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Radioaktives Japan: Schilddrüsenknoten bei 35 % der Kinder
GLOBAL 2000 verurteilt politisch motivierte Propaganda des japanischen Strahlenschutzinstituts
Wien, den 11. 7. 12: Das nationale japanische Strahlenschutzinstitut veröffentlichte am heutigen Mittwoch Schätzungen, nach denen die Schilddrüsenbelastung von Kindern durch die Fukushima-Super-GAUs unter dem japanischen Grenzwert von 100 Millisievert lägen und daher keine Folgen für die Kinder zu erwarten seien. Dass dies schlicht falsch ist, beweisen flächendeckende Untersuchungen an Kindern aus der Präfektur Fukushima: Von 38 114 untersuchten Kindern und Jugendlichen hatten 13 384 oder umgerechnet 35 % Knoten in der Schilddrüse, davon 970 mit einem Durchmesser von über 5 Millimeter.
Schilddrüsenknoten sind unter normalen Umständen bei Kindern sehr selten (1,5 bis max. 3 % der Population) und sehr viel häufiger bösartig als bei Erwachsenen. "Der Zusammenhang zwischen Strahlenbelastung und dem Auftreten von Schilddrüsenknoten bei Kindern ist lange bekannt, dennoch empfiehlt der Leiter der Untersuchungen Prof. Dr. Shunichi Yamashita, Vizepräsident der Fukushima Medical University, seinen Arzt-Kollegen, gegenüber verunsicherten Patienten weitere Untersuchungen für unnötig zu erklären", sagt Reinhard Uhrig, Atomexperte bei GLOBAL 2000: "Schilddrüsenknoten sind unzweifehlaft ein Warnzeichen für die Entwicklung von Schilddrüsenkrebs. Der verantwortliche Umgang mit diesen Knoten wäre eine Feinnadelbiopsie und Untersuchung dieser Knoten auf Krebszellen – statt dessen empfiehlt der verantwortliche Arzt, weitere Untersuchungen für unnötig zu erklären."
Insgesamt sollen alle 360 000 Kinder in der Präfektur Fukushima untersucht werden - und es steht zu befürchten, dass die Zahl der von Schilddrüsenknoten betroffenen Kinder noch signifikant ansteigt. Dass die Zahlen dennoch heruntergespielt werden, ist für Reinhard Uhrig "ein weiterer Schritt der pro-nuklearen Propagandamaschinerie in Japan, die auch vor der Verfälschung von bereits erwiesenen Daten zur Verstrahlung der verwundbarsten Opfer – von Kindern – nicht halt macht". Der von der WHO für Kinder vorgeschriebene Grenzwert liegt bei 10 Millisievert, und selbst die WHO gibt mittlerweile zu, dass es auch unter diesem Wert zu Strahlenschäden kommt.
„Das nukleare Dorf von Betreibern, Behörden und Regierung in Japan hat anscheinend auch die Ärzteschaft zu Handlangern der Atom-Lobby gemacht. Die Verantwortung für die Menschen und die zukünftigen Generationen wird verleugnet“, sagt Uhrig abschließend.
Mehr Info: Veröffentlichung der Untersuchungswerte von 38 000 Kindern















