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Australiens Urwälder atmen auf ...
„Native forest is not more part of our future,“ verkündete der neue Geschäftsführer von Gunns, Australiens größtem Papier- und Zellstoffkonzern. Damit erklärt Gunns seine Abkehr vom Raubbau an Urwäldern – einer der wichtigsten australischen Naturschutzerfolge der letzten Jahre. Die umstrittene Zellstofffabrik auf Tasmanien soll dennoch gebaut werden.
Jahrzehntelang hatten Umweltverbände gegen den Megakonzern Gunns und dessen zerstörerische Praxis gekämpft. Gunns hatte in ganz Australien hunderttausende Hektar Urwald gerodet, verbrannt und das Holz zu Zellstoff, Papier und Karton verarbeitet. Gunns' Zugeständnis an die australische Bevölkerung und an die ausländischen NGOs, wie auch GLOBAL 2000 und ECA Watch, ist zwar ein großer Erfolg, ein Umwelt-Musterbetrieb ist Gunns deswegen aber leider noch nicht.
… Mensch und Tier sind dennoch gefährdet
Das Prestigeprojekt von Gunns ist nach wie vor die Errichtung der drittgrößten Zellstofffabrik der Welt auf der australischen Insel Tasmanien. Für den Betrieb der „Bell Bay Pulp Mill“ sollten ursprünglich 200.000 Hektar Regenwald gerodet und in Plantagen umgewandelt werden. Weltweite Proteste waren die Folge. Hier in Österreich kämpften GLOBAL 2000 und ECA Watch gegen das Megaprojekt, an dem sich die österreichische Andritz AG maßgeblich beteiligt. Dass sich der Kampf gegen solche Monsterprojekte auszahlt, zeigt sich daran, dass die Österreichische Kontrollbank, die mit Mitteln des Bundesbudgets Exporthaftungen zur Verfügung stellen wollte, scheinbar nicht mehr mit der Realisierung des Projekts rechnet: Erst vor wenigen Wochen hat sie das Prüfverfahren für die Zellstofffabrik auf Tasmanien zurückgezogen. Zwar wird Gunns nun auf die Nutzung von Urwäldern verzichten, auf die Umwelt wird sich das Megaprojekt dennoch verheerend auswirken. Die hochgiftigen Abwässer aus dem Werk – täglich 64.000 Kubikmeter – sollen ins Meer geleitet werden. Die Folgen für viele Tiere, wie etwa den Flaschenhalsdelfin, den Zwergpinguin oder den australischen Seebären – eine der weltweit bedrohtesten Robbenarten, wären fatal. Die EinwohnerInnen Tasmaniens befürchten aufgrund der Umweltzerstörung und Luftverschmutzung außerdem negative Konsequenzen für wichtige Eckpfeiler ihrer Inselwirtschaft – Weinbau, Fischfang und Ökotourismus.
GLOBAL 2000 und ECA Watch und werden weiterhin gegen die „Bell Bay Pulp Mill“ und gegen die österreichische Beteiligung daran kämpfen.

















