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Was Füchse und Lamas mit Handys zu tun haben
Wir hantieren täglich mit Lithium — viele von uns sicherlich ohne es zu wissen. Unsere Handys, Elektroautos, Kameras, Akkubohrer, Laptops und viele andere Geräte bekommen ihren Strom über Akkus, die alle Lithium enthalten. Aber was ist Lithium überhaupt? Und gibt es genug davon, wächst es nach?
TEXT VON LISA KERNEGGER UND STELLA HALLER, GLOBAL 2000-RESSOURCEN-EXPERTINNEN
Lithium ist ein silberweißes Leichtmetall, das bei Raumtemperatur das leichteste aller festen Elemente ist. Es ist in vielen Mineralien und Salzseen enthalten. Lithium wird unter anderem zur Herstellung von Aluminium, Glas, Keramik und Lithiumbatterien und -akkus eingesetzt. Die schlechte Nachricht: Sein Abbau ist aufwändig und schadet der Umwelt und es ist ein endlicher Bodenschatz und wächst als solcher auch nicht nach.
Obwohl es auch an anderen Orten Lithiumvorkommen gibt, liegt ein riesiges, relativ leicht abbaubares Lithium-Reservoir im so genannten Lithium-Dreieck Chile, Bolivien und Argentinien, das von den drei Salzseen der Atacama-Wüstegebildet wird. Für die Erzeugung von Lithium wird das stark mineralhaltige Grundwasser zum gezielten Verdunsten in riesige künstlich angelegte Becken gepumpt. Zahlreiche Verdunstungsschritte sind notwendig, um Lithium in der gewünschten Konzentration zu erhalten.

Die Flüsse trocknen aus
Die Lithium-Gewinnung im Salar de Atacama wirkt sich direkt auf die Wasserreserven aus. Die Förderung der Lake aus dem Grundwasser führt dazu, dass der Grundwasserspiegel sinkt und nicht nur die Flussläufe, sondern auch Wiesen und Feuchtgebiete austrocknen. Ursprüngliches Weideland geht verloren und dort nistende seltene Vogelarten sind bedroht. Die zahlreichen Lagunen, die dieses Ökosystem kennzeichnen, werden drastisch verändert. Und die ansässige, zum Großteil indigene Bevölkerung leidet unter Wassermangel. Maria, eine Bäuerin aus der Region um Santiago de Atacama, erzählt :„Früher haben wir unsere Felder ausschließlich mit dem Wasser aus dem Rio San Pedro bewässert. Doch der führt zu wenig Wasser. Heute müssen wir das Wasser zusätzlich aus dem Rio Villana holen. Aber selbst der führt immer weniger Wasser.“
Konflikte zwischen Industrie und der lokalen Bevölkerung sind vorprogrammiert. Wer darf letztendlich das wenige noch vorhandene Wasser nutzen? Die Auswirkungen der intensiven Wassernutzung durch die Lithium-Gewinnung sind daher in ihrer gesamten Tragweite noch nicht absehbar.
Lithum wird dort abgebaut, wo vorher unberührte Natur war. Das einzigartige Ökosystem wird durch Fabriken, Lärm, Straßen, Verkehr und Maschinen bedroht. „Der Wind trägt den feinen Lithium-Staub bis in unser Dorf und bedeckt alles. Oft hängt eine richtige Staubwolke über dem Salar — das verscheucht viele Tiere wie Füchse und Lamas, die hier einmal heimisch waren.“, erzählt Pedro aus einem Dorf, in dessen Nähe Lithium gewonnen wird.
Zwar hat der Lithium-Abbau Arbeitsplätze geschaffen, es sind jedoch ausschließlich die gering qualifizierten Beschäftigungen, die für die BewohnerInnen der Region übrig bleiben. Die spezialisierten Jobs bekommen meist MigrantInnen aus anderen Teilen Chiles oder aus dem Ausland. Die jungen Atacameños müssen trotz regional vorhandener Arbeitsplätze in die weit entfernten Städte ziehen, um eine Beschäftigung zu finden und ihre Familien ernähren zu können.
Es ist zu erwarten, dass der Lithiumabbau in Zukunft noch zunehmen wird, da die Nachfrage nach Lithium am Weltmarkt stark steigt.
Was kann ich tun?
Helfen Sie mit Ressourcen zu sparen und verwenden Sie Ihre Geräte und deren Akkus so lange es geht.
Schicken Sie Ihr altes Handy, ausgediente Akkus und Ladekabel a:
Mobile-Collect. DI H. Hartl KEG
Kennwort: GLOBAL 2000
Halirschgasse 14, Top 1-5
1170 Wien
Das Projekt REdUSE wird zur Hälfte von der EU gefördert.
Dieser Artikel gibt die Ansicht von GLOBAL 2000 wieder und stellt somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.
















