücklichen gehören, die auf Erholung nach Österreich fahren dürfen. Für heuer ist die Entscheidung bereits gefallen: 163 Kinder werden in elf österreichischen Gemeinden Kraft und Zuversicht tanken.

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Die Tschernobyl-Kinder erholen sich 2012 in folgenden Gemeinden:

Graz
Liebenfels, Kärnten
Apetlon, Wallern und Nickelsdorf im Burgenland
Hagenbrunn, Loosdorf, Weinburg und Ybbs in Niederösterreich
Hörbranz in Vorarlberg

Hallwang in Salzburg

letztes Update: 25.04.2012 11:45
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