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Eine Box mit Auferstehungscharakter
Georg Matyk kam eigentlich über Umwegen zur Nachhaltigkeit. Dabei stand der grüne Gedanke gar nicht so sehr im Vordergrund. Dem gelernten Betriebswirt und heutigen Geschäftsführer von Ökobox kommt Langfristigkeit sowohl im Recyclingprozess als auch in seiner Teamstruktur zugute. Im Interview, erklärt er uns, warum Ökobox mehr ist als nur eine graue Schachtel.
GLOBAL Journal: Herr Matyk, wie ist die Ökobox entstanden?
Matyk: Die Ökobox gibt es seit 1991 und sie ist ursprünglich eine Idee der Herstellerfirma von Getränkekartons, mit dem Ziel, Getränkekartons dem Recyclingprozess zugänglich zu machen. Allerdings war zu Beginn, aufgrund operativer Schwierigkeiten und mangelnder Akzeptanz, seitens der Bevölkerung nur mäßiger Erfolg gegeben. Schließlich hat mich der Packungshersteller beauftragt, den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern. Seither bin ich als Geschäftsführer von Ökobox tätig und habe es in den letzten Jahren geschafft, in Österreich ein flächendeckendes System aufzubauen.
GLOBAL Journal: Wodurch finanziert sich die Ökobox?
Matyk: Nahezu 95 Prozent sämtlicher österreichischen Molkereien und Fruchtsaftabfüller stehen hinter Ökobox und finanzieren sie somit auch. Meine Aufgabe war es, diese Firmen von einem nachhaltigen Konzept in der Verwertung von Getränkekartons zu überzeugen. Ab dem Zeitpunkt, an dem wir die Industrie auf unserer Seite hatten, standen uns auch die finanziellen Mittel zur Verfügung, die entsprechende Leistung bei den KonsumentenInnen zu gewährleisten.
GLOBAL Journal: Wie funktioniert der Recyclingprozess der Ökobox genau?
Matyk: Die Ökobox gibt es kostenlos. Sei es auf Postämtern, in Hoferfilialen oder direkt über unsere kostenlose Hotline. Die Ökoboxen werden zu Mayr-Melnhof in die Steiermark transportiert, wo sie in die Kartonproduktion eingebracht werden. Der Recyclingprozess läuft relativ einfach und „untechnisch“ ab: Die Zellulose wird aus den anderen Bestandteilen Polyethylen und Aluminium heraus gewaschen und als Endprodukt entsteht hochwertiger Verpackungskarton.
GLOBAL Journal: Haben Sie Vorschläge, wie der Verwertungsprozess von Getränkekartons noch umweltfreundlicher gestaltet werden kann?
Matyk: Der Getränkekarton ist sicher die umweltfreundlichste Einwegverpackung per se. Beim Recyclingprozess wird weder Wasser erwärmt, noch Chemie beigegeben. Somit ist dieser Prozess sehr ökologisch ausgerichtet. Polyethylen kann als Brennstoff und Aluminium als Bauxitersatz genutzt werden. Zurzeit arbeiten wir in Zusammenarbeit mit der HTBLu.VA Dornbirn in Vorarlberg an einem Projekt, bei dem die beiden Stoffe getrennt werden und Aluminium dem Produktionsprozess wieder zugeführt werden kann.
GLOBAL Journal: Was sind typische Probleme, die bei der Anrufhotline eingehen? Können Sie uns von einigen außergewöhnlichen Problemen erzählen, die Ihnen im Gedächtnis geblieben sind?
Matyk: Typische Fehler beziehen sich auf Abholschwierigkeiten und den Erwerb einer Ökobox. Eine lustige Situation, die immer wieder vorkommt, betrifft die Ökoboxen der Post. Unser Service „Porto zahlt Empfänger“ wird von manchen Personen oft missverständlich interpretiert. Auf diesem Weg wurde schon versucht, Reithelme und Fußbälle kostengünstig zu verschicken. Leider werden die Ökoboxen der Post automatisch dem Recyclingprozess zugeführt.
GLOBAL Journal: Sie sponsern diverse sportliche Projekte (wie den HC Kufstein und die Radsportlerin Christiane Soeder). Nach welchen Gesichtspunkten suchen Sie diese aus?
Matyk: Die Unterstützung von SportlerInnen ist eine Abrundung unserer Marketingaktivitäten. Das Hauptaugenmerk legen wir hier auf Sportler – und vor allem Sportlerinnen – die Topleistungen erbringen und denen ein ausreichendes Sponsoring fehlt. Unsere Hilfe kommt zum einen dem Behindertensport zu Gute, zum anderen Randsportarten, besonders dem Frauensport, da dieser noch viel zu wenig Anerkennung findet.
GLOBAL Journal: Wie nachhaltig gestalten Sie ihr Alltagsleben, abseits von Ökobox?
Matyk: Nachhaltigkeit ist ein Thema, das wir in meiner Familie bestmöglich umzusetzen versuchen, wobei ich denke, dass es hier vor allem auf die kleinen Dinge ankommt. Diese beginnen bei der Mülltrennung, über die alternative Verkehrsnützung, bis hin zu Mehrwegfrühstücksdosen, und enden beim Kauf von hochwertiger Kleidung. Des Weiteren unterstützen wir Hilfsorganisationen mit Spendengeldern. Ich selbst bastle gerne an alten Fahrrädern herum, die ich, gemeinsam mit altem Spielzeug, an Kinderheimen abliefere.
(Von Anna Maltschnig)

















