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Uranabbau im Outback Australiens
Viertausend Tonnen Uranoxid, so genanntes Yellow Cake, verlassen jährlich Olympic Dam, die weltweit größte Uranlagerstätte im Outback Australiens. Damit werden Brennstäbe produziert — Grundlage für den Betrieb von AKWs auf der ganzen Welt. Container um Container werden befüllt, gestapelt und verlassen auf Schienen das Gelände: eine hoch gefährliche Ladung.
Nur wenige Kilometer neben der Mine, die im Süden Australiens mitten im Outback liegt, wohnen Aborigines. Diese UreinwohnerInnen stehen der Betreiberfirma der Uranlagerstätte BHP Billiton skeptisch gegenüber. Eine ihrer traditionell überlieferten Geschichten warnt die Menschen davor, dem Boden Mineralgesteine und natürliche Rohstoffe zu entnehmen. Stellen, an denen dem Boden Schätze entnommen werden, seien „böse Orte“, in deren Nähe man sich nicht zu lange aufhalten sollte. Nun müssen sie dabei zusehen, wie der Großkonzern täglich rund 34 Millionen Liter Wasser aus uralten Reserven des Großen Artesischen Beckens, dem größten unterirdischen Wasserspeicher der Erde, pumpt. Über Jahre hinweg beobachten sie die Veränderung der Mound Springs, an denen das Wasser ohne menschliches Zutun an die Oberfläche tritt. Sie müssen dabei zusehen, wie der Wasserspiegel stetig sinkt.
Die Aborigines erkranken an Krebs
Was sie jedoch nicht sehen können, ist die Strahlung. In der Umgebung der Mine ist die radioaktive Strahlung viermal höher, als es die offiziellen Grenzwerte erlauben. Die permanente Verstrahlung schädigt menschliche Zellen — Krebs ist die Folge.
Zehntausend Tonnen Uran werden jährlich in die gelben Fässer verpackt und in Atomkraftwerke der ganzen Welt exportiert. Der Staat setzt finanziell auf seine viel versprechenden Uranvorkommen und erwirtschaftet damit geschätzte 1,3 Milliarden australische Dollar pro Jahr. Das ist immerhin ein Zuwachs von 50 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. Während die Ökonomie rasant voran schreitet, bleiben Umwelt und Menschen auf der Strecke.
Mit radioaktiv belasteten Steinen werden Häuser und Straßen gebaut
Der aufwendige Prozess erdeigenes Uranerz in verwertbare Brennstäbe zu verwandeln, verbraucht nicht nur Unmengen an Ressourcen, sondern produziert auch eine beachtliche Menge an gefährlichen Nebenprodukten. Radioaktiv belastete Steine aus alten Abbauanlagen werden zum Teil für Straßen- und Häuserbau wiederverwendet. Zudem bleiben jährlich zehn Millionen Tonnen radioaktiver Schlamm, so genannte Tailings, die noch 70 bis 80 Prozent der Radioaktivität des ursprünglichen Gesteins enthalten, übrig. Material, das zuvor unter der Erde gesichert und inaktiv war, wird von Maschinen freigesetzt und mobilisiert.
Die Betreiber der Minen sind nach australischer Gesetzgebung bis zehntausend Jahre nach dem Uranabbau dafür verantwortlich, die hochgefährlichen Tailings zu isolieren. Sie vergraben deshalb den radioaktiven Schlamm wieder im Boden oder verschütten die Abfallbecken einfach mit Erde. Wäre es da nicht verantwortungsbewusster, die Büchse der Pandora gar nicht erst zu öffnen ?
Strom kommt schließlich aus der Steckdose
Wirtschaftlich gesehen, wäre das allerdings kontraproduktiv: Die meisten wünschen sich schließlich billigen Strom. Wer fragt schon danach, wo er herkommt? Strom kommt eben aus der Steckdose. Und man nimmt, was man braucht ...
Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen rufen zu mehr Energiebewusstsein auf. Friends of the Earth Australia bemüht sich, die fatalen Folgen des überhöhten Stromverbrauchs auf Umwelt und Mensch und den Zusammenhang zwischen Strom und Umweltschäden durch Uranabbau deutlich zu machen.
Hier in Österreich übernimmt diese Aufgabe GLOBAL 2000. Wir fordern die ÖsterreicherInnen dazu auf, auf Ökostromanbieter umzusteigen und Strom einzusparen. Und mit der Kampagne „Atomausstieg! Jetzt!“ sammeln wir Unterschriften für einen weltweiten Ausstieg aus der Atomkraft. Die Zeit drängt: BHP Billiton plant bereits die Erweiterung von Olympic Dam um die Uranproduktion zu verdreifachen.
















