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Top-Gebäudesanierungen sind (noch) Einzelfälle
So sieht praktischer Klimaschutz aus: Gebäude können mittlerweile problemlos auf Passivhausstandard saniert werden. Eine GLOBAL 2000-Studie in Zusammenarbeit mit der TU Wien zeigt, dass auch bei öffentlichen Gebäuden ungeahntes Potenzial brach liegt. GLOBAL 2000 besichtigte Top-Projekte in und um Wien.
TEXT VON JOHANNES WAHLMÜLLER, GLOBAL 2000-KLIMASPRECHER
Wir betreten die offene Eingangshalle der Hauptschule Langenzersdorf. Es ist gerade Zehn-Uhr-Pause: Die SchülerInnen tummeln sich im neuen Innenhof. In den Klassenräumen herrscht eine angenehme Atmosphäre. Die kontrollierte Raumbelüftung sorgt ständig für Luftzufuhr und somit für optimale Lernverhältnisse. Architekt Johannes Kieslinger präsentiert uns stolz die Sanierungspläne für die 134 Jahre alte Schule. Er hat hier eine der ersten Passivhaussanierungen in Europa durchgeführt. Die Kosten überstiegen eine Standardsanierung zwar um rund zehn Prozent, der Energiebedarf verringerte sich dafür aber um mehr als 90 Prozent. Kieslinger führt uns über den Schulcampus: 4.100 m² Nutzfläche für 600 SchülerInnen, die nach der Sanierung mit einer kleinen Hackschnitzelanlage, wie sie auch in „normalen“ Einfamilienhäusern zum Einsatz kommt, beheizt werden.
Es hängt von Reinhold Mitterlehner ab
Ob solche Projekte Einzelfälle bleiben, hängt zu einem guten Teil von Wirtschaftsminister Mitterlehner ab, der maßgeblich auf die Gestaltung des neuen Energieeffizienzgesetzes Einfluss nimmt. Es liegt an ihm, die Sanierungsaktivität der öffentlichen Hand zu verstärken.
Denn während Österreich seine Klimaziele weit verfehlt, zeigt eine Studie von GLOBAL 2000 zur Sanierungsaktivität auf, dass auch die öffentliche Hand nicht genug tut, um Energie und Treibhausgase einzusparen. Jährlich sollten laut offizieller Klimastrategie drei Prozent aller Gebäude in Österreich saniert werden. Tatsächlich ist es aber nur etwa ein Prozent. Auch bei öffentlichen Gebäuden, wo der Staat als Eigentümer selbst Aufträge vergeben könnte, sieht es nicht viel besser aus. Wenn wir so weiter machen wie bisher, brauchen wir hundert Jahre, bis alle Gebäude in Österreich saniert sind. Das ist zu lange.
Bei Schulen und Krankenhäusern beginnen
Mehr Schwung würde sich in jeder Hinsicht bezahlt machen: 3,6 Millionen Tonnen CO2 könnten schon in den nächsten acht Jahren eingespart werden, der öffentliche Energieverbrauch um mehr als ein Viertel reduziert und dabei 6.100 Arbeitsplätze am Bau geschaffen werden. Schulen und Krankenhäuser sind dabei die größten Einzelverbraucher in öffentlichem Besitz.
GLOBAL 2000 setzt sich dafür ein, dass auch die öffentliche Hand ihren Teil beiträgt. Es geht hier um Investitionen, die sich langfristig rechnen. Öl- und Gaspreise kann in Wahrheit niemand vorhersehen.
Unsere Studie finden sie auf klimastudie.global2000.at
Mehr Infos zum Thema auf sanierung.global2000.at
















