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"Fleisch ist nach wie vor nicht der Star im Bio-Bereich"

Nicole Berkmann leitet die konzernale PR und Information bei SPAR Österreich. Im Interview mit dem GLOBAL Journal spricht sie über das "Bio-Sackerl", erklärt, warum Mirjam Weichselbraun durch den Dschungel fährt und verrät, warum Bio-Wurst nicht der Star im Bio-Bereich ist. 

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GLOBAL Journal: SPAR hat als erster Österreichischer Supermarkt ein sogenanntes "Bio-Sackerl" eingeführt. Was hat es damit auf sich?

Berkmann: Wir haben das Bio-Sackerl so genannt weil es, im Unterschied zu herkömmlichen Sackerln aus Erdöl, biologisch abbaubar ist. Es ist eine Tragtasche aus Kartoffelstärke.

GLOBAL Journal: Kann man es demnach als nachhaltiges Sackerl bezeichnen?

Berkmann: Ja, genau so kann man es nennen.

GLOBAL Journal: Welche Rolle nimmt der Aspekt Nachhaltigkeit generell bei SPAR*Natur Pur ein?

Berkmann: Bio-Produkte sind per se nachhaltige Produkte, da in der biologischen Landwirtschaft beispielsweise keine chemisch-synthetischen Düngemittel eingesetzt werden. Jede Bio-Marke, die ernst gemeint ist, ist eine nachhaltige Marke. SPAR Natur*Pur ist ernst gemeint und deshalb hat Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert für diese Marke.

GLOBAL Journal: Der momentane Testimonial von SPAR Natur*Pur ist Mirjam Weichselbraun. Warum hat man sich für sie entschieden?

Berkmann: Weil sie eine junge, freche und spritzige Person ist. Genau dieses Image wollten wir den SPAR*Natur Pur Produkten geben und über sie vermitteln. SPAR*Natur Pur ist keine verzopfte Körndel Geschichte, sondern hat junge, freche und gute Produkte.

GLOBAL Journal: Jetzt ist Mirjam Weichselbraun nicht nur Testimonial von SPAR Natur*Pur sondern auch von SPAR Vital. Wie passt das zusammen?

Berkmann: SPAR Vital ist die gesunde Eigenmarke von SPAR. Sie hat uns für beide Marken sehr gut gefallen, weil sie ein junger, dynamischer und fröhlicher Mensch mit einer gesunden Ausstrahlung ist.

GLOBAL Journal: Wie wichtig ist Regionalität bei SPAR*Natur Pur?

Berkmann: Regionalität spielt im gesamten SPAR-Sortiment eine große Rolle. Wir sind der einzige Lebensmittelhändler der in ganz Österreich tätig und der ein österreichisches Unternehmen ist. Wir versuchen bei allen Produkten immer den österreichischen Produkten den Vorzug zu geben. Wenn wir ein Produkt in Österreich erzeugen können, dann machen wir das auch. Das gilt auch für die SPAR Natur*Pur Produkte.

GLOBAL Journal: Im neuen Werbespot von SPAR Natur*Pur fährt Mirjam Weichselbraun durch den Dschungel. Wie passt das zum Gedanken der Regionalität?

Berkmann: Bio-Produkte sind Produkte aus biologischer Landwirtschaft. Das heißt nicht, dass sie aus Österreich kommen. Wir geben österreichischen Produkten den Vorzug, aber es gibt auch Bio-Produkte die nicht aus Österreich kommen. Mit diesem Spot wollten wir mit dem Vorurteil aufräumen, dass die Bio-Kontrolle im Ausland schlechter ist als in Österreich. Wir wollten dem Kunden damit vermitteln, dass auch in Costa Rica, wo unsere Bio-Bananen angebaut werden, die Kontrolle gut ist. Der Konsument muss sich darauf verlassen können, dass es sich um ein Bio-Produkt handelt, wenn SPAR Natur*Pur drauf steht.

GLOBAL Journal: SPAR bietet mittlerweile auch biologische Wurst an. Wie wird das vom Konsumenten aufgenommen?

Berkmann: Wurst und Fleisch sind quasi ein Grenzbereich. In diesem Bereich finden sich im Vergleich die wenigsten Konsumenten. Es finden sich zwar immer mehr Kunden, die darauf ansprechen, aber Fleisch ist nach wie vor nicht der Star im Bio-Bereich.

GLOBAL Journal: Worauf führen Sie das zurück?

Berkmann: Ich orte zwei Gründe: Zum einen versuchen viele Bio-Käufer ihren Fleisch- und Wurstkonsum generell etwas zu reduzieren und kaufen grundsätzlich weniger Wurst-Produkte. Zum anderen ist Bio-Wurst viel teurer als herkömmliche Wurst. Dieser Preissprung überschreitet, denke ich, teilweise eine Schwelle beim Konsumenten.

GLOBAL Journal: Gibt es Pläne auch Bio-Fleisch anzubieten?

Berkmann: Wir beobachten diese Sparte sehr stark. Sobald die Nachfrage stärker wird, werden wir neue Produkte anbieten.

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GLOBAL Journal: Was halten Sie persönlich von Umweltschutz?

Berkmann: Ich bin ausgebildete Biologin und habe daher einen ganz natürlichen Zugang zu Umweltschutz. Er liegt mir grundsätzlich am Herzen. Ich bin sehr froh bei einem Unternehmen zu arbeiten, das den Umweltschutz, im Rahmen der Möglichkeiten die ein Handelsunternehmen hat, sehr ernst nimmt.

GLOBAL Journal: Abschließend, was halten Sie von GLOBAL 2000?

Berkmann: Ich halte GLOBAL 2000 für eine sehr wichtige Organisation. Sie agiert sozusagen als Stachel im Pelz und weist uns immer wieder darauf hin, in welche Richtung es gehen soll und was zu tun ist. Ich arbeite mit einigen Vertretern direkt zusammen, beispielsweise in der ARGE für Gentechnik-frei erzeugte Lebensmittel. Ich hoffe, dass uns GLOBAL 2000 noch lange erhalten bleibt.

(Von Stefan Baumgartner)

 

 

letztes Update: 18.03.2010 14:00
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