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Fukushima: Erster behördlich bestätigter Schilddrüsenkrebsfall bei Jugendlichem
GLOBAL 2000: Spitze der Krankheitsfälle droht in 10 Jahren
Wien (12. September 2012) - Die japanischen Behörden haben heute den ersten Fall von Schilddrüsenkrebs bei einem Jugendlichen bestätigt. Umweltschützer haben davor schon lange gewarnt. Seit Beginn der Nuklearkatastrophe überprüfen die Behörden die Schilddrüsen aller 360 000 Kinder und Jugendlichen in der Region. Aufgrund der großen Personenzahl und mangelndem Ressourceneinsatz geht diese Untersuchung jedoch sehr langsam voran. Die japanischen Behörden hatten nach dem Unfall verabsäumt, flächendeckend Jodtabletten an Kinder im Umkreis von 100 bis 150 Kilometer auszuteilen. Diese Tabletten wären aber in vielen Fällen lebensrettend gewesen: Sie blocken die Belastung der Schilddrüsen mit radioaktivem Jod. Nur im 20-km-Sperrgebiet und noch dazu viel zu spät, nämlich erst fünf Tage nach Beginn der Katastrophe wurden Jodtabletten ausgeteilt.
Im März wurden die Daten von 38 000 Kindern und Jugendlichen veröffentlicht: 13 384 oder 36 % von ihnen hatten Zysten und Knoten in der Schilddrüse. "Mittlerweile wurden 80 000 Kinder und Jugendliche untersucht, die Behörden fahren aber fort, abzuwiegeln und die Bevölkerung zu beschwichtigen. Was den erkrankten Jugendlichen angeht, behaupten sie sogar, dass 'nur' ein Schilddrüsenkrebs-Fall durch die Atomkatastrophe ausgelöst wurde", sagt Dr. Reinhard Uhrig, Atom-Experte von GLOBAL 2000. "Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs: Wenn sich der traurige Untersuchungstrend bestätigt, könnten über 100 000 Kinder und Jugendliche bereits Schilddrüsenzysten und -knoten haben, im schlimmsten Fall 25 000 Schilddrüsenkrebs entwickeln."
Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurden offiziell 4000 Schilddrüsenkrebsfälle registriert. Die Dunkelziffer durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und nicht flächendeckende Untersuchungen war jedoch viel höher. Der Höhepunkt der Erkrankungen trat knapp 10 Jahre nach der Katastrophe zwischen 1995 und 2000 auf, wobei die Zahl der Schilddrüsenerkrankungen bei jungen Erwachsenen in der Ukraine, die zum Zeitpunkt der Katastrophe Kinder waren, weiterhin steigen. Im Rahmen des Projekts "Tschernobylkinder" versorgt GLOBAL 2000 seit vielen Jahren erkrankte Waisenkinder mit medizinischer und hygienischer Versorgung.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000 Pressesprecherin:
Mag. Lydia Matzka-Saboi
Tel.: 0699/14 2000 26
E-Mail: presse@global2000.at















