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Dein altes Handy kann noch was

… nämlich Ressourcen sparen und gleichzeitig Menschen im Rahmen von Charity-Projekten helfen. Zur Realisierung dieser Idee gründete Harald Hartl, Geschäftsführer der Firma mobile-collect, das Projekt „handy4help“. Im Gespräch mit GLOBAL 2000 verrät er, warum Mobiltelefone auf keinen Fall im Hausmüll landen sollten.
 
GLOBAL 2000: Was passiert, wenn Handys im Hausmüll landen?
Harald Hartl: Mobiltelefone sind gefährlicher Abfall. Leiterplatten, LCD-Displays, Tastaturen, Antennen, Lautsprecher, Mikrofone und Akkus enthalten langlebige giftige und krebserregende Substanzen wie Arsen, Blei, Kadmium und Quecksilber. Einmal auf der Müllhalde, können diese Substanzen das Grundwasser verseuchen und bei der Verbrennung in die Luft gelangen. Andererseits enthalten Mobiltelefone jedoch auch hochwertige Stoffe, die bei der Herstellung neuer Mobiltelefone wiederverwendet werden können. Handys dürfen also keinesfalls im Mistkübel entsorgt werden.

Was sollte stattdessen mit ihnen passieren?
Alte Mobiltelefone sollten bei handy4help abgegeben werden. Damit lassen sich gleich drei Fliegen auf einen Schlag fangen: Gefährliche Stoffe gelangen nicht in die Umwelt und gefährden unsere Gesundheit, Ressourcen werden gespart, indem wertvolle Stoffe wiederverwendet werden und bedürftige Menschen erhalten im Rahmen von Charity-Projekten zusätzliche Unterstützung.

Wie laufen Ihre Recycling-Aktionen ab und wer ist daran beteiligt?
Einerseits schicken uns Privatpersonen ihre alten Handys portofrei zu und wählen auch gleich die Charity-Aktion, die sie damit unterstützen möchten. Andererseits bekommen wir alte Mobiltelefone von Unternehmen, die teilweise schon jahrelang Charity Organisationen unterstützen und sich bereit erklären, in ihren Betrieben Handys zu sammeln, um zusätzliche Spenden zu erwirtschaften. 2004 haben wir zum ersten Mal gemeinsam mit der Caritas das so genannte Sammelsackerlsystem ins Leben gerufen.

Gabi Schoenemann/pixelio.de

Was passiert mit den eingesammelten Mobiltelefonen?
Unsere MitarbeiterInnen sortieren die Geräte, überprüfen sie auf ihre Qualität, bewerten sie und löschen schließlich die Daten. Defekte Geräte gehen in das Altstoffrecycling,  funktionstüchtige in den Wiederverkauf. Wir haben dazu einen Partner in Österreich. Von dort aus werden die Geräte am Weltmarkt versteigert. Spezielle Firmen bereiten die Geräte noch einmal auf — defekte Deckschalen werden ausgetauscht — und bringen sie als Secondhand-Ware wieder auf den Markt.

Wie funktioniert die Unterstützung der Hilfsorganisationen?
Wir arbeiten großteils mit einem Sammelboxensystem. Die Organisationen geben uns die Standorte bekannt, an denen sie die Sammelboxen aufgestellt haben möchten und bringen an diesen entsprechende Werbeplakate an. Pro eingesammeltem Handy erhalten sie von uns 1,50 Euro. In den letzten sieben bis acht Jahren haben wir mit zehn bis 15 unterschiedlichen Organisationen zusammengearbeitet, darunter beispielsweise mit der Caritas Österreich, mit den CliniClowns oder der Kinderkrebshilfe.

Wie viele Handys werden ungefähr gesammelt?
Das ist unterschiedlich. Bei einem Sammelsackerlprojekt mit der Kronen Zeitung, das sich über drei bis vier Monate zieht, kommen etwa 40.000 bis 50.000 Mobiltelefone herein. Bei Sammelboxenprojekten schwankt die Zahl monatlich zwischen 2.000 und 3.000 Stück.

Wie schätzen Sie das Umweltbewusstsein der ÖsterreicherInnen bezüglich der umweltgerechten Entsorgung von Altgeräten ein?
Ich glaube schon, dass in der Bevölkerung ein gewisses Bewusstsein vorhanden ist. Viele wissen, dass man Handys oder Digitalkameras, die entweder nicht mehr funktionieren oder den Ansprüchen nicht mehr genügen, nicht einfach nimmt und in den Mistkübel wirft. Vor allem durch die Altgeräteverordnung ist da ein Bewusstsein geschaffen worden. Diese schreibt vor, dass in Umlauf gebrachte Geräte auch wieder zurückgenommen werden müssen. Es gibt ja verschiedenste Sammelsysteme und auch die Möglichkeit, Elektronikschrott oder Alt-Geräte in die Altstoffsammelzentren zu bringen. Dort gehen sie dann auch den geordneten Ablauf im Recyclingprozess.

Vielen Dank für das Gespräch.


Helfen auch Sie Ressourcen zu sparen und schicken Sie ihr altes Handy oder ausgediente Ladekabel und Akkus an
Mobile-Collect
Dipl. Ing. H. Hartl KEG
Kennwort: GLOBAL 2000
Halirschgasse 14, Top 1-5
A – 1170 Wien
Pro eingesendetem Handy gehen Euro 1,50 an das GLOBAL 2000-Ressourcenprojekt REdUSE. Nähere Infos dazu auf reduse.org

reduse.org

letztes Update: 27.03.2012 10:48
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