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Pestizide im Körper von Schulkindern nachweisbar
Die GLOBAL 2000-Jugend testete im Rahmen ihrer Kampagne „Mit Bio wäre das nicht passiert“ SchülerInnen auf Abbauprodukte von chemisch synthetischen Pestiziden. Alle getesteten Kinder erwiesen sich als belastet. Ein Ergebnis, das angesichts ähnlich angelegter Studien zu erwarten war und dennoch zu denken gibt.
Die von GLOBAL 2000 im Urin der SchülerInnen nachgewiesenen Organophosphate gelten als gesundheitlich besonders problematische Substanzen. Weshalb also sind diese Substanzen nicht verboten?
Dosis sola venenum facit?
— allein die Dosis macht das Gift? Das behauptete zumindest der gute alte Paracelsus. Und auf ihn berufen sich gerne die BefürworterInnen des chemischen Pflanzenschutzes um zu unterstreichen, dass der Verzehr von mit Pestiziden belasteten Lebensmitteln in den meisten Fällen völlig unbedenklich ist — außer natürlich man erreicht kritische Dosen oder überschreitet gesetzlich festgelegte Höchstwerte.
Erstaunlich dabei ist die scheinbar absolute Ignoranz der Pestizid-FürsprecherInnen gegenüber neueren und unumstrittenen wissenschaftlichen Erkenntnissen. So gilt es nämlich als erwiesen, dass bestimmte Chemikalien, etwa auch Organophosphate, in den menschlichen Hormonhaushalt eingreifen und damit bereits in kleinsten Dosen der menschlichen Gesundheit abträglich sein können. Im Falle dieser Substanzen hatte Paracelsus also unrecht.
Erhöhte Krebsraten und Unfruchtbarkeit
Hormonell wirksame Substanzen werden immer wieder mit erhöhten Krebsraten, Unfruchtbarkeit und Stoffwechselerkrankungen in Zusammenhang gebracht. Zusätzlich zeigen Organophosphate einen negativen Effekt auf die Hirnentwicklung und können Verhaltensauffälligkeiten wie Aufmerksamkeitsdefizite und Hyperaktivität verursachen. Einzelne Studien beschreiben auch wie die Aufnahme von Organophosphaten zu Fettleibigkeit und erhöhter Anfälligkeit für Diabetes Typ II führen kann.
Pestizide werden, bevor sie in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, auf ihre schädliche Wirkung auf Mensch oder Umwelt getestet. Dabei versteht sich von selbst, dass nicht alle möglichen Auswirkungen getestet werden (können). Meist wird erst nach und nach das Ausmaß des Schadens bekannt, den diese Chemikalien anrichten.
Wer vor den schädlichen Auswirkungen von Organophosphaten und Pestiziden im allgemeinen verschont bleiben will, sollte auf Produkte aus biologischer Landwirtschaft zurückgreifen. GLOBAL 2000 setzt sich als Teil des Pesticide Action Network Europe auf EU-Ebene für Verbote von bedenklichen Pestizidwirkstoffen wie den Organophosphaten ein.
Pestizide im Körper von Schulkindern nachweisbar
Nachdem die GLOBAL 2000-Jugend im Rahmen ihrer Kampagne „Mit Bio wäre das nicht passiert“ nachgewiesen hat, dass Österreichs Schuläpfel mit bis zu acht Pestiziden belastet sind, folgt nun die nächste Hiobsbotschaft: Die Pestizide sind nicht nur in den Äpfeln, sondern auch im Körper der Schulkinder nachweisbar.
Da die Aufnahme von Pestiziden hauptsächlich über pestizidbelastete Lebensmittel erfolgt, muss die Pestizidbelastung der Schulkinder reduziert werden. Nur biologisch erzeugte Produkte sind garantiert frei von chemisch-synthetischen Pestiziden. Da ist es doch nur logisch, bei Österreichs Schulbuffets zu beginnen: Die GLOBAL 2000-Jugend fordert Bildungsministerin Claudia Schmied auf, Österreichs Schulbuffets auf biologische und damit auf pestizidfreie Lebensmittel umzustellen. Kinder und Jugendliche sind gegenüber Umwelteinflüssen wie Chemikalien besonders sensibel und bedürfen verstärktem Schutz.
Bitte unterstützen auch Sie die Initiative der GLOBAL 2000-Jugend für Bio am Schulbuffet auf bio.global2000.at
Pestizide
Pestizide sind Substanzen, die in der Landwirtschaft zur Bekämpfung von unerwünschten und schädlichen Lebewesen eingesetzt werden. Unterscheidungen können unter anderem nach Art des zu bekämpfenden Lebewesens getroffen werden: z.B. Insektizide gegen Insekten, Fungizide gegen Pilzbefall, Herbizide gegen Unkräuter oder nach Art des Wirkstoffes: pflanzliche, anorganische oder chemisch-synthetische Wirkstoffe. Im täglichen Sprachgebrauch sind fast immer chemisch-synthetische Wirkstoffe gemeint, wenn von Pestiziden oder Spritzmitteln die Rede ist.
Organophosphate
Während des 2. Weltkriegs als Nervengift und chemische Waffe entwickelt, wurden Organophosphate erst in den 1950er-Jahren für die Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft entdeckt und als Alternative für die weit beständigeren Organochlorine (z.B. DDT und Dieldrin) hauptsächlich gegen Insekten eingesetzt. Nach wie vor sind Organophosphate die weltweit am häufigsten eingesetzten Insektizide.

















