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GLOBAL 2000: EU-Klimaziele auf 30 Prozent anheben!

GLOBAL 2000 zeigt in einer aktuellen Studie, dass Österreich auf dem klimapolitischen Holzweg ist und präsentiert Lösungen. Aktionsbilder ab 12:00 Uhr unter www.flickr.com/photos/global2000

Wien, am 16. Juni 2011 – Eine heute veröffentlichte GLOBAL 2000-Studie zeigt, dass Österreichs Klimaziele viel zu niedrig angesetzt sind. Anlässlich der Bonner Klimakonferenz und des für kommenden Dienstag anberaumten EU-Umweltrates, in welchem die europäischen UmweltministerInnen über eine Aufstockung der EU-Klimaziele abstimmen werden, fordern GLOBAL 2000-AktivistInnen mittels inszeniertem Hürdenlauf vor dem Umweltministerium in Wien eine Erhöhung der österreichischen Klimaziele.

Konkret fordert GLOBAL 2000 eine Senkung der Treibhausgase bis 2020 um 30 Prozent. „Die UNO hat alle Staaten aufgerufen, ihre Klimaziele aufzustocken, sonst droht die globale Erwärmung außer Kontrolle zu geraten“, sagt Johannes Wahlmüller, Klimasprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. „Mit unserer Aktion fordern wir Umweltminister Niki Berlakovich dazu auf, sich einen Ruck zu geben und die österreichische Klimapolitik an die dringende Notwendigkeit einer Reduktion der Treibhausgase um 30 Prozent anzupassen.“

Die GLOBAL 2000-Studie macht deutlich, dass die Klimaziele, die sich Österreich bis 2020 steckt, viel zu niedrig sind, wenn bis 2050 ein Abbau der Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent erreicht werden soll. Bis 2020 würden die Emissionen dann gegenüber 2009 nur um ca. fünf Prozent sinken. „Im Jahr 2020 hätten wir dadurch eine denkbar schlechte Ausgangsposition, was die Erreichung von langfristigen Zielen betrifft. Wir müssten unsere Anstrengungen dann plötzlich verzehnfachen“, warnt Wahlmüller. „Pro Jahr müsste dann ab 2020 so viel an Treibhausgasen reduziert werden, wie in den zehn Jahren zwischen 2010 und 2020 zusammen - das ist völlig unrealistisch. Wir müssen deshalb die Latte für 2020 so wählen, dass langfristige Ziele auch erreichbar bleiben.“

Eine Studie des Umweltbundesamtes stellte unlängst fest, dass Österreich noch Spielraum hat, was die Erreichung von höheren Zielen betrifft. „Diese Chance müssen wir unbedingt nützen. Die Politik darf sich nicht schon wieder von der Industrie über den Tisch ziehen lassen, die mit den bestehenden Regeln 80 Prozent der CO2-Zertifikate gratis bezieht und damit viel zu gut wegkommt.“ Berechnungen der EU-Kommission zufolge würde die Industrie durch höhere Klimaziele nur um ein Prozent weniger produzieren. „Von der viel beschworenen Deindustrialisierung Österreichs kann dann ja wirklich nicht die Rede sein“, hält Wahlmüller fest.

„Echter Klimaschutz bedeutet Investitionen in die Zukunft Österreichs und setzt notwendige wirtschaftliche Impulse“, so Wahlmüller weiter. Erhöht die EU ihr Klimaziel auf 30 Prozent, hat das auch Auswirkungen auf die Wirtschaft in Österreich, da in ganz Europa die Investitionstätigkeit angekurbelt wird. Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung hat errechnet, dass Österreich von höheren Klimazielen profitieren würde: Im Jahr 2020 wäre das BIP sogar um 3,2 Prozent höher. Mehr Klimaschutz würde Österreich demnach sogar reicher machen. Gleichzeitig wäre die Arbeitslosigkeit um 1,1 Prozent geringer, für 40.000 Menschen würden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. „Sie würden unsere Häuser thermisch sanieren, Windräder aufstellen, Photovoltaikmodule herstellen, in Betrieben Prozesse möglichst energieeffizient gestalten oder Umwelttechnik ‚made in Austria’ in die ganze Welt exportieren“, erklärt Wahlmüller.

Damit diese „Green Jobs“ auch Realität werden und der Modernisierungsschub stattfinden kann, muss viel Geld in den Aufbau nachhaltiger Energiesysteme investiert werden. Der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern wiederum spart Europa Importkosten von 175 bis 320 Milliarden Euro pro Jahr. „Österreich und alle anderen EU-Staaten müssen ihren fairen Anteil zum Klimaschutz beitragen. Als erster Schritt ist eine Erhöhung der Klimaziele auf 30 Prozent weniger Treibhausgase bis 2020 unverzichtbar“, so Wahlmüller abschließend.

GLOBAL 2000-Klimastudie ©GLOBAL 2000 GLOBAL 2000-Klimastudie Ja zu höheren Klimazielen  2011-06-16 08:42:36
GLOBAL 2000

Rückfragehinweis:

GLOBAL 2000 Klimasprecher Mag. Johannes Wahlmüller, Tel.: 0699/14 2000 41, E-Mail: johannes.wahlmueller@global2000.at

letztes Update: 16.06.2011 11:11
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