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Nuklearinformationsabkommen zu deutschen Schrottreaktoren: Nebelwerfer gegen Terroristen
GLOBAL 2000 fordert BürgerInnenbeteiligung bei Sicherheitsnachrüstung der deutschen Atomkraftwerke - und von der österreichischen Regierung entschlossenes Vorgehen
Wien (20.10.2010). Nach dem gestrigen Expertentreffen über die Laufzeitverlängerung und Sicherheitsnachrüstung der deutschen AKW wird klar: Es gibt weiterhin keine Informationen über konkrete Maßnahmen zur Nachrüstung, die deutsche Seite ist laut Vertretern des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) an Informationsaustausch interessiert - und daran, die Sorgen der österreichischen Experten zu zerstreuen.
Wie beim Atom-Deal der deutschen Regierung mit den mächtigen Vertretern der vier Atomindustrie-Unternehmen finden die Gespräche über die Sicherheitsnachrüstung in Deutschland hinter verschlossenen Türen statt. Eine Gruppe von Beamten aus dem BMU und den Atomaufsichtsbehörden der fünf deutschen Bundesländer mit Atomkraftwerken sowie ein nicht genannter Sachverständiger der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit tauschen sich über Nachrüstungsmaßnahmen für die deutschen Atomkraftwerke aus, eine Liste wird erstellt. Es gibt aber keine Information über den Zeitplan zur Umsetzung der Nachrüstungsmaßnahmen für die veralteten Reaktoren oder über die konkreten Sicherheitsanforderungen.
"Die einzige bisher konkret gewordene Maßnahme zur Sicherheitserhöhung ist die Installation von Nebelwerfern vor den deutschen AKWs, die bereits in Grohnde und Biblis installiert sind und die im Fall eines Terrorangriffs die einfliegenden Terror-Piloten verwirren sollen", berichtet Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Sprecher von GLOBAL 2000.
Die Siedewasserreaktoren der Baulinie 69 und die Druckwasserreaktoren der 2. Baulinie sind mittlerweile über 30 Jahre alt und technisch nicht so nachrüstbar, dass sie keine permanente Bedrohung für die deutsche - und österreichische - Bevölkerung darstellen. Schon im Regelbetrieb ist die radioaktive Freisetzung aus den deutschen Reaktoren so, dass die Kinderkrebsrate im Umkreis um 60 %, die Leukämierate bei Kindern um 100 % erhöht sind. Laut Gesellschaft für Reaktorsicherheit hält den gezielten Absturz eines Airbus A 340 oder einer Boeing 747 kein einziger der Reaktoren aus, alle "Nachrüstmaßnahmen" sind hier reine Augenauswischerei.
"Wir fordern Transparenz, um hier keinen Atom-Kungel zulasten der Sicherheit der EuropäerInnen zuzulassen. Nebelwerfer gehören in die Disko - Atomkraftwerke abgeschaltet", fordert Uhrig. "Das muss auch BM Berlakovich fordern und sich nicht durch die Informationen der deutschen Experten einseifen lassen."
Rückfragehinweis: GLOBAL 2000 Simonne Baur, 0699200023 oder Reinhard Uhrig, 069914200018 www.global2000.at















