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Klimaschutzbericht der Regierung: Ziele weit verfehlt!

GLOBAL 2000 warnt: Österreich ist 100 Millionen Tonnen CO2 vom Kyotoziel entfernt!

Wien (4. Juni 2009). Der heute veröffentlichte „Klimaschutzbericht 2009“ zeichnet ein desaströses Bild der österreichischen Klimaschutzpolitik. So werden laut Prognosen des Umweltbundesamtes selbst mit „zusätzlichen Maßnahmen“ die Treibhausgas-Emissionen Österreichs bis 2015 auf 91,6 Millionen Tonnen weiter ansteigen; eine drastische Reduktion wäre aber ein Gebot der Stunde. „Das rechtlich verbindliche Kyoto-Ziel liegt für die Jahre 2008 – 2012 bei 68,8 Millionen Tonnen. Österreich wird in diesem Zeitraum gut 100 Millionen Tonnen mehr an Treibhausgasen in die Atmosphäre blasen, als es darf. Das ist eine ungeheuerliche Unverantwortlichkeit gegenüber Mensch und Umwelt. Darüber hinaus kommt die österreichischen SteuerzahlerInnen diese Untätigkeit auch teuer zu stehen. Bereits mehr als eine halbe Milliarde Euro hat die Regierung schon für den Zukauf von Verschmutzungrechten budgetiert. Dieses Geld wäre für echte Klimaschutzmaßnahmen besser investiert“, so Manuel Graf, Klimasprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Dass nun im neuen Klimaschutzbericht der Fokus bereits auf 2020 gelegt wird, ist bei dieser traurigen Bilanz zu verstehen. Aber auch bei den mittelfristigen Zielen sieht es nicht besser aus. Im Rahmen des Klima- und Energiepakets der EU hat sich Österreich zu einer Reduktion der Treibhausgase um 16 Prozent gegenüber 2005 verpflichtet (ohne Emissionshandel). Der Klimaschutzbericht zeigt nun: Sogar mit zusätzlichen Maßnahmen läge Österreich immer noch mehr als 15 Prozent über diesem Ziel. „Dass österreichische Regierungen nur wenig von der tatsächlichen Umsetzung geplanter Klimaschutzmaßnahmen halten, zeigt sich ja gerade jetzt, da das Kyotoziel nicht erreicht wird“, so Manuel Graf weiter.

GLOBAL 2000 fordert deshalb erneut die Einführung eines Klimaschutzgesetzes im Verfassungsrang. Das ermöglicht einen planbaren und effizienten Klimaschutz, der dieser globalen Krise gerecht wird. Zudem müssen alle Konjunkturmaßnahmen unter das Ziel des Klimaschutzes gestellt werden. Thermische Sanierungen, eine klimaverträgliche Energieversorgung und der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes schaffen mehr österreichische Wertschöpfung und Arbeitsplätze als viele andere Maßnahmen.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26, E-Mail: presse@global2000.at

GLOBAL 2000 Klimasprecher: Manuel Graf, Tel.: 0699/14 2000 41, E-Mail: manuel.graf@global2000.at

letztes Update: 02.03.2010 14:42
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