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Papier ist geduldig, der Klimawandel nicht
Eine GLOBAL 2000-Studie zeigt, welche schwerwiegenden Folgen der Klimawandel in Österreich bereits hat. Und damit wir zumindest unsere nächsten Kyoto-Klimaziele erreichen, ringen unsere PolitikerInnen mal wieder darum, verbindliche Maßnahmen zu vereinbaren. Kommen jetzt endlich Taten oder wieder nur geduldiges Papier?
TEXT VON JOHANNES WAHLMÜLLER, GLOBAL 2000-KLIMASPRECHER
Ein neues Hintergrundpapier von GLOBAL 2000 zeigt auf: Die Folgen des Klimawandels werden auch in Österreich immer sichtbarer. In den letzten 15 Jahren gab es in Österreich drei der vier heißesten Sommer der letzten 200 Jahre. 1.700 Arten haben bereits begonnen polwärts zu wandern. Dafür sind bis dato 1.100 gebietsfremde Arten „eingewandert“.
Empfindlich gegenüber klimatischen Veränderungen ist ganz besonders auch die Landwirtschaft. Deren Ertrag hängt vom Wetter ab. Extremereignisse kommen mittlerweile doppelt so oft vor, die wirtschaftlichen Schäden haben sich bereits versiebenfacht. Pflanzen sind sensibel gegenüber höheren Temperaturen: Wird bei Getreide das Optimum um nur ein Grad überschritten, sinkt der Ertrag schon um fünf Prozent.
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Weitere 0,6 Grad bereits „gebucht“
Das eindrucksvollste Mahnmal für den Klimawandel in Österreich sind aber wohl die Gletscher, deren Eismasse sich in den letzten hundert Jahren halbiert hat. In den nächsten Jahrzehnten erwartet man eine Schmelze um weitere 75 Prozent. Diese Veränderungen werden bereits jetzt bei einer Erwärmung von 0,8 Grad weltweit beobachtet. Eine Erwärmung um weitere 0,6 Grad ist aber durch unsere bisherigen Treibhausgasemissionen bereits „gebucht“. Es kommt also noch einiges auf uns zu und wir stellen uns die Frage: Wieviel mehr an Klimawandel wollen wir uns und unseren Kindern noch zumuten?
Nägel mit Köpfen
Diese Frage beschäftigt auch die Politik: Denn derzeit wird darum gerungen im Rahmen des Klimaschutzgesetzes endlich Nägel mit Köpfen zu machen: Österreich ist eines jener Länder, das seine Kyoto-Ziele nicht erreichen wird. Etwa 700 Millionen Euro wird es uns am Ende vermutlich kosten, dass die Politik in Österreich internationale Verpflichtungen nicht ernst genommen hat. Soviel ist klar: Dieses Desaster darf sich nicht wiederholen. Jetzt wurde ein Maßnahmenkatalog mit über hundert Maßnahmen erstellt, der in den nächsten acht Jahren umgesetzt werden soll. GLOBAL 2000 macht sich dafür stark, dass die PolitikerInnen dieses Mal ihre Verantwortung ernst nehmen und nicht nur wieder „geduldiges Papier“ produzieren.
















