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GLOBAL 2000 und Greenpeace: „Österreich wird atomstromfrei!“
Umweltorganisationen, Energiewirtschaft und Bundesregierung beschließen Stopp für Atomstrom
Wien, 16. April 2012 - Beim heutigen Gipfel zwischen Umweltorganisationen, Energiewirtschaft und Bundesregierung im Bundeskanzleramt wurde die zukünftige Atomstromfreiheit Österreichs beschlossen. In Zukunft soll jede Kilowattstunde Strom, die nach Österreich importiert wird, mit Herkunftszertifikaten belegt werden. Die Energieunternehmen verpflichten sich dabei, auf den Bezug von Atomstromzertifikaten zu verzichten. "Mit dem Beschluss einer flächendeckenden Stromkennzeichnung und dem Verzicht der Energieversorgungsunternehmen auf Atomstromzertifikate wird der Atomstrom aus Österreich verbannt. Das ist ein großer Erfolg im Kampf gegen die Atomkraft", sind die Geschäftsführer von Greenpeace Alexander Egit und von GLOBAL 2000 Klaus Kastenhofer erfreut.
Die Beschlüsse des heutigen Gipfels im Detail:
- Im Laufe des Jahres 2012 (mit Übergangsfristen für laufende Verträge bis 2015) kommt eine gesetzliche Verpflichtung zur vollständigen Stromkennzeichnung. Die Versorgung der Kunden mit Strom unbekannter Herkunft (Graustrom), wird untersagt.
- Die Energieversorgungsunternehmen (EVU) verpflichten sich, für die Endkundenversorgung auf den Bezug von Atomstrom zu verzichten
- Es wird ein "Atomstromfrei-Gütesiegel" geschaffen, womit die EVU und deren Kunden zeigen können, keinerlei Atomstrom zu liefern oder verwenden
Für Haushaltskunden treten die Bestimmungen bereits mit dem ersten Jänner 2013 in Kraft, ab Jänner 2015 werden auch die Industriekunden nur noch mit atomfreien Strom versorgt. Lediglich jene Unternehmen, die direkt von einem ausländischen Energielieferanten Strom beziehen, könnten noch teilweise mit Atomstrom versorgt werden. Allerdings handelt es sich dabei um nur wenige Unternehmen, die sicher keinen Wert darauf legen, in der Öffentlichkeit als Atomstromkunden da zu stehen. "Wir gehen davon aus, dass kein Unternehmen in Österreich mit Atomstrom beliefert werden und somit Handlanger der Atomlobby sein möchte", erklären Kastenhofer und Egit den Vorteil eines „Atomstromfrei-Gütesiegels“.
GLOBAL 2000 und Greenpeace sehen die heutige Vereinbarung als großen Erfolg, dessen Bedeutung für den Kampf gegen die Atomkraft weit über Österreich hinausgeht. Sehr wichtig ist die Signalwirkung in Richtung potentieller Atomkraft-Investoren. Für jene wird damit noch deutlicher, dass die Abnehmer nach und nach wegbrechen. Im Hinblick auf die ohnehin nicht besonders rosigen Aussichten für die Atomindustrie ist das ein weiteres Argument, auf AKW-Neubauprojekte zu verzichten, und stattdessen in erneuerbare Energien zu investieren.
"Heute wurde der Anti-Atomkonsens in Österreich einmal mehr bestätigt. Österreich wird atomstromfrei und trägt damit dazu bei, der Atomlobby das sprichwörtliche Wasser abzugraben. Der Kampf gegen die Atomkraft in Europa geht aber weiter: Jetzt werden wir daran arbeiten, dass andere Staaten unserem Beispiel folgen", so Egit und Kastenhofer abschließend.
Rückfragen:
Dr. Reinhard Uhrig, Atomexperte GLOBAL 2000, 0699 14200018
DI Jurrien Westerhof, Energiesprecher Greenpeace, 0664 6126701















