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Mangroven in Gefahr
Mangroven wachsen in tropischen Küstengebieten. Sie beherbergen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sind Lebensgrundlage für viele Menschen und können große Mengen an CO2 speichern. Trotz ihrer immensen Bedeutung als Ökosysteme sind die Mangrovenwälder massiv von Abholzung betroffen.
Einem Bericht der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO zufolge waren 1980 noch etwa 198.000 Quadratkilometer der Erde mit Mangrovenwäldern bedeckt. Wie 2010 Auswertungen von Satellitenbildern eines Forschungsteams des United States Geological Survey (USGS) zeigten, gibt es schon um 60.000 Quadratkilometer Mangrovenwälder weniger. Warum?

Die meisten Mangrovenwälder werden für die industrielle Garnelenzucht, so genannte Shrimps-Farmen, für die Ölgewinnung, die Stadtentwicklung oder den Plantagenbau abgeholzt. Fast die Hälfte aller weltweiten Mangrovenwälder befinden sich in Asien, der Rest in Afrika, Nord- und Mittelamerika, Ozeanien und Südamerika. Von den rund 70 Mangrovenarten gelten inzwischen 11 als besonders bedroht und wurden 2010 von der Internationalen Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen IUCN auf die rote Liste gesetzt.
Lebensraum für Mensch und Tier
Mangrovenwälder sind Lebensraum für viele Tiere: Austern, Schwämme, Seepocken, Schnecken, Insekten aber auch Säugetiere, Vögel und zahlreiche Krebs- und Fischarten.
Sie sichern aber nicht nur das Bestehen vieler Arten, sie tragen auch zum Überleben vieler Menschen bei. Sie sind Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung: Sie liefern Fisch und Meeresfrüchte oder Holz für Behausungen und bieten einen natürlichen Schutz vor Naturkatastrophen wie Flut, Stürme, Tsunamis oder Hurrikans und bewahren die Küsten vor Erosion. Die geringen Mengen an Ressourcen, die die dort lebenden Menschen dem Wald entnehmen, stellen keine Gefahr für die Küstenwälder dar.
Mangroven sind immergrüne, baumartige Salzpflanzen. Sie wachsen dort, wo andere Pflanzen keine Überlebenschance hätten: im Übergangsbereich zwischen Wasser und Land. Bei der Flut werden sie vom Salzwasser, in Regenzeiten vom Süßwasser umspült. Die bis zu 30 Meter hohen Baumriesen sind sehr anpassungsfähig und – speichern enorm viel CO2. Untersuchungen haben gezeigt, dass Mangrovenwälder etwa viermal so viel CO2 speichern können wie die meisten anderen tropischen Regenwälder. Nicht nur die Bäume selbst, sondern vor allem die Böden speichern das klimaschädliche Gas in großen Mengen.
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Leider werden riesige Flächen Mangrovenwälder für industrielle Shrimps-Farmen zerstört. Aquakulturen sind wahre Umweltkiller, denn sie zerstören nicht nur den Wald, sondern bringen auch dessen EinwohnerInnen, Tiere und Pflanzen durch den massiven Einsatz chemischer Wirkstoffe in Gefahr.
Neben den Aquakulturen bedroht auch die Erdölförderung die Mangrovenwälder. Für Bohranlagen, Camps, Brunnen und Straßen wird rücksichtslos gerodet. Je breiter und tiefer die Bohrungen ausfallen, desto schwerwiegender wird das Ökosystem ge- und zerstört. Trink- und Grundwasser der ansässigen Bevölkerung wird mit Öl verseucht und der Fischbestand, der oftmals Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung ist, durch austretendes Öl dezimiert.
Dass Mangrovenwälder geschützt gehören, steht außer Frage. An erster Stelle steht die Bewusstseinsbildung. JedeR sollte wissen, welch immense Bedeutung Mangrovenwälder als CO2-Speicher, für das Überleben der lokalen Bevölkerung und als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten für die Umwelt haben. Die Regierungen der betreffenden Länder müssen endlich Gesetze zum Schutz der Mangroven erlassen. Darum kämpfen immer mehr NGOs, wie etwa das Mangrove Action Project (MAP) mit Projekten zur Aufklärung von Stakeholdern, zum Schutz vor Abholzung und für die Wiederaufforstung. Und jedeR einzelne kann auch sein Schärflein dazu beitragen: Es ist ein einfaches Marktgesetz, dass die Nachfrage das Angebot reguliert. Verzichten Sie also bewusst auf Shrimps. Und wenn es ohne Garnelen-Cocktail gar nicht geht, gibt es auch schon Bio-Shrimps, die nach ökologischen Mindeststandards produziert werden.
















