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No more Moor
Wie so oft bei wichtigen natürlichen Ressourcen mit vielfältigen Aufgaben für Natur und Leben haben die Menschen auch den Torf für sich entdeckt. Moore, in denen sich der Torf bildet, sind zu einer Rohstoffquelle geworden, die ausgebeutet wird, ohne Gedanken an die Konsequenzen.
Moore sind mehr als nur schöne Landschaften. Sie speichern und reinigen Wasser und stellen einen natürlichen Hoch- und Grundwasserschutz dar. Sie sind Lebensraum für viele seltene Arten und außerdem gigantische Kohlendioxidspeicher. Moore sind nasse Lebensräume, in denen pflanzliche Reste nur unvollständig abgebaut und dann als so genannter Torf abgelagert werden. Und genau dieser Torf ist es, der für uns Menschen so interessant ist.
Wirtschaftsfaktor Torf Torf
besteht aus Huminstoffen, nicht oder teilweise zersetzten Pflanzen und Pflanzenteilen und Mineralien. Schon im 15. Jahrhundert benutzte man getrockneten Torf als Brennmaterial. Getrockneter Torf eignet sich aber auch als Baustoff oder als Einstreu in Ställen.
Wegen seiner konservierenden Wirkung wird Torf auch in der historischen Forschung geschätzt. Moor weist oft eine Schichtung auf, da das Gewicht von Schnee die Pflanzendecke zusammendrückt. Anhand des Torfs lassen sich somit Rückschlüsse über den Zeitpunkt ziehen, zu dem ein Lebewesen oder ein Gegenstand in das Moor eingeschlossen wurde.
Heute dient Torf neben der Malzherstellung einiger schottischer Whiskeys, Anwendungen in der Medizin und Körperpflegeprodukten (etwa Moorpackungen) vor allem der Bodenverbesserung im Gartenbau. Torf ist eine ausgezeichnete Lebensgrundlage für zahlreiche Pflanzen und ein hervorragender Wasserspeicher. Dennoch: Sein Abbau zerstört massiv unsere Umwelt.
Um Torf abzubauen, wird Natur zerstört
Um Torf abzubauen, müssen die feuchten Moore zuerst entwässert werden. Dabei werden sie als Naturflächen zerstört. Geschädigte Moore zählen außerdem zu den größten Treibhausgas-Quellen. Langsam beginnt diesbezüglich eine gewisse Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Die meisten Blumenerden bestehen zwar weiterhin hauptsächlich aus Torf, einige torffreie Blumenerden sind jedoch bereits am Markt erhältlich.
Die gute Nachricht: Für die grundsätzlichen Bedürfnisse von Pflanzen – Licht, Wasser und entsprechende Nährstoffe – ist Torf keineswegs unverzichtbar. Torffreie Blumenerden bestehen aus Rinden- oder Grünschnittkompost, Rindenhumus und Hohlfasern und enthalten zusätzliche Produkte wie etwa Tonminerale und Lavagranulate um die optimale Wasser- und Nährstoffspeicherung und -freisetzung, den optimalen pH-Wert und den benötigten Gehalt an Nährstoffen sicher zu stellen.
Auf der Suche nach torffreier Blumenerde ...
Irreführend für KonsumentInnen sind Produkte, die als „torfarm“ oder „torfreduziert“ deklariert sind. Diese können nämlich trotz dieser Angabe immer noch beträchtliche Mengen an Torf enthalten. Selbst bei Bio-Erde ist Vorsicht geboten: Diese kann, muss aber nicht torffrei sein. Garantiert torffrei ist Erde, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet ist. Und beim 48er-Basar und auf den Mistplätzen der MA 48 in Wien gibt es ebenfalls garantiert torffreie Erde in 10 Liter- und 45 Liter-Säcken. Einer umweltfreundlich gehegten Blütenpracht im Garten oder auf dem Balkon steht also nichts mehr im Wege.
TEXT VON MARIE-THERESE WAGNER, GLOBAL 2000-UMWELTKULTURPRAKTIKANTIN















