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... für die Tschernobyl-Kinder. Dank der Initiative heimischer Gemeinden und dem persönlichen Einsatz engagierter Menschen können sich heuer die kranken Kinder und Waisen aus der Ukraine gleich an zwei neuen Orten erholen.
Ernst Hauseder, Techniker der Firma Sansystems Bioline GmbH, verbrachte letztes Jahr seinen „Urlaub“ in der Ukraine: Er installierte mehrere Wasseraufbereitungs-Anlagen in ukrainischen Waisenhäusern und Schulinternaten. Eines dieser Häuser ist Rubezhnoye, ein Lernzentrum für kranke und behinderte Kinder. Ernst Hauseder war beeindruckt vom GLOBAL 2000-Projekt und vom persönlichen Einsatz des Projektleiters Dr. Christoph Otto. Am meisten berührte ihn aber das Schicksal der Kinder. „Ich habe viel gesehen in diesen paar Tagen. Jetzt kann ich verstehen, wie wichtig es für die Kleinen ist, aus ihrer Umgebung rauszukommen, etwas Schönes zu erleben."
Die Eindrücke, die sie in Österreich sammeln, sind eine enorme Bereicherung für diese Kinder. Sie geben ihnen Kraft und Zuversicht für ihre Zukunft“, ist er überzeugt. Ernst Hauseder ergriff die Initiative und sprach beim Bürgermeister in seinem Heimatbezirk Gmunden vor. Seine Bemühungen hatten Erfolg: Auf sein Betreiben hin kommt heuer am Traunsee ein neuer Erholungsaufenthalt zustande. Die Gemeinden Pinsdorf, Altmünster und Gmunden werden sich gemeinsam um das Wohl der Kinder bemühen. Zwölf Buben und Mädchen aus Rubezhnoye werden zum ersten Mal in ihrem Leben richtige Ferien machen, mit allem Drum und Dran: gute Luft, gesundes Essen, Spiel und Spaß in der Natur am herrlichen Traunsee.
Aber nicht nur in Oberösterreich können wir heuer einen neuen Erholungsaufenthalt für weitere kranke Kinder anbieten: auch im Burgenland, wo es bereits drei Gemeinden gibt, die seit mehreren Jahren die Tschernobyl-Kinder zur Erholung beherbergen: Wallern, Nickelsdorf und Neusiedl. Die Gemeinde Apetlon ist seit einem Jahr dabei, und als fünfte Gemeinde kommt nun Gols in der Region Neusiedlersee hinzu. Die Golser Gastkinder kommen aus dem Waisenhaus Nadja in Tarashche, einem Ort, der in der besonders strahlenbelasteten Region rund um Kiew liegt. Zwölf Kinder werden sich dieses Jahr im Ferienparadies Seewinkel erholen und dort unbeschwerte Tage erleben, an die sie sich noch lange erinnern werden.
GLOBAL 2000 sagt Danke.
Nur dank des großen Engagements der Gastgeber-Gemeinden sind die Ferienaufenthalte für die Tschernobyl-Kinder in Österreich überhaupt möglich. GLOBAL 2000 dankt allen, die dabei tatkräftig mitwirken, sowie den Sponsoren: Austrian Airlines Wiener Städtische Versicherung Gewerkschaft der Wiener Gemeindebediensteten. Ein herzliches Dankeschön auch allen Spenderinnen und Spendern, die das Projekt Tschernobyl-Kinder und die Sommeraktionen unterstützen.
„...das Leben geht weiter, und man muss dafür kämpfen.“
Was die Erholungsaufenthalte für die kranken Kinder aus der Ukraine bedeuten, wie wichtig, ja sogar lebensrettend so ein Urlaub sein kann, das zeigen die Schicksale der beiden jungen Menschen aus der Ukraine, die heute Kinder aus ihrer Heimat nach Österreich begleiten.
Lidiya Utkina wurde am 15. Juni 1985 in Charkow in der Ukraine geboren. Ein knappes Jahr später, in den Tagen der Katastrophe von Tschernobyl, machte sie gerade ihre ersten Schritte im taunassen radioaktiv verseuchten Gras.
Elf Jahre später dann die erschütternde Diagnose: Leukämie. GLOBAL 2000 nahm sich damals der todkranken Lidiya und ihrer verzweifelten Familie an und ermöglichte ihr die lebensnotwendige Chemotherapie.
1997 und 1999 kam Lidiya dann im Rahmen der GLOBAL 2000-Erholungsaufenthalte nach Ybbs in Niederösterreich. „Die Reisen waren für uns herrlich, denn sie halfen uns über Schreck und Schmerz der Krankheit hinweg.“, erinnert sich die junge Frau. „Die Aufenthalte gaben uns die Möglichkeit eine andere, heile Welt zu sehen. Nach solchen Reisen verstehen viele Kinder, dass das Leben weitergeht, und das man dafür kämpfen muss.“ Und Lidiya kämpfte dafür. Sie wurde wieder gesund, studierte Germanistik und begleitet heute ukrainische Kinder nach Österreich, um für sie zu dolmetschen. Unser Land, in dem sie soviel Liebe und Geborgenheit erfahren hat, und in dem sie die Kraft für ihre Zukunft tanken durfte, wird immer einen besonderen Platz in ihrem Herzen haben, ist Lidiya überzeugt.
Sascha Guley kam 2001 als Elfjähriger zum ersten Mal nach Moorbach Harbach ins Waldviertel. Erholung hatte der schwerkranke Bub bitter nötig. Die neuen Erfahrungen taten ihm unendlich gut. Zwei Jahre später kehrte er nach Moorbach Harbach zurück.
Er interessierte sich für alles Neue – und neu war um ihn herum so gut wie alles. Die junge Dolmetscherin, die damals jene Gruppe von Kindern betreute, zu der auch Sascha gehörte, bewunderte er sehr. Vielleicht war er auch ein bisschen in sie verliebt, jedenfalls beschloss er damals, auch Dolmetscher zu werden. Und er verwirklichte seinen Traum. Wieder zurück in der Ukraine lernte er vorerst im Selbststudium Deutsch, um mit seinen neuen FreundInnen in Österreich im Briefkontakt bleiben zu können. Nach der Schule studierte er dann an der Hochschule in Gorlivka internationale Literatur und Germanistik. Auch Sascha Guley kommt heuer bereits zum zweiten Mal als Dolmetscher mit den ukrainischen Kindern nach Österreich. Wieder nach Moorbach Harbach – mit dem ihn nur die schönsten Erinnerungen verbinden.


















