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GLOBAL 2000 deckt auf: Jobrotation zwischen EU-Zulassungsbehörde und Gentech-Konzern!

Gentech-Abteilungsleiterin der EFSA wechselt zu Syngenta – Massive Zweifel an Unabhängigkeit der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit – Gesetzliche Fristen werden ignoriert

Wien (22. Jänner 2010). Die frühere Leiterin der Abteilung Gentechnik der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, Suzy Renckens, ist ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Wartefrist von zwei Jahren unmittelbar von der Behörde direkt zur Gentechnikindustrie gewechselt. „Der fließende Übergang von der EU-Zulassungsbehörde zur Biotech-Industrie ist ein Skandal. Dieser Filz in einer angeblich unabhängigen Behörde stellt das Durchwinken der Gentech-Anträge in ein völlig neues Licht. Die Frage stellt sich, ob hier Gutachten mit Karriereaussichten beeinflusst wurden“, empört sich Jens Karg, Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Renckens leitete bis Ende März 2008 die Gentechnik-Abteilung und war für die Beurteilung von gentechnisch veränderten Lebensmittel zuständig. Aus gutem Grund müssen laut EU-Regelung leitende MitarbeiterInnen von EU-Behörden im Zeitraum von zwei Jahren eine Genehmigung einholen bevor sie einen neuen Posten annehmen. „Eine strikte 'Abkühlphase' ist unabdingbar. Ehemalige MitarbeiterInnen der Behörden, insbesondere wenn sie der Führungsebene angehörten, könnten sonst ihren früheren Status dazu ausnutzen, um ihre früheren Arbeitskollegen zu beeinflussen“, stellt Karg klar. Doch die EFSA hat keinerlei Einwände gegen diesen Wechsel einer ihrer leitenden Angestellten erhoben und auch keinerlei Auflagen gemacht „Die Leitung der EFSA hat klar gegen ihre Sorgfaltspflicht verstoßen. Der direkte Wechsel von Frau Renckens zur Industrie innerhalb weniger Wochen hätte nicht genehmigt werden dürfen“, so Karg weiter.

GLOBAL 2000 fordert, die Projekte, die unter der fünfjährigen Amtszeit von Suzy Renckens durchgeführt wurden, neu zu bewerten. Die Zulassungen gentechnisch veränderter Organismen, die von Renckens mitverantwortet worden sind, müssen aufgrund der neuen Erkenntnisse nochmals begutachtet werden, da zum Zeitpunkt der Begutachtung die nötige Distanz zur Industrie nicht sichergestellt wat. Gemeinsam mit Corporate Europe Observatory, CEO (Brussels), Lobbycontrol und TestBiotech Deutschland fordert GLOBAL 2000 von der EU-Kommission die lückenlose Aufklärung dieses Falls. „Der Verdacht muss ausgeräumt werden, das hier mit Steuergeldern eine Behörde am Leben gehalten wird, die Gefälligkeitsgutachten für die Industrie erstellt“, so Karg abschließend.

 

Weitere Informationen: GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: presse@global2000.at

letztes Update: 02.03.2010 09:19
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