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GLOBAL 2000 zu Fukushima: Radioaktives Kühlwasser fließt weiter in den Pazifik und belastet Fische
Atomkraft ist niemals sicher – Europäisches Anti-Atom-Volksbegehren verlangt Ausstieg aus unsicherer und teurer Atomkraft
Wien (18. Mai 2012). Neue Messungen des Betreibers der Fukushima-Reaktoren TEPCO zeigen, wie stark das Meer vor der nordostjapanischen Küste ein Jahr nach Beginn der Katastrophe belastet ist: Fisch enthält bis zu 1880 Becquerel pro Kilogramm Fleisch, mehr als 18-mal über den japanischen Grenzwerten von 100 Becquerel pro Kilogramm. Nicht nur der fleischfressende – und damit am Ende der Nahrungskette stehende – Barsch Sebastes ventricosus, auch bodenlebende Plattfische und Rochen sind stark belastet. Letztere ernähren sich hauptsächlich von Borstenwürmern und Krebsen. Die Belastungen erfolgen mittlerweile vorwiegend durch Cäsium, welches eine Halbwertszeit von 30 Jahren besitzt. Auch in Europa ist Cäsium 26 Jahre nach Tschernobyl noch immer in Wildtierfleisch nachweisbar.
„Die Radioaktivität ist in den höheren Lebewesen angekommen. Dies war bereits direkt nach Beginn der Fukushima-Katastrophe im März 2011 zu erwarten“, sagt Reinhard Uhrig, Atomexperte von GLOBAL 2000. „TEPCO leitet weiterhin 22.000 Liter Kühlwasser pro Stunde in die zerstörten Reaktoren, um die geschmolzenen Kernbrennstoff-Klumpen abzukühlen. Täglich fließt eine halbe Million Liter hochradioaktives Wasser ins Grundwasser und gelangt so in den Pazifik.“ TEPCO hat zwischenzeitlich den besonders hoch belasteten Meeresboden direkt vor den Reaktor-Ruinen zubetoniert. Zwei Schichten mit insgesamt fünf Zentimeter Beton sollen sicherstellen, dass die radioaktiven Stoffe im Boden direkt innerhalb der Wellenbrecher vor dem AKW stationär bleiben. „Die Messungen zeigen aber, dass diese Maßnahme nicht zielführend ist und dass die radioaktive Belastung des Meeres vor Japan weiter zunimmt“, sagt Uhrig. TEPCO wurde kürzlich verstaatlicht. „Jetzt ist es an der Zeit, internationale Hilfe für die Stabilisierung der zerstörten Reaktoren zuzulassen, um weitere radioaktive Freisetzungen zu verhindern“, betont Uhrig.
GLOBAL 2000 hat das europäische Volksbegehren „Meine Stimme gegen Atomkraft“ initiiert, welches den Ausstieg Europas aus der unsicheren und teuren Atomkraft und den Umstieg auf erneuerbare Energien zum Ziel hat.















