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GLOBAL 2000/FOEI-Studie: Europas Biosprit-Hunger führt zu Landraub in Afrika

 Neue Studie belegt: Agrotreibstoff-Nachfrage heizt Klimawandel an

(Wien, 1. September 2010) Die steigende Nachfrage Europas nach Agrotreibstoffen führt in vielen Staaten Afrikas zu unkontrolliertem Landraub. "Landwirtschaftlich nutzbares Gebiet wird der lokalen Bevölkerung 'entzogen', um dort Agrotreibstoffe für den europäischen Markt zu erzeugen. Dieses Problem wird in Europa völlig unterschätzt", so Reinhard Uhrig Energieexperte von GLOBAL 2000, Friends of the Earth Austria, unter Berufung auf die aktuelle Studie "Africa: Up For Grabs", die im Auftrag von Friends of the Earth International (FOEI) durchgeführt worden ist.

Die Studie, die 11 afrikanische Staaten unter die Lupe nahm, deckt auf, dass bereits über 4,5 Millionen Hektar Land - eine Fläche etwa so groß wie Dänemark - an europäische Agrotreibstoff-Investoren verkauft, verplant oder verleast worden ist. Diese Praxis, auch schlicht Landraub genannt, wird immer mehr zum Status quo. Das gesamte Ausmaß des Problems dürfte aber weit größer als angenommen sein, so die Studie.

Die Studie zeigt auf, wie die lokale Bevölkerung buchstäblich um ihr Land gebracht wird und wie der Anbau von Agrotreibstoffen mit dem Anbau von Nahrungsmitteln konkurriert, ohne Rücksicht auf die natürliche Umgebung und die Wasservorräte. "Europäische Firmen schnappen sich ganze Landstriche in Afrika, zu Lasten der lokalen Bevölkerung und der Umwelt, damit der 'Hunger' der europäischen Staaten nach Agrotreibstoffen gestillt werden kann. Die lokale Bevölkerung ist in zunehmendem Maße mit Hunger und der Unsicherheit konfrontiert, wie sie in Zukunft ihre Nahrungsmittel herstellen sollen. Und dass alles, damit wir in Europa mit ruhigem Gewissen weiter 160 fahren dürfen", kritisiert Uhrig.

In einigen Fällen wurden bewaldete Gebiete in "Biodiesel-Plantagen" umgewandelt. "Diese Praxis verschärft den Klimawandel weiter und läuft der eigentlichen Idee der Europäischen Biodiesel-Politik vollkommen zuwider", so Uhrig. Diese Entwicklung wird sich weiter verschärfen, wenn die EU ihr 10 Prozent Beimischungsziel bis 2020 erreichen will. "Die Untersuchung zeigt eindeutig: Europas Hunger nach Biodiesel ist einer der Hauptfaktoren für Landraub in Afrika. Es ist pervers, dass Millionen Hektar Land der armen Landbevölkerung Afrikas weggenommen werden, um europäische Fahrzeuge mit Sprit zu versorgen. Die EU muss dringend ihre Politik in dieser Frage ändern: Investitionen in umweltfreundliche Landwirtschaft, Verringerung des Spritverbrauchs für den Gütertransport sowie Forcierung des Öffentlichen Verkehrs", fordert Uhrig.

Links:

 

 

Kontakt: Simonne Baur, Tel: 0699 14 2000 23, presse@global2000.at 

 

letztes Update: 03.09.2010 12:21
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