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Hiroshima-Jahrestag: Langzeitfolgen heruntergespielt - gleiches droht Opfern von Fukushima
GLOBAL 2000: Atombomben-Auswirkungen genauso verharmlost wie Folgen von AKW-Katastrophen
Die unmittelbaren Auswirkungen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima sind unbestritten: 70 000 – 80 000 Menschen starben sofort, die Stadt wurde fast vollständig vernichtet. Durch die schweren Verbrennungen und durch die hohen Radioaktivitätsdosen starben im Folgejahr geschätzt weitere 86 000 Menschen, die die ursprüngliche Explosion zunächst überlebt hatten. Reinhard Uhrig, Atomexperte bei GLOBAL 2000, erklärt: "Die Langzeitfolgen der radioaktiven Strahlung wurden von Beginn an heruntergespielt, und nun droht dies auch in Bezug auf Fukushima."
Erst fünf Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki begann ein US-Forschungsinstitut in Japan (ABCC) mit einer lang angelegten Studie zu Krebserkrankungen bei 20 000 Überlebenden. Diese Untersuchung bildete die Basis für Strahlenschutzgrenzwerte und Annahmen für die Auswirkungen radioaktiver Strahlung auch im zivilen Bereich. Reinhard Uhrig betont: "Die Studie wies jedoch von vorne herein verfälschende Blindstellen auf: Die Kontrollgruppe der Studie war ebenso wie die direkt verstrahlte Gruppe dem radioaktiven Fallout der Bomben ausgesetzt, der einen massiven Teil der Strahlenbelastung ausmachte – die Differenz zwischen unbelasteter Bevölkerung und Strahlenopfern also verfälscht. Radioaktive Belastung durch Nahrungsaufnahme wurde in der Studie ebenfalls nicht berücksichtigt. Hier zeigt sich ein Trend, der sich durch die Geschichte der militärischen und zivilen Atomkraft-Nutzung zieht: Strahlenschäden der betroffenen Menschen werden regelrecht weggelogen, um nicht eingestehen zu müssen, dass Atomkraft ein Spiel mit dem Feuer ist, von dem der Mensch dringend die Finger lassen muss.“
Bei den Reaktorkatastrophen von Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011) wurde dieser Trend der Verharmlosung durch die internationalen Gremien bestätigt: Die unmittelbaren Toten (56 im Falle Tschernobyl, 6 im Falle Fukushima) wurden als Atomkraft-Opfer anerkannt. Die Strahlenfolgen der Nuklearkatastrophen wurden jedoch sofort heruntergespielt: Der Ende Mai 2012 vorgestellte Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Fukushima-Katastrophe geht davon aus, dass Menschen in der betroffenen Region keine Ganzkörper-Dosen über 100 Millisievert erhalten hätten. Vor der Veröffentlichung hatte Tokio Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums zur WHO entsandt, die die vorläufigen Zahlen von November 2011 auf diplomatischem Weg noch senken konnten.
„Diese direkte Einflussnahme aus politischen Gründen zeigt, dass die WHO überhaupt nicht frei ist in ihrer Analyse von radioaktiver Strahlung, was in einem fatalen Knebelvertrag zwischen WHO und IAEA von 1959 begründet ist. Wenn der Trend der Verharmlosung sich auch hier wieder bestätigt, werden die japanischen Behörden die unzähligen zu erwartenden Krebs-Folgeerkrankungen wiederum weglügen. Damit wird die traurige Tradition seit der Atombombe auf Hiroshima nur fortgesetzt“, sagt Uhrig abschließend. „Nur ein rückgebautes Atomkraftwerk ist ein sicheres Atomkraftwerk, nur die vollständige Abrüstung der Atomwaffen kann die Menschheit vor Strahlentod schützen.“
Europäisches Volksbegehren "Meine Stimme gegen Atomkraft":
www.my-voice.eu















