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Missbrauch von Steuergeldern für Gentech-Schönfärberei
Mehr als eine Million Euro Steuergelder hat der Verein Dialog Gentechnik von der Bundesregierung und der Stadt Wien in den letzten Jahren erhalten. Allein 2010 erhielt er 100.000 Euro und hat damit Falschinformationen geliefert und Gentech-Schönfärberei betrieben.
Es ist ein unglaublicher Skandal, wenn in Zeiten der Krise in so vielen Bereichen gespart und gleichzeitig die Propaganda der Gentechkonzerne mit öffentlichen Steuergeldern gefördert wird. Da ist etwa der Verein Dialog Gentechnik, der PR im Stil eines Gentech-Konzerns betreibt. Er übernimmt überwiegend Meldungen und Factsheets der Internetseite www.transgen.de. Die darin aufbereitete Information ist alles andere als ausgewogen, wird doch die Seite unter anderem von Bayer CropScience, BASF, Dow Agro Sciences, Monsanto Agrar, Du Pont / Pioneer Hi-Bred International und Syngenta Agro finanziert (zur vollständigen Liste der Unterstützer). Doch auch jene von „Dialog Gentechnik“ selbst erstellte Artikel passen eher in die Werbebroschüren der Gentech-Konzerne. In eigenen Unterrichtsmaterialien für die Schule steht etwa, dass gentechnisch veränderte Pflanzen ein Beitrag zur Umweltschonung leisten, indem weniger Pestizide und Herbizide auf die Felder ausgebracht werden. Das ist eine glatte Lüge – GLOBAL 2000 berichtete in der letzten GLOBAL NEWS im Artikel „Monsantos neue Feinde“, dass der Pestizidverbrauch bei Gentech-Pflanzen immer weiter steigt. Selbst die New York Times schreibt in ihrer Ausgabe vom 4. Mai 2010 über den erhöhten Pestizidverbrauch durch Gentechnik, weil immer mehr Unkräuter resistent geworden sind. Dazu schweigt Dialog Gentechnik.
Auch nach Studien, die von österreichischen Behörden durchgeführt worden sind und schwere Mängel der Risikobewertung aufzeigen, sucht man auf der Homepage des Vereins vergeblich. Stattdessen werden Falschmeldungen der Gentech-Industrie unkritisch übernommen. So hätte Österreich angeblich eine Studie über die Auswirkungen der Gentechnik zurückgezogen. Das Gesundheitsministerium wusste davon allerdings nichts.
Der Verein brüstet sich damit, ausgewogen und unabhängig über Vor- und Nachteile der Gentechnik zu informieren und erhält dafür Steuergelder in Millionenhöhe. Die Gemeinderätin der SPÖ Nicole Krotsch bekräftigte, dass der Verein Dialog Gentechnik „sehr gute Aufklärungsarbeit leistet“. Verharmlosung der Gefahren der Gentechnik sowie gezielte Falschinformationen über österreichische Behörden ist keine Aufklärungsarbeit, sondern Schönfärberei und Gentech-Propaganda im Sinne der Gentech-Konzerne. Es ist unverständlich, dass in Zeiten der Krise SPÖ und ÖVP für Gentech-Propaganda weiterhin Steuergelder verschwenden und im Gegenzug die Förderung für die Biolandwirtschaft kürzen.

















