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EU-Kommission finanziert Forschungen zur Laufzeitverlängerung veralteter AKW
EU-Forschungskommissar Johannes Hahn genehmigt nukleares Forschungsprojekt um 2,45 Milliarden Euro für die Tschechische Republik
(Wien, 28. November 2011) Das Projekt SUSEN (SUStainable ENergy) soll die Lebensdauerverlängerung bestehender Reaktoren von Atomkraftwerken um 20 - 40 Jahre und den Übergang auf Reaktoren der Generation IV nach 2030 ermöglichen. Generation IV ist der Versuch, alte, nicht funktionierende Reaktorkonzepte als neu zu verkaufen.
Doch dessen nicht genug: Der zuständige Forschungskommissar Johannes Hahn entschied sich für ein Projekt, dass vollkommen konträr zu den aktuellen Entwicklungen der EU und weltweit steht. GLOBAL 2000-Atomexpertin Patricia Lorenz ist empört: "Was sich zunächst wie eine Fehlmeldung oder Botschaft aus der Vergangenheit anhört, ist die Investition der EU in die Zukunft! Die aktuelle Kraftwerksflotte wird auf EU-Kosten "beforscht", um neue Papierberge zu produzieren, die eine Verlängerung von Dukovany und Temelin "wissenschaftlich" bzw. vielmehr politisch rechtfertigen. Klar ist eines: Ein altes Atomkraftwerk wird nicht sicherer. Jedes Jahr Betrieb ist wieder ein Jahr mehr Risiko, die Materialalterung ist nicht in den Griff zu bekommen."
Das Projekt plant nicht nur die Lebensdauer der jetzt modernen Reaktoren der Generation III zu verlängern, sondern auch der Generation II, also aller seit den 70er Jahren in Betrieb genommenen Reaktoren. "Die sogenannte Generation IV- Reaktoren sind Papiertiger, nämlich der Versuch, alte Reaktorkonzepte als neu wieder auf den Markt zu bringen oder zumindest die Forschungsgelder nicht versiegen zu lassen. Vollkommen unhaltbar ist die Annahme des Projekts SUSEN, die beforschten Reaktoren der Generation IV würden ab 2030 zum Einsatz kommen", betont Lorenz: "Das Geld für das Projekt kommt obendrein nicht aus EURATOM, sondern aus dem EU-Regionalförderungsfonds."
Fast ebenso unglaublich: Es gibt keine internationalen Projektpartner, denn dieses Projekt soll vom tschechischen Nuklearforschungsinstitut Rez mit geringer Beteiligung der Universität Westböhmen (CR) in Pilsen durchgeführt werden: "Wir appellieren an Forschungskommissar Johannes Hahn, die Zukunft der EU zu finanzieren, und nicht die tschechische Nuklearindustrie mit europäischen Steuergeldern künstlich zu beatmen", betont Lorenz abschließend.
Kontakt:
GLOBAL 2000 Nunu Kaller/Simonne Baur Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23














