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GLOBAL 2000 begrüßt Zulassung von Bio-Mittel gegen Feuerbrand

GLOBAL 2000

Ministerium setzt dennoch erneut auf Antibiotika!

Wien (6. April 2009). Aus Sicht des Schutzes von Umwelt und Gesundheit ist es sehr erfreulich, dass mit der jetzt erfolgten österreichischen Zulassung von Blossom Protect fb erstmals ein für Mensch und Natur unbedenkliches, regulär zugelassenes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung der Baumseuche Feuerbrand verfügbar ist. Dass Landwirtschaftsminister Berlakovich genau einen Tag davor dem problematischen Antibiotikum Streptomycin trotz EU-weiten Verbots erneut eine Zulassung erteilt hatte - das gesetzliche Schlupfloch einer "Gefahr im Verzug"-Zulassung ermöglicht dies - trübt leider diese Freude.

Insbesondere die Tatsache, dass die Streptomycin-Zulassung genau einen Tag früher erfolgte als die Zulassung des Bio-Mittels gibt Anlass zu Spekulationen: „Eine Zulassung des Antibiotikums Streptomycin ist laut Pflanzenschutzmittelgesetz nur dann möglich, wenn dies auf Grund einer unvorhersehbaren Gefahr notwendig ist, die mit anderen Mitteln nicht eingedämmt werden kann", erklärt GLOBAL 2000 Pestizidexperte Helmut Burtscher. „Wäre die Zulassung von Blossom Protect also einen Tag früher erfolgt, hätte sich der Landwirtschaftsminister schwer getan, eine Gefahr im Verzug-Zulassung zu argumentieren, da in diesem Fall andere Mittel zur Eindämmung der Gefahr ja bereits verfügbar gewesen wären." Aus Sicht von GLOBAL 2000 ist es völlig unverständlich, dass der Landwirtschaftsminister nach den Erfahrungen von 2008 eine erneute Zulassung von Streptomycin überhaupt ins Auge fasste. Damals wurde über behördliche Stellungnahmen zur Streptomycin Zulassung informiert, dass sich das Antibiotikum nach dem Spritzen innerhalb kurzer Zeit abbaue und in den Äpfeln daher keine Rückstände zu erwarten wären. Bei Untersuchungen der AGES wurden dann im Herbst auf rund der Hälfte der aus Streptomycin-Kulturen stammenden Äpfel Antibiotikarückstände festgestellt.

Unbestritten ist, dass die Anwendung von Antibiotika in der Landwirtschaft die weltweite Zunahme von Antibiotikaresistenzen in der Humanmedizin fördert. Ebenso klar ist, dass eine große Mehrheit der KonsumentInnen Antibiotika im Obstbau ablehnt, wie eine von GLOBAL 2000 beauftragte Umfrage belegt. Nicht sicher ist hingegen, ob die Antibiotikarückstände auf den Äpfeln die neuen EU-Grenzwerte einhalten werden können, da diese infolge des EU-weiten Verbots von Streptomycin erst kürzlich heruntergesetzt wurden. Daher appelliert GLOBAL 2000 an die Obstbauern bei der bevorstehenden Apfelblüte zur Bekämpfung des Feuerbrands auf Antibiotika gänzlich zu verzichten.

Weitere Informationen: GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19 und Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26, E-Mail: presse@global2000.at GLOBAL 2000 Biochemiker: DI Dr. Helmut Burtscher, Tel.: 0699/14 2000 34, E-Mail: helmut.burtscher@global2000.at

letztes Update: 02.03.2010 15:21
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