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GLOBAL 2000: In Bonn die richtigen Weichen stellen!
GLOBAL 2000 fordert von Österreich und den anderen Industriestaaten bis 2020 eine Emissionsreduktion von 40 Prozent gegenüber 1990.
Wien (29. Mai 2009). Ende dieses Jahres kommt es in Kopenhagen zum großen Klima-„Showdown“. Es wird sich zeigen, ob die Staatengemeinschaft fähig ist, dem zunehmenden Klimawandel entgegenzutreten und ein Kyoto-Nachfolgeabkommen zu beschließen. Die zweitletzte Vorbereitungskonferenz hierfür beginnt am Montag in Bonn. „Die Bedeutung dieser Vorverhandlungen sollte nicht unterschätzt werden. Werden in Bonn nicht die richtigen Weichen gestellt, lassen sich die unterschiedlichen Interessen an der Klimakonferenz in Kopenhagen nur noch schwer überbrücken“, so Manuel Graf, Klimasprecher von GLOBAL 2000.
Ein gutes Klimaabkommen ist dringend nötig. Um die schlimmsten Folgen des bereits stattfindenden Klimawandels zu vermeiden, dürfen in den nächsten fünf bis zehn Jahren die globalen CO2-Emissionen ihren Höchststand erreichen, müssen dann aber deutlich sinken. GLOBAL 2000 fordert deshalb von Österreich und den anderen Industriestaaten bis 2020 eine Emissionsreduktion von 40 Prozent gegenüber 1990. Diese hat vollständig im Inland zu erfolgen, schließlich zeichnen sich die industrialisierten Länder auch für die Klimakrise verantwortlich. Deshalb muss auch das teure „Freikaufen“ über zum Teil fragwürdige CDM (Clean Development Mechanism)-Projekte unterbunden werden. Mit den 531 Millionen, die Österreich zur Zeit für solche Projekte im Ausland bezahlt, hätten inländische Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze geschaffen und die Energieunabhängigkeit verbessert werden können. Zur Verantwortung als Verursacher gehört auch die notwendige finanzielle und technologische Unterstützung von Entwicklungsländern für Vorsorgemaßnahmen und für einen emissionsarmen Entwicklungspfad. Zur Finanzierung stehen zahlreiche Modelle zu Verfügung, so z.B. die Gewinne aus einer Versteigerung von Emissionsrechten oder eine internationale Kerosinabgabe.
Die gegenwärtige Wirtschaftskrise darf keine Entschuldigung für Untätigkeit sein. „Das Verschließen der Augen vor anderen Krisen lässt diese nicht plötzlich verschwinden. Wir sollten gelernt haben, dass es besser ist, Krisen frühzeitig anzugehen“, stellt Manuel Graf klar. Und rechtzeitiger Klimaschutz lohnt sich auch wirtschaftlich. Jeder heute investierte Euro erspart uns fünf bis 20 Euro an Schadenskosten eines ungehemmten Klimawandels (Stern-Report).
GLOBAL 2000 fordert deshalb von Österreich aktives Handeln auf allen politischen Ebenen. Auf internationalem Parkett sind die obigen Maßnahmen in ein progressives Abkommen zu integrieren. Zudem muss sich Österreich lautstark gegen jegliche Bestrebungen wehren, welche Nuklearenergie als Klimaschutzmaßnahme anerkennen wollen. Auf europäischer Ebene müssen Österreich und die EU noch vor Kopenhagen ihre Zahlungsbereitschaft offen legen, denn nur so werden die Entwicklungsländer aktiv an einem neuen Abkommen mitarbeiten. Die nächste Möglichkeit bietet sich beim Treffen der europäischen FinanzministerInnen am 9. Juni. Und schließlich braucht Österreich dringend ein Klimaschutzgesetz, damit die notwendigen Maßnahmen auch zeitgerecht veranlasst werden können. „GLOBAL 2000 hat im Rahmen des BAU-Pakts mit den Sozialpartnern bereits aufgezeigt, wie sinn- und wertvoll Klimaschutz ist. Die Bundesförderung von thermischen Sanierungen ist ein voller Erfolg und muss unbedingt fortgeführt und ausgeweitet werden“, so Manuel Graf abschließend.
Weitere Informationen: GLOBAL 2000 Pressesprecherin: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26, E-Mail: presse@global2000.at GLOBAL 2000 Klimasprecher: Manuel Graf, Tel.: 0699/14 2000 41, E-Mail: manuel.graf@global2000.at













